26/11/2013
Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
im NSU-Prozess wird derzeit in München über eine Verbrechensserie verhandelt, die viele nicht für möglich gehalten hätten. 3 Neonazis hatten unentdeckt über Jahre hinweg 10 Menschen umgebracht. Vor diesem Hintergrund drängen sich Fragen auf: Wird die Gefahr von Rechts in Deutschland unterschätzt? Wie stark und wie gewaltbereit ist die Szene tatsächlich? Und vor allem: Was kann und was muss dagegen aus der Gesellschaft heraus unternommen werden?
Felix Benneckenstein ist jemand, der dies wissen müsste. 10 Jahre lang gehörte er, unter anderem als Kameradschaftsführer und Liedermacher "Flex" der rechten Szene an. 2011 schaffte er nach einem jahrelangen Umdenkprozess den Absprung und unterstützt heute Neonazis, denen Zweifel an ihrem Lebensentwurf aufkommen, beim Ausstieg. Mit ihm wollen wir am Dienstag, den 3. Dezember ab 19 Uhr in Raum 1.15 über seine Lebensgeschichte, sowie die Ideologie, Aktionsformen und Gefahr, die von modernen N***s ausgeht, diskutieren.
Laut Eigenangaben möchte Benneckenstein jedoch nicht nur vor den militanten Kameradschaften warnen, sondern vor allem vor einer breiten gesellschaftlichen Relativierung vermeintlich weniger radikalerer neonazistischer Propaganda, sowie dem europaweiten Erstarken der sogenannten Rechtspopulisten. Aktuell dreht er einen Dokumentarfilm über die Hinterleute eines geplanten „Volksentscheides“ gegen einen Moscheebau in München, die teilweise tief in der extrem rechten Szene verwurzelt sind. Einige Filmausschnitte wird er uns exklusiv zeigen.
Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich. Als Veranstalter behalten wir uns das Recht vor, Personen von der Veranstaltung auszuschließen. Über euer Kommen würden wir uns sehr freuen.
Viele Grüße
Juliana und Jakob
(Für die Grüne Hochschulgruppe)