Die Idee zu dem Verein Gefangene helfen Jugendlichen (im folgenden GhJ) entstand 1996 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Fuhlsbüttel, genannt Santa Fu, durch die Initiative von drei Inhaftierten. Der Grundgedanke war, gefährdete Jugendliche aller Nationalitäten durch Konfrontation mit dem Knastalltag und mit den Biografien der Gefangenen von einer kriminellen Laufbahn abzubringen. Betroffene Juge
ndliche sollten vor den gravierenden und folgenschweren Konsequenzen von Kriminalität (Isolation, Einsamkeit, Fremdbestimmtheit, emotionale Verarmung, Gewalt, Abschiebung) bewahrt werden. Die Motivation der Gefangenen zu diesem Projekt bestand darin, andere vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren und die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Arbeit des Vereins richtet sich an Jugendliche (Jungen und Mädchen) zwischen 14 und 21 Jahren, die am Rande einer kriminellen Laufbahn stehen oder bereits straffällig geworden sind. Sie sollen mit den negativen Auswirkungen von Gewalt und Kriminalität konfrontiert werden und die schwerwiegenden Konsequenzen verdeutlicht bekommen, die ein Absinken in die Kriminalität mit sich bringen. Seit diesem Jahr haben wir zusätzlich noch ein Anti-Gewalt-Training „Eiskalt gegen Gewalt“ initiiert. Dieses Training ist im Gegensatz zu unserer bisherigen Arbeit noch nachhaltiger und geht über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten. Die Teilnehmerzahl beläuft sich auf maximal 10 Jugendliche im Alter von 12-21 Jahren. Von den Inhalten des reinen Anti-Gewalt-Trainings (AGT) unterscheidet sich das Programm in einer Reihe von zusätzlichen Modulen, die den Jugendlichen zu Gute kommen. Das Programm von Gefangene helfen Jugendlichen beinhaltet das AGT, erweitert um den Baustein des Santa Fu-Besuches. Weitere Bausteine können nach Bedarf hinzugefügt werden z.B. der Einblick in die Opferperspektive, das Bewerbungstraining, die Begleitung und Planung weitere Schritte bzgl. In diesem ca. 6 Monate dauernden Programm kann mit den Jugendlichen kontinuierlich an einer Einstellungs- und Verhaltensänderung gearbeitet werden.