27/04/2026
… aus den Räten – WGH informiert
In der vergangenen Woche wurde im Bau-, Umwelt-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Verbandsgemeinde Hachenburg das integrierte Vorreiterkonzept zum Klimaschutz vorgestellt.
Ein Thema mit hoher Bedeutung für die Zukunft unserer Region – umso bedauerlicher, dass das Interesse in Teilen begrenzt war. Die Bürgermeisterin sowie der Erste Beigeordnete und alle Ausschussmitglieder der SPD waren verhindert, sodass von der SPD nur ein Vertreter anwesend war. Die WGH hat zusätzliche Mitglieder aus dem Werkausschuss entsendet, um der Tragweite des Themas gerecht zu werden.
Das Klimavorreiterkonzept wurde vor drei Jahren beauftragt und knüpft an ein erstes Konzept aus dem Jahr 2014 an. Die Gesamtkosten von rund 70.000 € werden zur Hälfte durch Bundesmittel gefördert.
Nach intensiver Vorbereitung haben wir uns eingehend mit dem über 200 Seiten 📄umfassenden Konzept beschäftigt. In der Sitzung konnten wir gezielte Fragen stellen und konstruktive Kritik einbringen.
✅ Als Erfolg wird im Konzept eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 26 % in den letzten zehn Jahren hervorgehoben. ⚠️ Allerdings basiert diese Entwicklung überwiegend auf rechnerischen Annahmen zum Kraftstoffverbrauch und den zugelassenen Fahrzeugen – nicht auf real gemessenen Daten. Dabei wurden strukturelle Veränderungen im Gewerbe vor Ort, wie Unternehmensverlagerungen oder Schließungen, nicht berücksichtigt. Gerade solche lokalen Entwicklungen sind jedoch entscheidend für eine realistische Bewertung.
Insgesamt bleibt festzuhalten: Das vorgelegte Konzept ist sehr allgemein gehalten und lässt konkrete Bezüge zu unserer Verbandsgemeinde weitgehend vermissen. Damit wird es seinem Anspruch als praxisnahes Steuerungsinstrument für die kommunale Arbeit aktuell nicht gerecht.
Einige Beispiele verdeutlichen diesen Eindruck:
• Wichtige fachliche Impulse aus aktuellen Veranstaltungen wurden nicht aufgegriffen, Beispiel Strombilanzkreise
• Bereits umgesetzte Maßnahmen – etwa energetische Verbesserungen am Verwaltungsgebäude – finden keine Berücksichtigung
• Teilweise werden Maßnahmen empfohlen, die vor Ort längst realisiert sind (neue Pumpen im Schwimmbad, LED-Beleuchtung in den Schulen
• Strategische Ziele der Verwaltung, etwa zur Nutzung von Biomasse, werden im Konzept nicht konsistent abgebildet
Jetzt sind die Fraktionen aufgefordert, weitere Anmerkungen einzureichen, damit das Konzept gezielt überarbeitet und verbessert werden kann.
Für uns ist klar: Klimaschutz braucht Substanz, regionale Verankerung und nachvollziehbare Maßnahmen. Genau dafür setzen wir uns ein.💪
Wir bleiben dran und halten Euch auf dem Laufenden.👇