28/05/2026
Ein besserer Betreuungsschlüssel in den Kitas ist grundsätzlich richtig. 👧👦 Kinder brauchen gute Betreuung, Eltern brauchen verlässliche Angebote und Erzieherinnen und Erzieher brauchen Arbeitsbedingungen, unter denen Qualität auch tatsächlich möglich ist.
Deshalb begrüßen wir, dass Bewegung in die Debatte kommt.
Aber die Landesregierung muss sich eine ehrliche Frage gefallen lassen. Warum wird jetzt für eine einzelne Berufsgruppe mit regionalen Runden Tischen in Kreisen und kreisfreien Städten ein besonderer politischer Schutzschirm organisiert, während andere Beschäftigte mit ihren Sorgen weitgehend allein bleiben?
Was ist mit dem Industriearbeiter, dessen Arbeitsplatz wegen hoher Energiepreise, schwacher Konjunktur oder fehlender Investitionen wackelt? 🏭 Was ist mit der Mitarbeiterin im mittelständischen Unternehmen, die jeden Tag spürt, dass Bürokratie, Kosten und Unsicherheit den Betrieb belasten? Was ist mit der Krankenschwester, dem Maurer, dem Zimmermann oder dem Handwerker, der seinen Job verliert oder nicht mehr weiß, wie sein Betrieb durch diese wirtschaftlich schwierige Lage kommen soll? 👩⚕️🧱🔨
Wenn Ministerpräsidentin Manuela Schwesig regionale Runde Tische einrichtet, um Beschäftigungsperspektiven für Erzieherinnen und Erzieher zu sichern, dann stellt sich die Frage, ob diese Fürsorge künftig auch für andere Berufsgruppen gilt. Oder wird hier politisch ausgewählt, wessen Arbeitsplatz besonderen Schutz verdient und wessen Arbeitsplatz offenbar nicht? ⚖️
Für uns ist klar. Gute Kita-Qualität darf nicht gegen wirtschaftliche Vernunft ausgespielt werden. Wer Familien stärken will, muss auch die Menschen im Blick haben, die diese Familien ernähren. 👨👩👧👦 Wer Fachkräfte halten will, darf nicht nur in einer Branche handeln, sondern muss Mecklenburg-Vorpommern insgesamt wieder zu einem starken Wirtschaftsstandort machen.
Bessere Betreuungsschlüssel sind ein richtiger Schritt. ✅ Aber echte Verantwortung bedeutet mehr als ein gut klingender Kompromiss. Sie bedeutet, Arbeit, Wirtschaft, Familien und Kommunen zusammenzudenken.
Genau daran fehlt es dieser Landesregierung viel zu oft.