17/09/2026
Die Umfragen zur Landtagswahl im nordöstlichen Bundesland sehen die AfD wie in den übrigen ostdeutschen Flächenländern vorn. Vor allem die massive und jahrelange Propaganda mittels Fake News und Hetze, die seit etlichen Jahren auf die Bevölkerung einprasselt, zeigt ihre Wirkung. Hinzu kommen strukturelle Probleme der anderen Parteien, durchaus auch selbstverschuldet, sowie herausfordernde geostrategische Situationen, die Zukunftsängste erzeugen.
In diesen schwierigen Zeiten spielen Tierrechte, Arten- und Klimaschutz keine wichtige Rolle mehr in den gesellschaftlichen Debatten. Einzig Die Linke schafft es, sich mit sozialen Forderungen gegen die sonst alles dominierenden Migrations- und Kriegsthemen etwas Gehör zu verschaffen.
In Mecklenburg-Vorpommern aber gelingt ihr das weitaus weniger als etwa in Berlin. Dafür wiederum hat die SPD mit Manuela Schwesig eine Persönlichkeit, die es schafft, Stimmen für die Mitte zu sammeln.
**Was empfiehlt der Landesverband der Tierschutzpartei, zur Landtagswahl zu wählen?**
Es ist von höchster Priorität, der Ignoranz der anderen Parteien gegenüber dem Leid der Tiere ein gutes Wahlergebnis für die Tierschutzpartei entgegenzusetzen. Denn sonst wird es wieder weitere fünf Jahre kein Erbarmen für die empfindsamen Lebewesen geben, die als Qualzuchten in der Agrarindustrie ausgebeutet und gequält werden, die durch die Jagd zusammengeschossen werden, die durch Pestizide und Klimakatastrophe zugrunde gehen!
Wer also echte Veränderungen zum Besseren für die Tierwelt möchte, wählt mit der Zweitstimme die Tierschutzpartei. Denn nur ein gutes Tierschutzpartei-Ergebnis erhöht den so nötigen Druck auf die anderen Parteien, endlich wirksame Maßnahmen gegen die Höllenqualen der Tiere in Gang zu setzen.
Gleichwohl ist angesichts der polarisierten politischen Debatte das Ziel, die Fünfprozenthürde zu überwinden, äußerst ambitioniert. Gewisse Kampagnen rufen leider ausdrücklich dazu auf, kleine Parteien nicht zu wählen, unsere Forderungen werden in den Medien kaum gleichberechtigt aufgegriffen und für einen flächendeckenden Wahlkampf stehen uns geringere finanzielle Mittel zur Verfügung, da wir uns ausschließlich aus Beiträgen, stark gedeckelten staatlichen Mitteln und Kleinspenden heraus finanzieren.
Dabei haben wir durchaus das nötige Potenzial. Über 8 % der Bevölkerung wollen uns gemäß einer Civey-Umfrage im Parlament sehen und bereits 4,5 % stehen laut GLES-Daten der Tierschutzpartei besonders nah. Das Kreuz wird dann aber vor allem aufgrund groß angelegter Kampagnen und Medienberichterstattungen gegen kleine Parteien oftmals doch woanders oder aus Resignation gar nicht gesetzt.
Wer Tierrechten, Arten- und Klimaschutz oberste Priorität einräumt, muss deshalb mit der Zweitstimme die Tierschutzpartei wählen. Wer als oberste Priorität hat, dass Rot-Rot-Grün die nächste Landesregierung stellt, darf rein rechnerisch nicht SPD oder Die Linke mit der Zweitstimme wählen, sondern muss dafür sorgen, dass Bündnis 90/Die Grünen den Sprung über die Fünfprozenthürde schaffen. Die Umfragen sehen sie bei rund 5 %, sodass es äußerst knapp wird.
Wir treten nicht mit Direktkandidierenden an, sodass die Erststimme an andere Kandidierende vergeben werden kann. Wir empfehlen als grundlegende Herangehensweise, die Erststimme den Kandidierenden der SPD zu geben, da diese das größte Potenzial haben, AfD-Sitze zu verhindern.
Je mehr Wahlkreise nicht von der AfD gewonnen werden, desto weniger AfD-Überhangmandate wird es auch geben. Eine aktuelle Wahlkreismodellierung sieht die AfD derzeit in 31 der 36 Wahlkreisen vorn. Da ihr nach dem zugrunde gelegten Zweitstimmenergebnis nur etwa 28 Sitze zustünden, ergäben sich in der aktuellen Modellierung fünf AfD-Überhangmandate. Durch taktisches Wählen der jeweils aussichtsreichsten demokratischen Kandidatur könnten also bis zu fünf solcher zusätzlichen AfD-Sitze verhindert werden.
Allerdings: Nicht in allen Wahlkreisen wird es gemäß der Wahlkreismodellierung von poll.graphics überhaupt zu einem knappen Wahlergebnis bei den Erststimmen kommen. Am ehesten ist das Rennen eng in diesen Wahlkreisen: Wahlkreis 5 „Hansestadt Rostock II“, Wahlkreis 6 „Hansestadt Rostock III“, Wahlkreis 8 „Schwerin I“, Wahlkreis 10 „Wismar“ und Wahlkreis 17 „Ludwigslust-Parchim I“. In allen anderen Wahlkreisen empfehlen wir dennoch, die aussichtsreichste demokratische Kandidatur zu wählen, jedoch ist es dort teils weniger gravierend, wenn man individuell davon abweicht.
Es ist von äußerster Wichtigkeit, AfD-Macht überall zu begrenzen. Denn sie bekämpft Umwelt- und Tierschutz von allen deutschen Parteien am stärksten, wie unsere europaweite Auswertung des Abstimmungsverhaltens ergibt.
Fest steht, dass auch SPD, Die Linke und GRÜNE massive Fehler machen, wenn es um Tierrechte, Arten- und Klimaschutz geht. Unsere Wahlempfehlung für die Erststimme steht also vor dem einzigen Hintergrund, AfD-Wahlkreissiege zu verhindern und kann auf keinen Fall als eine Relativierung ihrer tierfeindlichen Politik gelten. Wir werden jedoch auch weiterhin das Gespräch mit Grünen, Linken und Sozialdemokraten suchen, sodass sie in ihrem voraussichtlichen Regierungshandeln die Stimmlosen und Schwächsten nicht weitere fünf Jahre ignorieren!