08/05/2026
Finger weg von unseren Wäldern!
Rund um Tambach-Dietharz, Georgenthal, Friedrichroda, Ohrdruf und die umliegenden Orte droht ein massiver Eingriff in unsere Heimat. Betroffen sind der Thüringer Wald, gewachsene Landschaften, Wanderwege, Quellen, Ausblicke, Tourismus, Lebensqualität und das, was unsere Region ausmacht.
Was hier geplant wird, ist kein harmloses Energieprojekt. Es ist die schleichende Industrialisierung einer ganzen Landschaft – und das mehr oder weniger unter Ausschluss einer breiten Öffentlichkeit. Viele Bürger sollen offenbar erst dann begreifen, was vor ihrer Haustür passiert, wenn Gutachten, Verträge, Planungen und Vorentscheidungen längst auf dem Tisch liegen.
Besonders brisant: Der geplante Windpark liegt nach der vorliegenden Projektunterlage nicht einmal in einem vorgeschlagenen Vorranggebiet. Trotzdem wird weitergeplant, als müsse man nur lange genug Fakten schaffen, bis die Menschen am Ende vor vollendeten Tatsachen stehen.
Und damit sind wir bei den politischen Verantwortlichen.
Die Verantwortlichen für diesen Wortbruch haben Namen: CDU, Mario Voigt und die Brombeerkoalition aus CDU, BSW und SPD.
Vor der Wahl wurde den Bürgern erzählt: keine Windkraft im Wald. Damit wurde geworben. Damit wurden Menschen beruhigt. Damit wurde Heimatverbundenheit vorgespielt. Doch kaum ist die CDU wieder in Regierungsverantwortung, wird aus diesem Versprechen ein Hintertürchen, aus dem Hintertürchen ein Verfahren – und am Ende droht genau das, was man vorher angeblich verhindern wollte: Windindustrie im Wald.
Das ist kein Missverständnis. Das ist kein Kompromiss. Das ist Wortbruch. Eine rotzfreche politische Lüge.
Wir als AfD warnen seit Jahren vor genau dieser Entwicklung: Windkraft wird als sauber, modern und harmlos verkauft. Ein bisschen Technik, ein bisschen Fortschritt, ein paar schöne Begriffe aus der Energiewende-Werbung. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.
Ein Windrad steht nicht einfach „im Grünen“. Es bringt Schwertransporte, breite Zuwegungen, Schneisen, Kranstellflächen, Kabeltrassen, riesige Fundamente, Bodenverdichtung und Eingriffe in Wasserhaushalt, Quellen und Waldböden mit sich. Gerade im Wald ist das kein kleiner Eingriff, sondern ein massiver Angriff auf ein gewachsenes Ökosystem. Dass ausgerechnet die Kartierung entlang der Zuwegung laut Unterlage noch aussteht, müsste jeden Verantwortlichen alarmieren.
Auch das Gebiet selbst ist alles andere als unproblematisch. Die Unterlagen zeigen zahlreiche Vogelarten im Umfeld der geplanten Anlagen, darunter windenergiesensible Arten wie Wespenbussard, Rotmilan, Wanderfalke und Schwarzstorch als Nahrungsgäste. Zudem wird ein Uhurevier knapp außerhalb des 1.000-Meter-Umkreises genannt. Bei den Fledermäusen wurden ebenfalls erhebliche Aktivitäten festgestellt – insgesamt etwa 46.000 detektierte Fledermausrufe. Die Karte mit Vogelartfundpunkten im 3.500-Meter-Puffer rund um die geplanten Anlagen spricht ebenfalls eine deutliche Sprache.
Trotzdem soll weitergeplant werden, als wäre dieser Wald eine beliebige Industriefläche.
Natürlich schauen manche umliegenden Gemeinden auf mögliche Zahlungen in ihre klammen Kassen. Das ist menschlich nachvollziehbar. Wer als Kommune finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, greift nach jedem Strohhalm.
Aber genau darin liegt die politische Falle: Erst werden Städte und Gemeinden durch Bund und Land mit immer neuen Aufgaben, Auflagen, Bürokratie und Kosten überzogen, bis die Kassen leer sind. Dann kommt die Windkraftlobby und verkauft ihre Zahlungen als Rettung. Das ist keine echte kommunale Freiheit. Das ist ein System, das arme Gemeinden gefügig macht.
Und noch eine Frage muss endlich raus aus dem Nebel und auf den Tisch: Wem gehören die betroffenen Flächen eigentlich? Wer verkauft? Wer verpachtet? Wer kassiert am Ende?
Denn genau da wird es spannend. Die Bürger sollen die Windräder sehen, hören und ertragen. Sie sollen mit Schlagschatten, Lärm, zerstörten Ausblicken, Eingriffen in den Wald und möglichen Schäden für Tourismus und Grundstückswerte leben. Aber wer im Hintergrund die Verträge unterschreibt und über Jahre oder Jahrzehnte Geld daraus zieht, bleibt oft erstaunlich still.
Die Thüringer Allgemeine berichtete bereits 2024, dass ein Unternehmer für erneuerbare Energien Wald im Kreis Gotha kauft und Waldeigentümer sogar fürchten, ihre Flächen zu verlieren. Spätestens da muss jedem klar sein: Hier geht es nicht nur um „Klimaschutz“ und schöne Sonntagsreden. Hier geht es um Grund und Boden, um Pacht, Rendite und Macht.
Und wieder einmal trifft es nicht diejenigen, die daran verdienen. Es trifft die Menschen vor Ort: die Familien, die dort wohnen, die kleinen Waldbesitzer, die Gastwirte, die Betreiber von Pensionen und Ferienwohnungen, die Wanderer, Naturfreunde und Bürger, die ihre Heimat nicht als Industriefläche wiedererkennen wollen.
Die entscheidenden Fragen lauten: Wer profitiert? Wer verliert? Wer haftet? Und wer bleibt am Ende auf den Schäden sitzen?
Denn Tambach-Dietharz, Georgenthal, Friedrichroda, Ohrdruf und die umliegenden Orte leben nicht von Betonfundamenten und Rotorblättern. Sie leben von Wald, Ruhe, Ausblicken, Wanderwegen, Quellen, Gastlichkeit und Erholung.
Besonders schwer wiegt: Die geplanten Anlagen sollen teils nur wenige hundert Meter vom Rennsteig entfernt entstehen – also nahe an einem der bekanntesten Wanderwege Thüringens und einem touristischen Aushängeschild unserer Heimat. Auch die Thüringer Allgemeine berichtet von 15 geplanten Mega-Anlagen nahe am Rennsteig; eine Bürgerinitiative verweist auf Anlagenabstände von teils nur 250, 300 beziehungsweise 370 Metern zum Rennsteig.
Hinzu kommt die schiere Dimension dieser Anlagen. Hier ist nicht von kleinen Windrädern die Rede, sondern von Mega-Anlagen mit rund 265 Metern Höhe. Auf den exponierten Höhenlagen des Thüringer Waldes wirken solche Bauwerke nicht wie irgendein technisches Detail am Horizont. Sie dominieren die Landschaft weithin sichtbar. Durch ihre Höhe und Lage können sie optisch sogar markante Höhenpunkte der Region wie den Großen Inselsberg überragen beziehungsweise in den Hintergrund drängen. Wer solche Anlagen nahe dem Rennsteig errichtet, verändert nicht nur einen einzelnen Waldabschnitt. Er verändert die Silhouette des Thüringer Waldes.
Wer ausgerechnet dort riesige Windindustrieanlagen in die Landschaft setzt, greift nicht nur in den Wald ein. Er beschädigt das Bild einer ganzen Region. Niemand wandert auf den Rennsteig, um zwischen blinkenden Rotoren, Schlagschatten und Industrieanlagen Erholung zu suchen.
Wer diese Landschaft mit Windindustrie überzieht, gefährdet nicht nur Natur, sondern auch Pensionen, Ferienwohnungen, Gaststätten, Kur- und Erholungsorte. Niemand kann heute seriös beziffern, welcher Schaden entsteht, wenn Gäste wegbleiben, Grundstücke an Wert verlieren, Wanderer andere Regionen wählen und die Menschen ihre Heimat nicht mehr wiedererkennen.
Dazu kommen Schlagschatten, Dauerblinken, Lärm, tieffrequente Geräusche und die Sorgen vieler Bürger vor Infraschall. Diese Sorgen einfach abzubügeln, ist arrogant. Wenn Schlagschatten angeblich kein Problem wäre, bräuchte es keine Grenzwerte, keine Gutachten und keine Abschaltautomatiken.
Auch der Abrieb von Rotorblättern gehört endlich offen auf den Tisch. Beim Mikroplastik hat man viel zu lange weggesehen. Heute findet man kleinste Kunststoffpartikel fast überall. Genau diesen Fehler dürfen wir beim Abrieb riesiger Rotorblätter nicht wiederholen.
Was sich über Jahre und Jahrzehnte von diesen Anlagen löst, verschwindet nicht einfach. Es kann über Luft, Regen, Böden, Gewässer und Nahrungsketten weitergetragen werden – und am Ende dort landen, wo es niemand haben will: in der Natur, in Tieren, in Lebensmitteln und möglicherweise auch im menschlichen Körper.
Welche Kunststoffe, Fasern, Harze oder Zusatzstoffe werden freigesetzt? Wie verhalten sie sich langfristig? Wer misst das dauerhaft? Und wer haftet, wenn sich später herausstellt, dass wieder einmal viel zu sorglos gehandelt wurde?
Die Wahrheit ist: Die Gewinne werden privatisiert, die Risiken und Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt. Die einen verdienen an Pacht, Förderung und garantierten Einnahmen – die anderen leben mit Lärm, Schlagschatten, zerstörtem Landschaftsbild, Wertverlust und dauerhaften Eingriffen in ihre Heimat.
Dazu kommt: Windkraft ist kein freier Markt, sondern ein hochsubventioniertes Geschäftsmodell. Früher zahlten die Bürger die Förderung offen über die EEG-Umlage auf der Stromrechnung. Heute ist diese Umlage zwar formal abgeschafft, aber die Kosten sind nicht verschwunden. Sie werden nun über den Bundeshaushalt finanziert – also wieder vom Bürger, nur auf anderem Weg.
Am Ende zahlt der normale Bürger mehrfach: als Stromkunde über hohe Energiepreise, Netzentgelte und Folgekosten der Energiewende, als Steuerzahler über den Bundeshaushalt und als Anwohner mit Landschaftsverlust, Schlagschatten, Lärm und Wertverlust.
Das ist der ganze Irrsinn dieses Modells: Ohne staatliche Förderung, politische Sonderregeln und garantierte Einnahmemechanismen gäbe es diesen Windkraftausbau in dieser Größenordnung gar nicht.
Wir als AfD sagen deshalb klar: Wir sind nicht nur gegen Windkraft im Wald. Wir sind gegen diesen rücksichtslosen Windkraftausbau grundsätzlich – egal ob im Wald, auf dem Feld, vor unseren Dörfern oder auf den Höhenzügen unserer Heimat.