05/06/2026
Stellt euch vor, wir sitzen im Kino und warten auf den Zukunftsfilm „Rechenzentrum Katzenfeld“. Die Stadt verspricht einen Blockbuster: Hightech, Jobs, Abwärme fürs Fernwärmenetz. Doch der Hauptdarsteller der Betreiber ist noch nicht einmal gefunden, während das Set schon gebaut wird. Das Drehbuch ist unfertig, aber 17 Hektar Fläche werden versiegelt.
Die Produzenten versprechen Einnahmen, doch ob Gewerbesteuer fließt, ist völlig offen. Der Energiebedarf wirkt wie aus einem Endzeitfilm, und die angebliche Abwärme-Lösung ist so unsicher, dass die Stadtwerke Millionen riskieren müssten, ohne zu wissen, ob sie überhaupt nutzbar ist. Am Ende trägt nicht das Filmstudio die Kosten, sondern die Stadt.
Kurz: Der Trailer glänzt, aber die Story wackelt. Bevor wir im August das Baurecht als „Final Cut“ abnicken, sollten wir prüfen, ob hier wirklich ein Zukunftsfilm entsteht oder ob wir Statisten in einer Produktion sind, deren Nutzen für Gießen unklar bleibt.
Regie: unter anderem diejenigen, die für das Desaster der Kita im Seltersweg verantwortlich sind.