Rosa Luxemburg Stiftung - Migration

Rosa Luxemburg Stiftung - Migration Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um das Thema Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

16/09/2026

Am 16. September 2022 starb die 22-jährige Kurdin Jina Mahsa Amini an den Verletzungen, die ihr in Haft durch die Sittenpolizei zugefügt wurden – angeblich, weil sie ihr Kopftuch nicht „ordnungsgemäß” trug.

Die Wut über ihren Tod mündete in landesweiten Protesten. Tausende Iraner*innen weltweit gingen ebenfalls auf die Straßen. Sie forderten ein Ende der Repression. So entstand die Bewegung „Frauen, Leben, Freiheit - Zan, Zendegi, Azadi”.

Eine Bewegung, die für universelle Menschenrechte, für Würde und Freiheit steht – und die vom iranischen Regime brutal unterdrückt wird.

In den Rufen nach Jin, Jiyan, Azadi, kristallisieren sich Widerstand und Kraft – und der unerschütterliche Kampf der Iraner*innen gegen die Theokratie.

Video: .her⁩

Ella floh 2015 aus dem Iran nach Deutschland – auf der Suche nach Schutz und einem selbstbestimmten Leben als trans Frau...
14/09/2026

Ella floh 2015 aus dem Iran nach Deutschland – auf der Suche nach Schutz und einem selbstbestimmten Leben als trans Frau. Nach ihrer Flucht lebte sie zunächst in Magdeburg und engagierte sich dort im Regenbogen-Café des LSVD. Später zog sie nach Berlin.

Doch auch in Deutschland war sie mit transfeindlicher und rassistischer Gewalt, bürokratischen Hürden und Unsicherheit konfrontiert. Ihr Schutzgesuch musste sie erst auf dem Rechtsweg durchsetzen.

Am 14. September 2021 nahm sich Ella auf dem Alexanderplatz das Leben. Ihr Tod wurde von Wegbegleiter*innen auch als Ausdruck der Verzweiflung über ein diskriminierendes und erniedrigendes System verstanden.

Auch danach hörte die Gewalt nicht auf: Unbefugt aufgenommene Bilder von Ella wurden verbreitet, ihr Grab wurde mehrfach geschändet.

Ellas Geschichte erinnert daran, dass Flucht nicht automatisch Schutz bedeutet. Für queere Geflüchtete können Unterkünfte, Asylverfahren, Behörden und der Alltag selbst zu Orten von Ausgrenzung und Gewalt werden.

Wir erinnern an Ella Nik Bayan.

Am 9. September 2000 schoss der NSU auf Enver Şimşek. Zwei Tage später starb er an seinen Verletzungen. Er war das erste...
09/09/2026

Am 9. September 2000 schoss der NSU auf Enver Şimşek. Zwei Tage später starb er an seinen Verletzungen. Er war das erste bekannte Mordopfer des NSU.

25 Jahre später bleibt die Frage, warum den Betroffenen und Angehörigen so lange nicht zugehört wurde. Die Geschichte des NSU ist auch eine Geschichte von institutionellem Rassismus, falschen Verdächtigungen und ignorierten Stimmen der Angehörigen.

Buchtipp: In „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ erzählen Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık vom Verlust ihrer Väter, ihrem Kampf um Aufklärung und gegen das Vergessen.

Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behör...
02/09/2026

Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behörden nicht vertrauen können?
Darüber spricht Regisseur Faraz Shariat anlässlich des Films .film im neuen ManyPod. Es geht um institutionellen Rassismus, staatliches Wegschauen und die Frage, welche Perspektive für das Funktionieren unseres Rechtssystems unabdingbar ist.

01/09/2026

Wie demokratisch ist ein Rechtsstaat, wenn gerade diejenigen, die am wenigsten geschützt werden, dessen Justiz und Behörden nicht vertrauen können?
Darüber spricht Regisseur anlässlich des Films .film im neuen ManyPod. Es geht um institutionellen Rassismus, staatliches Wegschauen und die Frage, welche Perspektive für das Funktionieren unseres Rechtssystems unabdingbar ist.

31/08/2026

“Unsere Protagonistin ist eine Figur, die alles andere sein will als ein Opfer.“

Bei der Berliner Premiere von .film haben wir mit über rechte Gewalt und Rassismus in Behörden gesprochen – und darüber, wie wichtig es ist, uns dagegen zu wehren.

In dem Justizthriller geht es um die Frage, wie wir Widerstand konkret umsetzen und einfordern können – und um die große Kraft, die darin liegt, uns zu verbünden.

Jetzt im Kino!

Vor 25 Jahren, am 29. August 2001, ermordete der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ Habil Kılıç in seinem Fr...
28/08/2026

Vor 25 Jahren, am 29. August 2001, ermordete der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ Habil Kılıç in seinem Frischwarenladen in München-Ramersdorf. Er war 38 Jahre alt und das vierte Opfer der rassistischen Mordserie des NSU.

Der Mord zerstörte das Leben seiner Familie. Doch statt sie zu unterstützen und einem möglichen rechten Tatmotiv nachzugehen, richteten die Ermittlungsbehörden ihren Verdacht gegen Habil Kılıç, seine Angehörigen und sein Umfeld. Die Familie wurde mit Gerüchten und Unterstellungen konfrontiert. Sie verlor ihren Ehemann und Vater und darüber hinaus ihren Laden, ihre Wohnung, ihre finanzielle Lebensgrundlage und ihr nachbarschaftliches Umfeld.

Erst 2011 wurde öffentlich, dass der NSU hinter dem Mord stand. Der NSU-Komplex zeigt, wie rechter Terror durch rassistisch geprägte Ermittlungen verkannt und seine Aufklärung behindert wurde. Die Perspektiven der Betroffenen wurden über Jahre ignoriert - ihre Stimmen müssen im Zentrum der Erinnerung und Aufarbeitung stehen.

27/08/2026

„Das größte Terrorismusproblem in diesem Land ist und war immer der rechte Terrorismus.“
Bei der Berliner Premiere von .film haben wir mit über rechte Gewalt in Deutschland gesprochen. Mehr als 200 Menschen wurden seit 1990 durch rechte Gewalt getötet. Dennoch wurden viele Taten zu „Einzelfällen“ erklärt.
Genau diese strukturelle Gewalt nimmt der Justizthriller „Staatsschutz“ von in den Blick. Ab dem 27. August im Kino.

Mehr als drei Jahrzehnte lang gab es kein würdiges öffentliches Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Duisburg-Wa...
26/08/2026

Mehr als drei Jahrzehnte lang gab es kein würdiges öffentliches Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Duisburg-Wanheimerort. Die Überlebenden und Angehörigen blieben mit ihren Verletzungen, Ängsten und offenen Fragen weitgehend allein.

Erst 2018 brachten Aktivist*innen den Anschlag zurück ins öffentliche Bewusstsein und gründeten die Initiative Duisburg 1984. Die erste Gedenkveranstaltung fand 35 Jahre nach der Tat statt. Seit 2023 erinnert eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus an die sieben Verstorbenen.

Die Täterin wurde als Pyromanin in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Warum sich ihre Brandstiftungen gegen migrantisch bewohnte Häuser richteten, wurde dagegen nicht ausreichend untersucht. Die Initiative Duisburg 1984 fordert deshalb, den möglichen rassistischen Hintergrund und das Versagen der Ermittlungsbehörden aufzuarbeiten.

„Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?“Im August 1973 geben Tausende Arbeiter:innen bei Ford in Köln darauf...
24/08/2026

„Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?“

Im August 1973 geben Tausende Arbeiter:innen bei Ford in Köln darauf eine gemeinsame Antwort: keinen Tag länger. Am 24. August beginnt ein fünftägiger „wilder Streik“. Nicht von der Gewerkschaft ausgerufen, sondern von den Beschäftigten selbst organisiert. Getragen wird er vor allem von migrantischen Arbeiter:innen aus der Türkei.

Rund 12.000 türkische Arbeiter:innen sind damals bei Ford beschäftigt. Viele von ihnen arbeiten am Fließband – für weniger Lohn, unter härteren Bedingungen als ihre deutschen Kollegen – und in einer betrieblichen Hierarchie, die von Rassismus geprägt ist.

Wer sich wehrt, riskiert viel. Für die migrantischen Arbeiter:innen geht es dabei nicht nur um ihren Arbeitsplatz. Eine Kündigung kann auch ihr Aufenthaltsrecht gefährden. Trotzdem legen Tausende gemeinsam die Arbeit nieder.

53 Jahre später mögen die Verhältnisse andere sein – doch die Ungleichheiten sind nicht verschwunden. Migrant:innen arbeiten noch immer überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor, unter unsicheren und körperlich belastenden Bedingungen und mit weniger Möglichkeiten betrieblicher Mitbestimmung.

Die wilden Streiks von 1973 erinnern uns daran: Rechte und bessere Arbeitsbedingungen werden nicht einfach gewährt. Sie werden erkämpft. Und wenn wir heute an die wilden Streiks von 1973 erinnern, heißt das auch, nach ihrer Gegenwart zu fragen: Was können heutige Kämpfe von der migrantischen Selbstorganisierung von damals lernen?

Schaut in der Materialsammlung vorbei: In „Es hat sich gelohnt zu kämpfen“ sprechen Irina Vavitsa (Streik bei Hella 1973), Gerhard Jüttemann (Hungerstreik 1993 im Kalibergwerk Bischofferode) und Zeynep Karlidag (Arbeitskampf der Riders beim Lieferdienst Gorillas 2021) von der Erfahrung der Solidarität. In unserer Manypod-Folge #21 spricht Massimo Perinelli mit Mesut Bayraktar, Autor des 15minütigen Hörspiels „Wenn der Damm bricht“ über den Ford-Streik von August 1973 – und warum dieser, trotz seiner Niederlage, heute eine stolze Erzählung von Solidarität und Selbstbewusstsein migrantischer Eltern und Großeltern darstellt.

Adresse

Franz-Mehring-Platz 1
Friedrichshain
10243

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