26/07/2020
Seit einer Woche ist mal wieder richtig Ramba-Zamba im Rheinland, wo sich Hausbesitzer*innen - mitten im Jahr 2020 - mit drohender Enteignung und der Zerstörung ihrer Heimat für die Profite von und eine zweifelhafte Energiepolitik konfrontiert sehen.
Aber wir in haben doch wohl nichts mit derlei Vertreibungen und Heimatzerstörung zu tun, oder? Leider doch. Und die Menschen, deren Vertreibung wir mitverantworten, kommen nicht in den "Genuss" des ordnungsgemäßen, schrittweisen Gang unseres deutschen Rechtssystems bei ihrer Vertreibung, wie die Menschen im Rheinland.
Etwa 70 % des Stroms und der Wärme, die die erzeugen, wird mittels Verbrennung von Steinkohle in sog. Wirbelschichtkesseln erzeugt, schätzungsweise mind. 160.000 Tonnen werden davon pro Jahr verfeuert.
Diese Kohle wird ausschliesslich aus Russland importiert. Russische Steinkohle kommt in der Regel aus der Kuzbass-Region, wo sie in gigantischen, offenen Tagebauen mit Sprengungen freigelegt und abgebaut wird.
Die dort angestammt lebende indigene Bevölkerung wird im Zuge dessen quasi rechtlos vertrieben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) weist seit Jahren auf die |en, die und die daraus resultierende Vernichtung der Kultur der hin, die somit vor dem Aussterben steht.
Dies sieht dann so aus: https://www.youtube.com/watch?t=7m13s&v=eO5fzpag0QI
Wir in Flensburg geben uns gerne betont weltoffen, humanistisch-asylfreundlich und bunt - und bessern gleichzeitig mit Profiten, die u.a. mit dieser Steinkohle erzielt werden, unseren Haushalt auf. Wir machen uns so - zumindest indirekt - an Flucht und Vertreibung mitschuldig.
Unter anderem auf solche Missstände wollte die Besetzung der Stadtwerke (https://twitter.com/kohle_kapern) im letzten Jahr aufmerksam machen.
Ab 2023 wird Kohle zugunsten von Erdgas "nur" noch 20% der Energiegewinnung der ausmachen. Warum so lediglich der "Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben" wird, erklären wir ein anderes Mal.
Im Tagebau Garzweiler II rückt RWE vor. AktivistInnen protestieren gegen den Abriss der Landstraße, die das Dorf Keyenberg von der Kohlegrube trennt.