03/01/2015
Frohes neues Jahr und mit viel zusammen Arbeit und Spaß. Wir würden uns sehr freuen uns zu Unterstützung mit gefällt mir
Euskirchen – Er sorgt nicht nur für die Verständigung unter den im Kreis Euskirchen vertretenen Kulturen, sondern bringt auch Generationen zusammen: der Euskirchener Friedenstag, der zum dritten Mal am Sonntag, 11. März, von 11 bis 18 Uhr, bei freiem Eintritt in der Jahnhalle stattfindet. Organisiert wird er federführend von den beiden Kreisstädterinnen Nevin Sezgin und Hasibe Bayar, die das Programm nun im Euskirchener Rotkreuz-Zentrum vorstellten. Unter-stützt werden die beiden engagierten Frauen vom Roten Kreuz im Kreis Euskirchen, vom Jugendmigrationsdienst und vom Kreisjugendamt.
„Ich rechne wieder mit 3000 Gästen, wie beim ersten Friedenstag 2009“, freut sich Nevin Sezgin schon viele Besucher. Bei der zweiten Veranstaltung im Jahr 2010 waren es nicht ganz so viele, allerdings ging zeitgleich das Stadtfest über die Bühne, zudem hielt der damals erste heiße Tag des Jahres viele Leute von einem Besuch in der Jahnhalle fern. Den Bürgerkrieg im Gaza-Streifen hatten die beiden Frauen 2009 zum Anlass genommen, praktisch aus dem Stegreif, mit nur vierwöchiger Vorbereitungszeit, den ersten Friedenstag zu veranstalten. Aber auch die Tatsache, dass „man mit Nachbarn anderer Herkunft kaum mehr als ein paar Worte wechselt“, so Nevin Sezgin. Dass gleich die erste Veranstaltung eine solch enorme Resonanz fand, erstaunt alle Beteiligten noch heute.
Den Gästen in diesem Jahr wird wieder ein buntes Bühnenprogramm geboten, das von Folklore und Gesang über Kindertheater, Hip Hop, Rap bis hin zum Auftritt von Kinderliedermacher Uwe Reetz für jeden etwas bereithält. Eine abwechslungsreiche Kinderanimation rundet das kulturelle Geschehen auf der Bühne ab. „Vielfalt ist lecker“, sagte Jugendamtsleiter Erdmann Bierdel schmunzelnd im Hinblick auf die internationalen kulinarischen Genüsse, die nach gewohnter Manier auf einem Riesenbuffet angeboten werden. Den beiden „Macherinnen“ zollte er größten Respekt. „Das ist bürgerschaftliches Engagement, vor dem man sich nur verneigen kann“, so Bierdel. Für ihn mache der Friedenstag vor dem Hintergrund des demografischen Wandels großen Sinn: „Das Zusammenleben der Kulturen ist ein Schlüssel, diesen zu bewältigen.“
„Der Friedenstag passt auch zu unserem Auftrag“, sagte Norbert Weber vom Jugendmigrationsdienst. „Wir sehen jeden Tag, wie bunt unsere Gesellschaft geworden ist. Diese Vielfalt soll auch beim Friedenstag deutlich werden.“
Der Erlös aus dem Essensverkauf kommt, wie in den Jahren zuvor, wieder einem lokalen sowie einem internationalen Hilfsprojekt zugute. Empfänger vor Ort ist diesmal „Mentor – Die Leselernhelfer“, eine ehrenamtliche Initiative im Verein der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Euskirchen unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Uwe Friedl, den Autoren und Verlegern Ralf Kramp und Manfred Lang sowie des Schriftstellers Norbert Scheuer. Die Initiative, die deutschlandweit existiert, wurde im vergangenen Jahr von dem Euskirchener Diakon Karl-Heinz Beck und der ehemaligen Grundschullehrerin Anna Franzmann auch in Euskirchen ins Leben gerufen. Letztere berichtete von den Schwierigkeiten mancher Kinder, denen es von Haus aus an der nötigen Unterstützung im sprachlichen Bereich mangele: „In der Schule ist eine Einzelförderung nicht möglich. Die Kinder geraten immer mehr ins Hintertreffen.“ Ihnen wollen die Leselernhelfer möglichst früh zur Seite stehen. Ziel ist, die Zahl der bislang 19 Freiwilligen zu erhöhen, um möglichst viele Leselernhelfer an die Schulen zu vermitteln, die sich zur einer Zusammenarbeit mit „Mentor“ entschlossen haben.
Das Rote Kreuz Euskirchen stellt erneut seine Ressourcen zur Verfügung und nimmt auch aktiv an der Veranstaltung teil – Türkische Organisatoren wollen die Gemeinsamkeit unterschiedlicher Kulturen stärken – Hälfte des Erlöses kommt der Euskirchener „Tafel“ zu Gute
Euskirchen - Der Euskirchener Friedenstag, bei dem im letzten Jahr allein 3000 Besucher gezählt wurden und der mehr als 5000 Euro an Spendengeldern einbrachte, wird auch in diesem Jahr wieder von den vier türkischen Frauen Nevin Sezgin, Hasibe Bayar, Hatice Simsek, Döndü Simsek und dem einzigen Mann im Organisationsteam, Mehmet Kahraman, ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Er findet statt am Sonntag, 25. April, in der Euskirchener Jahnhalle, Erftstraße 18.
„Wir wollen Frieden für unsere Kinder und sie von der Straße holen“, gibt Nevin Sezgin als einen Grund für die Organisation des „Friedenstags“ an. So hat sie auch schon zusammen mit ihrem Orgateam und dem Kreisreferenten für das Jugendrotkreuz, Simon Jägersküpper, eine Tanz- und eine Theatergruppe gegründet, um den Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Die jungen Leute treffen sich regelmäßig im Euskirchener Rotkreuz - Zentrum, das seine Räumlichkeiten für den tanzenden und schauspielenden türkischen Nachwuchs gerne zur Verfügung stellt.
Mit dem Euskirchener Friedenstag soll „das gemeinsame Leben und das Engagement der unterschiedlichen Kulturen in der Stadt Euskirchen gefordert und gefördert werden“, so Nevin Sezgin weiter. Die Veranstalter, die mit viel Spaß bei der Sache sind, haben denn auch wieder mit Hilfe von vielen Freiwilligen ein großartiges und internationales Programm auf die Beine gestellt. Unterstützt werden sie dabei besonders vom Roten Kreuz Euskirchen. „Damit die Veranstaltung wieder ein voller Erfolg wird, stellen wir erneut unsere Ressourcen zur Verfügung“, berichtet Jägersküpper. Doch nicht nur die Sanitätsbetreuung werden die Rotkreuzler vor Ort leisten, sie wollen sich auch wieder einmal aktiv am Friedenstag beteiligen. Dafür werden sie unter anderem „Karlo Klötzchen“ ins Rennen schicken, das sind ungefähr 10.000 Bauklötzchen, mit denen gespielt werden kann. Des Weiteren kann man gemeinsam mit den Rotkreuzlern eine Riesenpyramide aus Holzstäben basteln, und auch eine Buttonmaschine wird in Stellung gebracht.
„Dunkelcafé“
Mit weiteren Angeboten wie Kinderschminken und traditionellen Tänzen soll an den Erfolg und den Erlös vom letzten Jahr angeknüpft werden. Insgesamt sind gut 20 Auftritte geplant, unter anderem werden Bauchtänzerinnen und ein Männerballett zu sehen sein, die schon im letzten Jahr für Begeisterung sorgten. „Wir wollen auch ein »Dunkelcafé« einrichten“, so Nevin Sezgin zu den zahlreichen Vertretern der Presse. Dort könnten die Besucher dann am eigenen Leib erfahren, wie es ist, blind zu sein. Bei einem Malwettbewerb soll man dann gleichzeitig noch seine Fähigkeiten als blinder Maler unter Beweis stellen können. Auch das Emil-Fischer-Gymnasium wird am „Friedenstag“ wieder mit von der Partie sein. Ehemalige Schüler wollen abwechselnd Gesang und instrumentale Musik zum Besten geben. Ihr Repertoire reicht von den neusten Hits bis hin zu barocker Musik. Ein internationaler Basar soll den Besuchern darüber hinaus die verschiedenen Kulturen näher bringen, und die Kita „Nilpferd“ will mit einem „Fahnentanz der Nationen“ glänzen. Insgesamt sind allein fünf Kindergärten mit dabei, die die gute Sache mit zahlreichen Auftritten unterstützen wollen.
Der Erlös des „Friedenstages“ geht zur Hälfte an „Die Tafel“, die sich schon seit zehn Jahren in Euskirchen engagiert. Zwei Mal pro Woche geben sie Lebensmittel an Bedürftige weiter. Versorgt werden insgesamt gut 600 bis 700 Personen, berichtete die „Tafel“-Chefin Heidemarie Purwin-Görgen. Allein 2009 habe man insgesamt 26.000 Mal geholfen. Die andere Hälfte der Spenden fließt in ein aktuelles, internationales Hilfsprojekt, welches kurzfristig ausgewählt wird. Für die Vermittlung dieser Spende ist das Rote Kreuz Euskirchen zuständig.
„Trotz der vielen Spenden und des großen Engagements der zahlreichen Einrichtungen sind wir aber noch auf weitere Unterstützung durch Geld- und Sachspenden angewiesen“, sagt Hasibe Bayar, Mitorganisatorin des Euskirchener Friedenstags. Geplant ist nämlich auch wieder eine große Tombola.
Die türkischen Organisatoren des „Friedenstages“ verstehen sich weder als Gemeinde noch als Verein. „Wir haben uns einfach nur die Frage gestellt, ob es irgendwo auf der Welt einen Ort gibt, wo Frieden herrscht“, sagt Nevin Sezgin. Die Antwort sei ein „Nein“ gewesen. Einen friedlichen Ort müsse man selbst erschaffen. Und dies genau sei die Intention des multikulturellen Friedensfestes in Euskirchen.
Euskirchen (pp). Multikulti in Reinform erlebten die Besucher des 3. Friedenstages in der Euskirchener Jahnhalle. Dafür sorgten die im Kreis Euskirchen lebenden Türken, Albaner, Afrikaner und Einheimische mit einem kunterbunten Potpourri an Tänzen, Liedern und kulinarischen Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern.
Da wechselten sich auf der Bühne die türkischen Rapper und HipHopper Sikret und Intikam mit der klassischen Sopranistin Bernice Ehrlich und die albanische Folkloregruppe des Jugendmigrationsdienstes mit einem Euskirchener Männerballett ab. Zu den jüngsten Teilnehmern gehörten die Kinder der Euskirchener Kindertagesstätten "Nilpferd" und der Südstadt, während die ältere Generation durch die Seniorentanzgruppe des Ökumenischen Seniorenklubs Euskirchen auf der Bühne vertreten war. Das Rote Kreuz, aber auch der Jugendmigrationsdienst und die Euskirchener Logopäden Uwe Fischer und Claudia Wittenburg unterstützten die Veranstaltung.
Dementsprechend bunt gemischt ging es auch in den Zuschauerrängen zu. Nicht nur vielsprachig, sondern auch altersmäßig breit vertreten war das Publikum, das so zahlreich in die Jahnhalle strömte, dass Nevin Sezgin im Interview mit Radio Euskirchen-Chefredakteur Norbert Jeub, der sich als Moderator zur Verfügung gestellt hatte, begeistert kundtat: "Wir haben einen neuen Rekord aufgestellt."
Denn schon der erste von ihr und einigen türkischen Freundinnen ins Leben gerufene Friedenstag vor drei Jahren hatte an die 3000 Besucher. In diesem Jahr dürften es noch mehr gewesen sein. "Schon eine halbe Stunde vor Beginn kamen die ersten Besucher und fragten, ob sie denn schon in die Halle dürfen", berichtete Nevin Sezgin. Sie durften. Vom Vormittag bis in den frühen Abend zogen sich die Darbietungen, wobei der Abschluss ganz klar der Jugend vorbehalten war. Denn nicht nur Sikret und Intikam gehören laut Nevin Sezgin zu den Stars der deutsch-türkischen Rapperszene, sondern auch D-Ren und die albanisch-deutsch-türkische Gruppe EDS trafen mit ihren Liedern den Nerv ihrer jungen Zuhörer.
Zuvor zeigten die in Euskirchen lebenden türkischstämmigen Jugendlichen, dass ihnen aber durchaus auch die Folklore aus dem Heimatland am Herzen liegt. Die Tanzgruppen von Dostluk-Baris unter der Leitung von Osman Yildiz sind mittlerweile auch weit über die Grenzen der Kreisstadt hinaus Aushängeschild europäischer Folklore: Nach dem dritten Platz bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren hofft Dostluk-Baris am 27. Mai in Ludwigshafen auf den EM-Sieg.
Enormen Zulauf hatte auch das internationale Büfett. "Obwohl wir Essen für 3000 Gäste vorbereitet hatten, war vieles schon nach kurzer Zeit ausverkauft", freute sich Organisatorin Sezgin. Offenbar blieb bei vielen Friedenstag-Besuchern an diesem Sonntag die Küche kalt. Stattdessen standen afrikanischer Eintopf und türkische Pizza bevorzugt auf dem Speiseplan.
Der Zuspruch freut nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Empfänger des Erlöses aus dem Verkauf von Essen und Getränken. Das sind in diesem Jahr die Euskirchener Initiative "Mentor - Die Leselernhelfer" und das Projekt "77 Cent" für mehr Sicherheit auf Ugandas Straßen. 77 Cent kostet ein Reflektor, der ein ugandisches Kind vor dem Tod im Verkehrschaos vor allem bei Dunkelheit bewahren kann.
„77 Cent“ lautet der Name des anderen Projektes, das das Friedenstag-Team unterstützen wird. 77 Cent – so viel kostet ein Reflektor, der ein ugandisches Kind vor dem Tod im Straßenverkehr bewahren kann. „In Uganda nimmt die Anzahl der Verkehrstoten rapide zu, weil die Infrastruktur in keinem Verhältnis zum sich rasant entwickelnden Verkehr in dem zentralafrikanischen Land steht“, berichtete Rotkreuz-Bereichsleiter Simon Jägersküpper. Ins Leben gerufen wurde die Aktion „77 Cent“ vom Jugendrotkreuz-Landesverband. „Diese Hilfe kommt über das Rote Kreuz ohne Verluste direkt vor Ort an“, versicherte Jägersküpper.