01/03/2020
Mein Kommentar auf das heute veröffentlichten Video der FWE Erharting zum Thema Vergabemodell für Baugrund.
In den letzten 6 Jahren wurde es nicht geschafft, das Baugebiet am alten Fischerbauer Hof, zu erschließen. Jetzt wird sich damit gerühmt, dass das Baulandmodell schon über ein Jahr fertig ist. Tolle Leistung kann ich nur sagen. Erklärt das all den jungen, bauwilligen Erhartinger Bürgerinnen und Bürger, die schon Jahrelang auf Grundstücke warten. Zum Teil sind Sie schon zu Nachbargemeinden abgewandert und haben dort gebaut. Diese Bürger sind weg! Von Ihrem Heimatort, von Ihren Familien, von unseren Vereinen und vom gesellschaftlichen Leben bei uns.
Ein solches Baulandmodell hätte schon vor Jahren kommen müssen. 6 Jahre verschlafen im Baugebiet! Die Preissteigerung für Grundstücke in dieser Zeit könnt Ihr mit keinem noch so guten Baulandmodell der Welt wieder auffangen. Sie liegt bei mindestens 100%. Außerdem, was nützt den Bürgern dieses Modell ohne Baugrund? Die Grundstücke, im immer noch nicht erschlossenen Baugebiet, wollt Ihr dann noch begrenzt verkaufen. Was soll das? Für wem wollt Ihr die Grundstücke zurückhalten? Ich muss doch als Gemeinde meine Kosten für ein solches Gebiet wieder relativ zeitnah erwirtschaften und dafür sorge tragen, dass genügend Baugrund für die Erhartinger Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht.
Den Spekulanten habt Ihr doch schon beim alten Baugebiet am Burgweg Grundstücke verkauft. Ein schon über Jahre stehender Rohbau spricht für sich. Der Bauträger wollte sich hier eine goldene Nase verdienen. Nur zu blöd, dass im vorher schon das Geld ausgegangen ist. Das Ergebnis ist jetzt der seit Jahren stehende Rohbau des ersten Doppelhauses und ein für die Gemeinde nicht mehr zur Verfügung stehender Baugrund für sein zweites Doppelhaus. Das ist ein kluger Umgang mit Baugrund in Erharting.
Ich stehe nach wie vor zu meinem Vorhaben, alt eingesessenen Familien in Erharting, die Möglichkeit zu geben, für Ihr Kind einen Baugrund mit der Auflockerung des Bauzwangs kaufen zu können. Hier habe ich keine Angst vor Spekulanten, diese Menschen kennen wir schon über Jahrzehnte. Außerdem kann man über ein entsprechendes Vertragswerk einer Spekulation entgegenwirken.
Das ist für mich sinnvoller Umgang mit Baugrund und Politik für den Bürger.
Ich glaube auch, dass bei der Ausweisung des neuen Baugebietes handwerkliche Fehler gemacht wurden. Ich vermute, dass entsprechend der Baunutzungsverordnung (BauNVO) die Art der baulichen Nutzung nicht so gewählt wurde, dass man den Bauhof ohne Probleme genehmigt bekommt. Ich werde das, wenn ich gewählt werde, prüfen und gegebenenfalls ändern. Mir ist es lieber den Bauhof für wenig Geld in der Gemeindehalle unter zu bringen, um dann mit den gesparten finanziellen Mitteln andere dringend benötigte Vorhaben für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde umzusetzen zu können.
Ich werde auch darauf schauen, wie oft und von wem Änderungswünsche beim Bebauungsplan eingebracht wurden. Ich kann es mir nicht erklären warum es bei uns so lange dauert bis ein Baugebiet erschließungsreif ist. Es ist aber auch klar, dass viele Änderungen eines fertigen Planes immer wieder Kosten für die Gemeinde (Steuerzahler) verursachen, die eventuell nicht notwendig gewesen wären, wenn man von vornherein weiß, was man will.