Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten

Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten 1946 gegründet durch Überlebenden der faschistischen Haftstätten und Konzentrationslager

Die Ereignisse im Stadtteil Côte-des-Neiges in Montréal erschüttern zutiefst. Den Angehörigen der drei Toten gilt unsere...
23/06/2026

Die Ereignisse im Stadtteil Côte-des-Neiges in Montréal erschüttern zutiefst. Den Angehörigen der drei Toten gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, insbesondere bei Rabbi Michael Mizrachi, der um sein Leben kämpft, sowie bei allen Menschen, die durch diesen Angriff in Angst und Sorge versetzt wurden.

Dass die Tat in unmittelbarer Nähe jüdischer Einrichtungen stattfand, trifft eine Gemeinschaft, die in Kanada bereits seit Jahren immer wieder Ziel antisemitischer Übergriffe war.

Gleichzeitig ist klar: Die Hintergründe der Tat sind noch nicht abschließend geklärt. Erste Hinweise auf ein mögliches Incel‑Motiv werfen ein Schlaglicht auf eine frauenfeindliche Ideologie, die in der Vergangenheit bereits zu schweren Gewalttaten geführt hat. Doch unabhängig davon, welche Motive die Ermittlungen letztlich zutage fördern – der Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten verurteilt Gewalt in jeder Form.

Wir stehen an der Seite aller Menschen, die von Hass, Misogynie oder Antisemitismus bedroht werden. Wir rufen zu Besonnenheit auf und unterstützen die Forderung nach einer schnellen, transparenten Aufklärung.

Erinnerungskultur und demokratische Verantwortung bedeuten für uns, jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten – heute, überall, ohne Ausnahme.

22/06/2026
Heute vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht mit mehr als drei Millionen deutschen Soldaten die Sowjetun...
22/06/2026

Heute vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht mit mehr als drei Millionen deutschen Soldaten die Sowjetunion. Dieser, vom Naziregime lange geplante Angriff wurde unter dem Decknahmen „Operation Barbarossa“ geführt. Schon 1933 wurde die Heeresführung über die Pläne zur „Eroberung neuen Lebensraums im Osten“ informiert und die Hoßbach-Niederschrift von 1937 belegt die Angriffsabsichten.

Hinter diesem Decknahmen standen die Ziele der Eroberung, Ausbeutung und Neuordnung Osteuropas durch einen von Naziideologie, Antisemitismus und Rassismus geprägten Vernichtungskrieg.

Mit diesem Angriff wurde auch die systematische Vernichtung der europäischen Jüdinnen*Juden auf eine neue Stufe gestellt. Einsatztruppen, die der Wehrmacht folgten erschossen in den neu besetzten Gebieten insgesamt ca. 1,5 Millionen Jüdinnen*Juden in zum Teil riesigen Massakern, wie zum Beispiel bei dem Massaker von Babyn Jar oder dem Massaker von Odessa. Historiker sprechen hierbei von der „Shoah durch Kugeln“.

Zu den Opfern dieses Angriffskrieges gehörten aber auch Sinti* und Roma*, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner*innen, die verfolgt, ermordet oder verschleppt und zur Arbeit gezwungen wurden.

Aus den neu besetzten Gebieten der Sowjetunion wurden neben den Kriegsgefangenen ca. 2,5 Millionen Menschen nach Deutschland verschleppt und hier zur Arbeit gezwungen. Zwangsarbeiter*innen aus diesen Gebieten mussten nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Landwirtschaft und anderen Bereichen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten.

Bis zu 27 Millionen Menschen kamen alleine auf dem Gebiet der Sowjetunion ums Leben.

17/06/2026

Wir gedenken Klaus-Peter Kühn, der in der Nacht zum 17.6.2012 in Suhl (Thüringen) verstarb, nachdem er von drei Tätern aus sozialdarwinistischen Motiven zu Tode gequält wird.

[[TW: Gewalt, Tod]]

Zwischen dem 16. und 17.07.2012 dringen die Täter mehrfach in Klaus-Peter Kühns Wohnung ein. Sie fordern Geld, schlagen Klaus-Peter Kühn und beginnen schließlich, ihn über Stunden zu foltern. Er wird erst mehrere Tage später gefunden.

Die Richterin macht während der Urteilsverkündung deutlich, dass die Täter Klaus-Peter Kühn nicht mehr als Mensch betrachtet haben. In einem späteren Interview benennt sie Sozialdarwinismus als Motiv. Dennoch ist Kühn bis heute nicht als Todesopfer rechter Gewalt von staatlichen Stellen anerkannt.

Zivilgesellschaftliche Akteur*innen und antifaschistische Gruppen haben über die Jahre immer wieder Gedenkveranstaltungen zur Ermordung Klaus-Peter Kühns durchgeführt und klar gemacht, warum sie von einer sozialdarwinistischen Tat ausgehen. Sie haben damit, auch gemeinsam mit ezra, das Gedenken an Klaus-Peter Kühn aufrecht erhalten.

Der im Juni 2026 veröffentlichte Abschlussbericht der Forschungsgruppe um Christoph Kopke und Susanne Willems „Todesfälle mutmaßlich rechter Gewalt in Thüringen seit 1990“ stärkt die zivilgesellschaftliche Perspektive: Die Forscher*innen empfehlen die Anerkennung von 9 weiteren Todesopfern rechter Gewalt im Freistaat (zusätzlich zu dem einzigen staatlich anerkannten Todesopfer Karl-Sidon). Auch Klaus-Peter Kühn soll nach dem Gutachten als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt werden. Verantwortlich dafür wären das Innenministerium bzw. das LKA.

Das Gutachten wurde vor der Veröffentlichung durch die Auftraggeber*innen des Freistaats massiv geschwärzt - auch die Namen der Opfer und öffentliche Quellen sind nicht mehr nachvollziehbar. Ein würdiges Gedenken und eine Aufarbeitung werden so erschwert. In den „Thüringer Zuständen 2025“ setzt sich ein Text intensiver mit der wichtigen Rolle der Zivilgesellschaft im Kampf um die Anerkennung Todesopfer rechter Gewalt auseinander.

Sagt seinen Namen: Klaus Peter Kühn.

12/06/2026

Save the Date: Die „Thüringer Zustände 2025“ erscheinen am 16.06.2026! 👀

Sie zeigen eine klare Entwicklung: Rechtsextreme Positionen sind 2025 sichtbarer, sagbarer und alltäglicher geworden. Der bereits im Vorjahr beobachtete Rechtsruck – insbesondere unter Jugendlichen – hat sich fortgesetzt.

Woran wir dies feststellen und welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen, erfahrt ihr am 16.06. Seid gespannt!

👉Mit 12 Beiträgen liefern wir Analysen rund um das Jahr 2025 in Thüringen in Hinblick auf Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Abwertung, Diskriminierung und Hassgewalt.

❗Ganz klar ist: Demokratische Institutionen und zivilgesellschaftliche Strukturen müssen gegen den gestiegenen Einfluss der extremen Rechten abgesichert werden. Betroffene extrem rechter Abwertung und Gewalt dürfen nicht allein gelassen werden!

Die werden seit 2021 gemeinsam von ezra, MOBIT, IDZ Jena und KomRex - Uni Jena herausgegeben.

🗓️ Ab 16.06.2026 als Print & digital bei den Herausgeber*innen erhältlich.

🔗 Link zur Website: thueringer-zustaende.de und oben im Profil (Bio oder Linktree).

Unser Statement zum Antrag der Fraktionen von CDU, BSW und SPD zur Erinnerungskultur in Thüringen
12/06/2026

Unser Statement zum Antrag der Fraktionen von CDU, BSW und SPD zur Erinnerungskultur in Thüringen

Wir sind auch dieses Jahr wieder zu Gast am Stand von unseren Freund:innen vom .v auf dem großartigen  OpenAir. Kommt ge...
06/06/2026

Wir sind auch dieses Jahr wieder zu Gast am Stand von unseren Freund:innen vom .v auf dem großartigen OpenAir.

Kommt gerne heute noch bei uns vorbei!

Und denkt daran, Samstag ist auf dem Rock am Berg Hemden-Samstag! 🌸🌼💮

Adresse

Eugen-Richter-Str. 45
Erfurt
99085

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