17/09/2026
Ab dem 17. September 1991 kam es in der sächsischen Stadt Hoyerswerda zu schweren rassistischen Ausschreitungen.
Eine Gruppe rechtsextremer Jugendlicher griff am Nachmittag des 17.09.1991 vietnamesische Zigarettenhändler:innen auf dem Lausitzer Platz an. Diese flüchteten vor den Angriffen in die Wohnunterkunft der Vertragsarbeiter:innen aus Vietnam und Mosambik in der Albert-Schweitzer-Straße. Die Wohnunterkunft wurde daraufhin Steinen durch eine Gruppe von Neonazis mit beworfen. Das Eingreifen der Polizei war anfangs sehr zögerlich. Dem, gegen 19:30 eintreffenden EK gelang es die Lage gegen 21:00 Uhr unter Kontrolle zu bringen.
Am Nachmittag des 18.09.1991 versammelte sich erneut eine große Menge gewaltbereiter Menschen an der Wohnunterkunft. Unter den Anfeuerungen durch Anwohner:innen der Albert-Schweitzer-Straße kam es zu pogromartigen Zuständen. Die Bewohner:innen mussten sich in den folgenden Tagen gegen bis zu 500 gewaltbereiten Angreifer:innen, Sympatisant:innen und Gaffer:innen zur Wehr setzen. Erst am 20.09.1991 sperrte die Polizei die Umgebung des Wohnheims ab. Darauf hin griffen die gewalttätigen Neonazis das Asylbewerberheim, mit ca. 200 Bewohner:innen in der Thomas-Müntzer-Straße mit Steinen, Molotowcocktails und Stahlkugeln an. Die Behörden evakuierten das Gebäude am 23.09.1991 und schafften die Bewohner:innen mit Bussen, welche von auch attackiert wurden aus der Stadt. Die Evakuierung der Bewohner:innen der Asylunterkunft glich einer Kapitulation vor den Rechtsextremen.
Die Neonazis feierten, dass Hoyerswerda „ausländerfrei“ sei.
Bei diesem Pogrom wurden 32 Menschen verletzt.
19 der rechtsextremen Gewalttäter wurden ab dem 11.10.1991 vor Gericht gestellt. Die jugendlichen Täter wurden zu gemeinnütziger Arbeit und die erwachsenen Täter zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Der Pogrom von Hoyerswerda stand am Beginn einer Serie von rechtsextremen Gewalttaten in den 1990er Jahren, wie dem Pogrom von Rostock Lichtenhagen im August 1992, dem Brandanschlag in Mölln im November 1992 oder dem Brandanschlag von Solingen im Mai 1993.