Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Beratung politisch Verfolgter der SBZ / DDR im Bereich der Rehabilitierung, psychosoziale Betreuung und politische Bildung Jahr nach 1989 vielfach gefragt.

Der Thüringer Landesbeauftragte (ThLA) ist eine Einrichtung beim Thüringer Landtag. Er unterstützt den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), der gemäß Stasi-Unterlagengesetz (StUG) die Unterlagen verwaltet und den Zugang gewährt. Ein gesetzlicher Schwerpunkt ist die Beratung der politisch Verfolgten im Umgang mit der sie belastenden Vergangenheit und die Unterstützung auf dem Wege zu ihrer Rehabilitierung. Am 18.03.1993 beschloss der Landtag das Thüringer Gesetz über den Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (GVBl S. 237) und wählte am 30.09.1993 – auf Vorschlag der Landesregierung – mit offener Stimmabgabe ohne Gegenstimme Jürgen Haschke zum ersten Landesbeauftragten. Die Amtszeit des Landesbeauftragten beträgt fünf Jahre bei Zulässigkeit einer einmaligen Wiederwahl. Ab Oktober 1993 baute er die Behörde der TLStU auf. Am 24.09.1998 wählte der Landtag Jürgen Haschke für weitere fünf Jahre zum Landesbeauftragten. In den Anfangsjahren ging es um Spezialfragen zu den umfangreichen Personalüberprüfungen aller Bereiche des öffentlichen Dienstes, um die vielfältige Aufklärung über die Arbeitsweise der DDR-Staatssicherheit, um diverse Aspekte des von der Volkskammer erlassenen Rehabilitierungsgesetzes und der vom Deutschen Bundestag erlassenen SED-Unrechtsbereinigungsgesetze. Die Bürger, die Beratung oder Unterstützung erwarteten und verlangten, trugen zur Ausrichtung der Behörde maßgeblich mit bei. Ab 1995 informierte die Behörde u.a. über die Staatssicherheit, die SED-Repressionen, das Funktionieren des SED-Staates, das Grenzregime mit Publikationen, Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen. Die Auseinandersetzung mit den Rehabilitierungsfragen der verschiedenen Formen von SED-Unrecht führte im Laufe der Jahre zu differenzierten Zugängen. Stichworte dafür waren u.a.: Doping im DDR-Sport, Zwangsaussiedlung, politische Einweisung in Kinderheime/Jugendwerkhöfe, Opferrente, posttraumatische Belastungsstörungen. Als Träger politischer Bildung wirkte die Behörde mit bei der Entwicklung der dezentralen Aufarbeitungslandschaft: Verbändetreffen, Arbeitsgemeinschaft der Grenzmuseen, öffentlichen Foren, Lehrerweiterbildungen und Schülerprojekten. Nach aus damaliger Sicht letztmaligen Verlängerung der Antragsfristen auf Rehabilitierung nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen bis 2003 drängte der Landesbeauftragte im Januar 2002 den Ministerpräsidenten eine „Beratungsinitiative“ beim Landesbeauftragten zu schaffen, um Betroffene zu beraten und ihnen den Erhalt von Leistungen nach den Rehabilitierungsgesetzen zu ermöglichen. Mit Unterstützung de Thüringer Ministerium Soziales, Familie und Gesundheit und der Stiftung Aufarbeitung arbeitet die Beratungsinitiative bis heute.

2003 wählte der Landtag – wiederum auf Vorschlag der Landesregierung Hildigund Neubert zur Landesbeauftragten. Zu den ersten Dienstaufgaben Hildigund Neuberts zählten der Bundeskongress der Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen mit den Opferverbänden, der 2004 zum zweiten Mal in Thüringen (in Jena) unter dem Titel „Vom Wert der Freiheit“ stattfand, sowie die Beförderung der laufenden Gesetzesinitiativen für eine „Opferrente“ von politischen Inhaftierten des SED-Regimes. Der drohende Abriss der zweiten von einstmals drei Stasi-Untersuchungshaftanstalten auf Thüringer Boden (Erfurt, Andreasstraße) im Jahre 2005 veränderte den Schwerpunkt der Arbeit der Behörde. Da die Stasi-Haft-Orte besonders herausragende Gedenkstätten für ganz unterschiedliche Schicksale in der SED-Diktatur sind, begann die Behörde hier eine „verortete“ politische Bildungsarbeit. Begonnen wurde mit einer Kunstausstellung und Gedenkstättenarbeit unter dem Motto „Einschluss“. Die Zeitzeugenarbeit bekam durch diese Bildungsarbeit am Haftgedenkort deutlichen Aufwind. Eine Ausstellungsetage wurde geschaffen und jährlich erneuert. Zeitzeugeninterviews zu allen DDR-Jahrzehnten entstanden und ausgewählt wurden auf Audio-CDs publiziert. Für Schulklassen wurden Projekttage und Projektwochen entwickelt, bei denen die Jugendlichen zunächst die Hintergründe und die persönlichen Stasi-Akten eines Verfolgtenschicksals kennen lernten, um dem jeweiligen Zeitzeugen dann intensiv und qualifiziert gegenüber treten zu können. Im Jahre 2012 wurde die Gedenkstätte mit der Stiftung Ettersberg als „Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße“ institutionell gesichert.

2009 war auch die dezentrale (nichtschulische) politische Bildungsarbeit durch das 20. Die Behörde beteiligte sich mit einer Open-Air-Ausstellung, die in Kooperation mit dreizehn Stadtverwaltungen thüringenweit viele Besucher erreichte. Mit demselben Konzept wurde 2011 das „Jahr der Mauer“ thematisiert. Die Behörde befasste sich mit der Frage von SED-Unrecht gegenüber Kindern und Jugendlichen, die aus politischen Gründen in Jugendwerkhöfe eingewiesen waren oder in Kinderheimen traumatische Gewalterfahrungen gemacht hatten. Dafür wurde mit Unterstützung der Landesbeauftragten die Heimkinder-Beratungsstelle beim Sozialministerium geschaffen. Die erste bundesweite Fachtagung zu diesem Thema wurde von Thüringen organisiert. Ende 2012 begann der Thüringer Landtag mit der Debatte eines Gesetzesentwurfs, in dem die Breite des realen Tätigkeitsfeldes klarer definiert werden sollte. Am 21. Juni 2013 beschloss der Landtag mit den Stimmen der CDU, der SPD und der GRÜNEN das Gesetz über den Beauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das am 20. Juli 2013 in Kraft trat.

𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝗵𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀 𝗳ü𝗿 𝗞𝘂𝗿𝘇𝗲𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗹𝗼𝘀𝘀𝗲𝗻𝗲 𝗶𝗻 𝗦𝘂𝗵𝗹 𝘂𝗻𝗱 𝗨𝗺𝗴𝗲𝗯𝘂𝗻𝗴Am 𝟭𝟳. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟲, 𝟭𝟳 𝗨𝗵𝗿, zeigt die 𝗩𝗼𝗹𝗸𝘀𝗵𝗼𝗰𝗵𝘀𝗰𝗵𝘂𝗹𝗲...
16/09/2026

𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝗵𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀 𝗳ü𝗿 𝗞𝘂𝗿𝘇𝗲𝗻𝘁𝘀𝗰𝗵𝗹𝗼𝘀𝘀𝗲𝗻𝗲 𝗶𝗻 𝗦𝘂𝗵𝗹 𝘂𝗻𝗱 𝗨𝗺𝗴𝗲𝗯𝘂𝗻𝗴

Am 𝟭𝟳. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟲, 𝟭𝟳 𝗨𝗵𝗿, zeigt die 𝗩𝗼𝗹𝗸𝘀𝗵𝗼𝗰𝗵𝘀𝗰𝗵𝘂𝗹𝗲 „𝗞𝗮𝗿𝗹 𝗠𝘂𝗻𝗱𝘁“ 𝗦𝘂𝗵𝗹 (Meininger Straße 89, 98529 Suhl) im Ratssaal den Dokumentarfilm von Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg „Verlorene Zeit – Gegen das Schweigen“, der sich mit der Kindheit im Heim und der Jugend in Haft in der Zeit der DDR befasst.

Nach dem Film findet ein Gespräch mit dem Filmemacher Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg, Projektkoordinatorin von DENKOrte, über den Film, ihre Arbeit und die Praxis der repressiven DDR-Heimerziehung statt. Zudem laden wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Suhl und Umgebung dazu ein, ihre Erfahrungen im Erziehungssystem der DDR mit uns zu teilen. Ziel ist es, nach Jahrzehnten des Schweigens über die eigene Biografie miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dr. Anke Geier vom ThLA.

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung der VHS Suhl mit dem ThLA und wird gefördert von der Volkshochschule „Karl Mundt“ Suhl über die Richtlinie Politische Bildung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

𝗗𝗲𝗿 𝗘𝗶𝗻𝘁𝗿𝗶𝘁𝘁 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗳𝗿𝗲𝗶. 𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗻𝗼𝘁𝘄𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴.

Link: https://www.vhs-suhl.de/programm/gesellschaft/kurs/Dokumentarfilm-Verlorene-Zeit-Gegen-das-Schweigen-und-Gespraech-zur-repressiv/262A101000

𝗠𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗕𝗮𝗹𝗹𝗼𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁Die Flucht der Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck (Bezirk Gera) am 16. September 197...
16/09/2026

𝗠𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗕𝗮𝗹𝗹𝗼𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁

Die Flucht der Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck (Bezirk Gera) am 16. September 1979 gilt als eine der spektakulärsten und spektakulärsten Aktionen in der Geschichte der innerdeutschen Grenze. Insgesamt flohen acht Personen – vier Erwachsene und vier Kinder – in einem selbstgebauten Heißluftballon über die stark bewachte Grenze nach Bayern.

𝗩𝗼𝗿𝗯𝗲𝗿𝗲𝗶𝘁𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗼𝗻𝘀𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻

Die Elektriker Günter Wetzel und Peter Strelzyk fassten 1978 den Entschluss zur Flucht. Der Weg durch die Luft schien ihnen die einzige Chance zu sein, das stark befestigte Grenzsystem zu überwinden.Drei Anläufe für die Hülle: Der Bau gelang erst beim dritten Versuch. Die ersten Ballonhüllen aus Perlon- und Nylonstoff erwiesen sich als zu undicht oder zu klein. Für den finalen Ballon kauften die Familien über Monate hinweg unter Vorwänden kleineren Mengen verschiedener Stoffe (Synthetik, Regenmantelstoff, Dederon) in Geschäften in Erfurt, Leipzig und Rudolstadt ein, um keinen Verdacht beim Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) zu erwecken.

𝗭𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻𝗻𝗮̈𝗵𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗛𝗲𝗶𝗺𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁: Gunter Wetzels Frau Petra und Peter Strelzyks Frau Doris nähten die Stoffbahnen auf einer einfachen Haushaltsnähmaschine zusammen. Die fertige Hülle hatte ein Volumen von rund 4.200 Kubikmetern und war fast 30 Meter hoch.Brenner und Gondel: Den Gasbrenner konstruierten sie aus Propanflaschen und Rohren selbst. Die Gondel bestand aus einem einfachen Eisenrahmen mit einem Blechboden und Geländerseilen, auf dem kaum Platz für acht Personen war.

𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝘁𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝘀𝘂𝗰𝗵 𝗶𝗺 𝗝𝘂𝗹𝗶 𝟭𝟵𝟳𝟵: Ein erster Fluchtversuch im Juli 1979 scheiterte knapp. Der Ballon landete kurz vor der Grenze im Sperrgebiet; die Familien konnten jedoch unerkannt nach Pößneck zurückkehren.

Da die Stasi den verlassenen Ballon fand und eine Fahndung einleitete, standen die Familien unter extremem Zeitdruck für den Bau eines neuen Ballons.

𝗗𝗶𝗲 𝗙𝗹𝘂𝗰𝗵𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝘁 (𝟭𝟱./𝟭𝟲. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟭𝟵𝟳𝟵)

Ca. 23:00 Uhr (15. Sept.) Die Familien fahren mit dem Auto in ein Waldgebiet bei Oberlemnitz (nahe Bad Lobenstein).

01:30 Uhr (16. Sept.) Die Ballonhülle wird mit einem Ventilator aufgeblasen und der Propanbrenner gezündet. Der Ballon hebt ab.

Fluchtphase Der Ballon steigt auf über 2.000 Meter Höhe. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gefriert das Kondenswasser an der Hülle, und die Gasvorräte gehen zur Neige.

Grenzüberquerung Die Scheinwerfer der DDR-Grenztruppen erfassen den Ballon in der Höhe, doch die Soldaten können das Flugobjekt nicht mehr stoppen.

02:00 Uhr Das Gas ist aufgebraucht. Der Ballon geht im Sinkflug im Waldgebiet nahe Naila (Oberfranken, Bayern) nieder.Ankunft im WestenNach der Landung im Wald wussten die Familien zunächst nicht, ob sie die Grenze tatsächlich überquert hatten. Günter Wetzel und Peter Strelzyk erkundeten die Umgebung und trafen auf eine bayerische Polizeistreife. Auf die Frage, ob sie im Westen seien, erhielten sie die erlösende Bestätigung.

Die Gelungene Flucht sorgte weltweit für Aufsehen und wurde später mehrfach verfilmt (u. a. im Disney-Film Mit dem Wind nach Westen von 1982 und von Michael Bully Herbig im Film Ballon von 2018).

Die Nacht vom 15. auf den 16. September 1979 war nicht nur in fliegerischer Hinsicht außergewöhnlich, sondern löste auch erhebliche Reaktionen auf beiden Seiten der Grenze aus.

𝗗𝗮𝘀 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗲𝗿 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗙𝗹𝘂𝗰𝗵𝘁𝗻𝗮𝗰𝗵𝘁

Das Wetter war der entscheidende Erfolgsfaktor für die Flucht:

Wind: Der Segelflug-Wetterbericht des Bayerischen Rundfunks meldete für die Nacht starken, konstanten Nordwind. Dies war die grundlegende Voraussetzung, um von Thüringen aus in Richtung Bayern getrieben zu werden.

Temperaturen: Während am Boden kühle Herbsttemperaturen herrschten, sank die Temperatur in der Flughöhe von über 2.000 Metern auf bis zu -8 C. Das mitgeführte Kondenswasser gefriert auf der Stoffhülle, was den Ballon schwerer machte.

Sicht: Die Nacht war klar genug für Orientierung und Aufstieg, bot jedoch ausreichend Dunkelheit, um Grenztruppen eine direkte Verfolgung im Luftraum zu erschweren. Die Reaktion der Stasi (Ministerium für Staatssicherheit)

Für das MfS und Erich Mielke war die gelungene Flucht eine massive Blamage und eine Schande für das Grenzsystem.

Sicherheitsanalyse & Ermittlungen: Die Stasi erstellte umgehend detaillierte Untersuchungsberichte („Schlussfolgerungen aus dem schweren Grenzdurchbruch“). Es wurde untersucht, wie zwei Familien monatelang hunderte Quadratmeter Stoff einkaufen konnten, ohne aufzufallen.

Verschärfung der Materialkontrollen: Der Verkauf von Meterware synthetischer Stoffe (wie Dederon, Regenmantelstoff) sowie von Gasflaschen und Brennerteilen wurde in den DDR-Handelsnetzen künftig strenger überwacht und registriert.

Überwachung des Umfeldes & Zersetzungsversuche: Das verbliebene Verwandten- und Bekanntenumfeld der Familien in Pößneck geriet unter intensive Stasi-Beobachtung und Befragungen. Später versuchte die Stasi, durch gezielte Infiltration und Spitzel im Westen (darunter der Einsatz von Inoffiziellen Mitarbeitern) Zwietracht zwischen den geflohenen Familien Strelzyk und Wetzel zu säen.

Befehl an die Grenztruppen: Die Luftraumüberwachung im Grenzgebiet wurde personell und technisch nachgerüstet.

𝗡𝗮𝗰𝗵𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻𝗹𝗮𝗴𝗲 𝗮𝗻 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗺 𝗧𝗮𝗴

Ost-Medien (DDR): In den DDR-Nachrichten (Aktuelle Kamera, Neues Deutschland) wurde das Ereignis wie bei gelungenen Fluchten üblich vollständig verschwiegen, um Nachahmungseffekte zu verhindern.

West-Medien (BRD & International): Ab dem Nachmittag des 16. September berichte die Tagesschau sowie Radio- und Zeitungsstationen weltweit über den „Flucht-Ballon aus Pößneck“. Die Familien wurden über Nacht zu internationalen Medienstars.

Politische Großwetterlage 1979: Weitere Schlagzeilen Mitte September 1979 betrafen den NATO-Doppelbeschluss (der im selben Herbst debattiert wurde), den anhaltenden Kalten Krieg sowie Wirtschaftsdebatten um die Ölkrise von 1979.

Wer Günter Wetzel persönlich über seine Erlebnisse im Ballon berichten hören will, kann dies am 𝟬𝟯.𝟭𝟬.𝟮𝟬𝟮𝟲 𝘂𝗺 𝟭𝟰 𝗨𝗵𝗿 im Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Erfurt auf dem Petersberg.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter: https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/vor-ort-entdecken/veranstaltungen/termin/mit-dem-ballon-in-die-freiheit-thueringen-03-10-2026/

Am Freitagabend eröffnete der Kurator Manfred May zusammen mit vielen anderen die Ausstellung  „Fragile – Die Häutung de...
12/09/2026

Am Freitagabend eröffnete der Kurator Manfred May zusammen mit vielen anderen die Ausstellung „Fragile – Die Häutung der Schlange“ in der Erfurter Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Er sprach über die Autonomie der Poesie als eines der größten Geschenke der Kunst: Kunst bildet nicht nur ab, sondern spricht eigenständig, öffnet Räume und schafft neue Perspektiven.

Fünf Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Österreich, Venezuela, Belarus und der Ukraine setzen sich poetisch mit dem Gebäude, der Freiheit und unserer Gegenwart auseinander.

Damit knüpft die Ausstellung an die Projekte „Einschluss 1–3“ (2005–2007) an, die Kunst in die ehemalige Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit brachten und den verschlossenen Ort für die Menschen öffneten. Zwanzig Jahre später erinnert „Fragile – Die Häutung der Schlange“ daran und steht zugleich eigenständig für eine offene Gedenk- und Bildungsstätte – als Raum für Erinnerung, Kreativität und die Freiheit der Kunst.

Eine unbedingte Empfehlung!

𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝗵𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀Am 𝗗𝗼𝗻𝗻𝗲𝗿𝘀𝘁𝗮𝗴, 𝟭𝟳. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟲, 𝟭𝟳 𝗨𝗵𝗿, zeigt die Volkshochschule „Karl Mundt“ Suhl (Meininger S...
11/09/2026

𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝗵𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀

Am 𝗗𝗼𝗻𝗻𝗲𝗿𝘀𝘁𝗮𝗴, 𝟭𝟳. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟮𝟬𝟮𝟲, 𝟭𝟳 𝗨𝗵𝗿, zeigt die Volkshochschule „Karl Mundt“ Suhl (Meininger Straße 89, 98529 Suhl) im Ratssaal der VHS den Dokumentarfilm von Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg „𝗩𝗲𝗿𝗹𝗼𝗿𝗲𝗻𝗲 𝗭𝗲𝗶𝘁 – 𝗚𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗮𝘀 𝗦𝗰𝗵𝘄𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻“, der sich mit der Kindheit im Heim und der Jugend in Haft in der Zeit der DDR befasst.

Im Film gehen vier Zeitzeugen auf Spurensuche an die Orte ihrer Jugend. Im Durchgangsheim Schmiedefeld, im Jugendwerkhof „Neues Leben“ Wolfersdorf und im Frauengefängnis Hohenleuben waren sie der Willkür des SED-Regimes ausgeliefert, weil sie als „schwer erziehbar“ galten oder in den Westen wollten. Die Zeitzeugen sprechen über Gewalterfahrungen, Isolation und Zwangsarbeit in den Einrichtungen der repressiven DDR-Heimerziehung und im Strafvollzug sowie über die Gründe ihrer Einweisung oder Verhaftung. Jugendliche, die sich nicht ins Normsystem der DDR einfügen wollten oder konnten, sollten mit Zwangsmaßnahmen zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Auch in Thüringen gab es solche Einrichtungen.

Der Dokumentarfilm entstand in Zusammenarbeit mit dem Projekt DENKOrte des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ in Jena. An der 90-minütigen Dokumentation wirkten als Experten der Politologe Christian Sachse sowie der Künstler Manfred May mit, der seit Jahrzehnten Ansprechpartner für ehemalige Heimkinder in Thüringen ist. Nach dem Film findet ein Gespräch mit dem Filmemacher Torsten Eckold und Stefanie Falkenberg, Projektkoordinatorin von DENKOrte, über den Film, ihre Arbeit und die Praxis der repressiven DDR-Heimerziehung statt. Zudem laden wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Suhl und Umgebung dazu ein, ihre Erfahrungen im Erziehungssystem der DDR mit uns zu teilen. Ziel ist es, nach Jahrzehnten des Schweigens über die eigene Biografie miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dr. Anke Geier vom ThLA.

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung der VHS Suhl mit dem ThLA und wird gefördert von der Volkshochschule „Karl Mundt“ Suhl über die Richtlinie Politische Bildung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

𝗗𝗲𝗿 𝗘𝗶𝗻𝘁𝗿𝗶𝘁𝘁 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗳𝗿𝗲𝗶. 𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗻𝗼𝘁𝘄𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴.

𝗞𝗮𝗹𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿𝗯𝗹𝗮𝘁𝘁𝗗𝗮𝘁𝘂𝗺: Sonntag, 10. September 1989𝗢𝗿𝘁: Weimar, Bezirk Erfurt (DDR)𝗘𝗿𝗲𝗶𝗴𝗻𝗶𝘀: Verlesung und Verteilung des „B...
10/09/2026

𝗞𝗮𝗹𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿𝗯𝗹𝗮𝘁𝘁

𝗗𝗮𝘁𝘂𝗺: Sonntag, 10. September 1989

𝗢𝗿𝘁: Weimar, Bezirk Erfurt (DDR)

𝗘𝗿𝗲𝗶𝗴𝗻𝗶𝘀: Verlesung und Verteilung des „Briefes aus Weimar“ zur Erneuerung der Deutsche Gesellschaft e.V.

Wetterlage: Spätsommerlich mild und weitgehend trocken über Thüringen, zeitweise aufgelockerte Bewölkung bei schwachem bis mäßigem Südwestwind.

Temperaturen (Weimar/Erfurt): Höchstwerte um 19 C bis 21 C.

𝗛𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿𝗴𝗿𝘂̈𝗻𝗱𝗲 & 𝗔𝗯𝗹𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝘀 𝗧𝗮𝗴𝗲𝘀
Verfasst von Mitgliedern des Arbeitskreises „Absage an Praxis und Prinzip des Abgrenzungsdenkens“ (u. a. Kirchengemeindemitglieder und Bürgerrechtler in Weimar).

𝗛𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿𝗴𝗿𝘂̈𝗻𝗱𝗲 & 𝗔𝗯𝗹𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝘀 𝗧𝗮𝗴𝗲𝘀
Der Brief forderte radikale gesellschaftliche Reformen: Reisefreiheit, Meinungs- und Pressefreiheit, Zulassung unabhängiger Gruppen sowie Dialog statt staatlicher Ausgrenzung.

𝗦𝘆𝗺𝗯𝗼𝗹𝗶𝗸 & 𝗩𝗲𝗿𝗯𝗿𝗲𝗶𝘁𝘂𝗻𝗴
Verlesen im Anschluss an Gottesdienste in Weimar und über kirchliche Kanäle in ganz Thüringen verteilt; bildete die organisatorische Grundlage für die Vernetzung des kurz zuvor gegründeten Neuen Forums.

𝗛𝗶𝘀𝘁𝗼𝗿𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗣𝗮𝗿𝗮𝗹𝗹𝗲𝗹𝗶𝘁𝗮̈𝘁
Genau am 10. September 1989 öffnete Ungarn um Mitternacht offiziell die Grenze für DDR-Bürger zur Ausreise nach Österreich – ein Tag, der das Ende des SED-Regimes auf zwei Ebenen (Ausreise & Binnenprotest) einläutete.

Der am 10. September 1989 verfasste „Brief aus Weimar“ war eine kritische Weichenstellung der DDR-Opposition. Er richtete sich primär an die Mitglieder und den Vorstand der Ost-CDU, um die SED-Blockpartei aus ihrer Statistenrolle zu lösen und zu Reformen zu bewegen.

Initiiert von den vier CDU-Parteimitgliedern Gottfried Müller, Martina Schwarz, Henryk Lowca und Ralf-Uwe Beck (unter Mitwirkung von Kirchenzeitungs-Redakteuren in Weimar) formulierte das Dokument präzise Reformforderungen für Partei und Staat.

𝗗𝗶𝗲 𝘇𝗲𝗻𝘁𝗿𝗮𝗹𝗲𝗻 𝗞𝗲𝗿𝗻𝗳𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻

𝟭. 𝗘𝗻𝗱𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝗲𝗶𝗻-𝗗𝗲𝗺𝗼𝗸𝗿𝗮𝘁𝗶𝗲 & 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗲 𝗪𝗮𝗵𝗹𝗲𝗻
Gegen den „Demokratischen Zentralismus“: Die strikte Unterordnung unter die Führung der SED wurde abgelehnt. Die Basis sollte innerhalb der Partei wieder echte Mitbestimmungsrechte erhalten. Reform des Wahlsystems: Ausdrückliche Ablehnung der manipulierten Einheitslisten-Wahlen. Die nächsten Volkskammer- und Kommunalwahlen durften „nicht mehr unter den alten Bedingungen“ durchgeführt werden.

𝟮. 𝗢𝗳𝗳𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴 𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗔𝘂𝘀𝗿𝗲𝗶𝘀𝗲𝘄𝗲𝗹𝗹𝗲
Stopp des Aderlasses: Der Brief benannte schonungslos, dass die massenhafte Ausreise über Ungarn und die Prager Botschaft nicht die Ränder, sondern den „Kern der Gesellschaft“ entziehe. Reise- und Besuchserleichterungen: Aufhebung von Visabeschränkungen für ehemals Ausgewanderte und direkte Besuchserlaubnisse für Bürger in den stark abgeschotteten Grenzsperrgebieten.

𝟯. 𝗚𝗿𝘂𝗻𝗱𝗹𝗲𝗴𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁𝘀- 𝘂𝗻𝗱 𝗕𝘂̈𝗿𝗴𝗲𝗿𝗿𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲
Etablierung echter Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit. Aufhebung der pauschalen Abgrenzungspolitik der SED gegenüber dem Westen.

𝟰. 𝗢̈𝗸𝗼𝗻𝗼𝗺𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗧𝗿𝗮𝗻𝘀𝗽𝗮𝗿𝗲𝗻𝘇 & 𝗪𝗶𝗿𝘁𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝘀𝗿𝗲𝗳𝗼𝗿𝗺𝗲𝗻
Schluss mit Schönfärberei: Offenlegung der realen wirtschaftlichen Notlage der DDR ohne prophetische Planerfüllungs-Propaganda. Entbürokratisierung der Planwirtschaft und Förderung von Kreativität und Eigenverantwortung der Arbeiter.

𝗛𝗶𝘀𝘁𝗼𝗿𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗪𝗶𝗿𝗸𝘂𝗻𝗴

Der Brief schlug wie eine Bombe in der Ost-CDU ein. Über das Spiritus-Umdruckverfahren Ormig in Weimar tausendfach vervielfältigt, motivierte er unzählige Parteimitglieder an der Basis zum Protest. Er führte im November 1989 schlussendlich zum Rücktritt des langjährigen, SED-hörigen CDU-Vorsitzenden Gerald Götting und wird als zentraler Katalysator für die „Selbstbefreiung“ der Blockparteien während der Friedlichen Revolution gesehen.

𝗞𝗮𝗹𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿𝗯𝗹𝗮𝘁𝘁: 9. September 1989𝗪𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻𝘁𝗮𝗴: Samstag𝗪𝗲𝘁𝘁𝗲𝗿: (Thüringen/Mitteleuropa): Spätsommerlich mild und trocken. Übe...
09/09/2026

𝗞𝗮𝗹𝗲𝗻𝗱𝗲𝗿𝗯𝗹𝗮𝘁𝘁: 9. September 1989

𝗪𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻𝘁𝗮𝗴: Samstag

𝗪𝗲𝘁𝘁𝗲𝗿: (Thüringen/Mitteleuropa): Spätsommerlich mild und trocken. Über der DDR lag ein Hochdruckgebiet, das für heiteres bis leicht bewölktes Wetter sorgte. Temperaturen: Höchstwerte zwischen 20 °C und 23 °C.

Das "Neue Forum" war die erste flächendeckende und mit Abstand bedeutendste Bürgerbewegung der Friedlichen Revolution in der DDR. Während die Initiative in Berlin entstand, entwickelte sich Thüringen – mit seinen lebendigen kirchlichen Oppositionsnetzwerken in Erfurt, Jena, Weimar und Gera – extrem schnell zu einem der aktivsten Zentren der Bewegung.

𝟭. 𝗚𝗿𝘂̈𝗻𝗱𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗜𝗻𝗶𝘁𝗶𝗮𝗹𝘇𝘂̈𝗻𝗱𝘂𝗻𝗴 (𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟭𝟵𝟴𝟵)

Am 9./10. September 1989 trafen sich 30 Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler (darunter Bärbel Bohley, Jens Reich und Katja Havemann) im grün-heide'schen Haus in Grünheide bei Berlin und verfassten den Gründungsaufruf „Aufbruch 89".

𝗗𝗮𝘀 𝗔𝗻𝗹𝗶𝗲𝗴𝗲𝗻: Das Neue Forum wollte keine Partei sein, sondern eine politische Plattform für den Dialog über Demokratie, Ökologie, Rechtsstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit.

𝗗𝗲𝗿 𝗞𝗲𝗿𝗻-𝗦𝗮𝘁𝘇: „In unserem Land ist die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft offensichtlich gestört.“

𝗗𝗶𝗲 𝗥𝗲𝗮𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗱𝗲𝘀 𝗥𝗲𝗴𝗶𝗺𝗲𝘀: Das DDR-Innenministerium erklärte das Neue Forum am 21. September 1989 für staatsfeindlich und verfassungswidrig. Der Verbotsversuch bewirkte jedoch das exakte Gegenteil: Er wirkte wie eine Beschleunigung.

𝟮. 𝗗𝗶𝗲 𝗢𝗿𝗴𝗮𝗻𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗶𝗻 𝗧𝗵𝘂̈𝗿𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻

Trotz des Verbots und der Gefahr einer Festnahme durch die Stasi organisierten sich Bürger in Thüringen mit beeindruckender Zivilcourage.

𝗗𝗲𝗿 𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝘂̈𝘁𝘇𝘁𝗲 𝗥𝗮𝘂𝗺 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗶𝗿𝗰𝗵𝗲: Da Versammlungen außerhalb staatlicher Kontrolle verboten waren, dienten Kirchen als Treffpunkte. In Erfurt wurde die **Ackerhofkirche** (und später die Kaufmannskirche) zum zentralen Knotenpunkt. In Jena waren es die Stadtkirche St. Michael und das evangelische Gemeindezentrum.

𝗗𝗶𝗲 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗿𝗶𝗳𝘁𝗲𝗻𝗹𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻 (𝗗𝗮𝘀 „𝗘𝗶𝗻𝘁𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻“): Um Flagge zu zeigen, unterschrieben die Menschen den Aufruf „Aufbruch 89“ mit vollem Namen und Adresse. Diese Listen wurden heimlich vervielfältigt und weitergereicht. Innerhalb weniger Wochen unterzeichneten in Thüringen Zehntausende – ein immenses persönliches Risiko, da Unterschriftenlisten von der Stasi konfisziert wurden.

𝗗𝗲𝘇𝗲𝗻𝘁𝗿𝗮𝗹𝗲 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻: In fast jeder thüringischen Stadt bildeten sich Sprecherräte. Bürgerrechtler wie Matthias Sengewald (Erfurt) oder Roland Jahn und Initiativen im Umfeld der Offenen Arbeit (Jena) bauten Informationsnetze auf.

𝟯. 𝗩𝗼𝗺 𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴 𝘇𝘂𝗿 𝗠𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻𝗯𝗲𝘄𝗲𝗴𝘂𝗻𝗴 (𝗢𝗸𝘁𝗼𝗯𝗲𝗿–𝗡𝗼𝘃𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟭𝟵𝟴𝟵)

𝗙𝗹𝘂𝗴𝗯𝗹𝗮̈𝘁𝘁𝗲𝗿 & 𝗜𝗻𝗳𝗼𝗿𝗺𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻
Unterdrucke, Matrizen und Vervielfältigungsgeräte aus Kirchenkellern wurden genutzt, um Informationsblätter herzustellen und Flugblätter in Briefkästen zu werfen.

𝗧𝗿𝗮̈𝗴𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗲𝗺𝗼𝗻𝘀𝘁𝗿𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻
Das Neue Forum organisierte zusammen mit Kirchenvertretern die Montagsdemonstrationen in Erfurt, Jena, Gera, Weimar, Suhl, Nordhausen und Eisenach. Die Sprecher des Neuen Forums traten auf den Kundgebungen auf und forderten Gewaltfreiheit.

𝗭𝘂𝗹𝗮𝘀𝘀𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗺 𝟴. 𝗡𝗼𝘃𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿
Unter dem gewaltigen Druck der Straße musste die geschwächte SED-Führung am 8. November 1989 das Neue Forum schließlich offiziell als Vereinigung anerkennen. |

𝟰. 𝗗𝗶𝗲 𝗠𝗮𝗰𝗵𝘁𝘂̈𝗯𝗲𝗿𝗻𝗮𝗵𝗺𝗲 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗕𝗮𝘀𝗶𝘀 & 𝗥𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗧𝗶𝘀𝗰𝗵

Nach dem Fall der Mauer übernahm das Neue Forum Verantwortung vor Ort:

𝗞𝗼𝗻𝘁𝗿𝗼𝗹𝗹𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝗮𝗰𝗵𝘁: Mitglieder des Neuen Forums saßen in den ab Dezember 1989 gebildeten "Runden Tischen" auf Bezirks- und Kommunalebene in Thüringen.

𝗔𝘂𝗳𝗱𝗲𝗰𝗸𝘂𝗻𝗴 𝘃𝗼𝗻 𝗦𝘁𝗮𝘀𝗶 & 𝗞𝗼𝗿𝗿𝘂𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻: Das Neue Forum trieb die Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltungen (wie am 4. Dezember in Erfurt) maßgeblich mit voran, um die Vernichtung der Akten zu stoppen.

𝗕𝗲𝗱𝗲𝘂𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝘃𝗲𝗿𝗹𝘂𝘀𝘁 𝟭𝟵𝟵𝟬: Mit der Vorbereitung der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990 wandelte sich die politische Landschaft. Das Neue Forum blieb als Bewegung skpeltisch gegenüber dem raschen Beitritt zur BRD und verlor bei den Wahlen gegenüber den West-Parteien (insbesondere der Allianz für Deutschland / CDU) an Einfluss.

𝗗𝗲𝗿 𝗚𝗿𝘂̈𝗻𝗱𝘂𝗻𝗴𝘀𝗮𝘂𝗳𝗿𝘂𝗳 𝗱𝗲𝘀 𝗡𝗲𝘂𝗲𝗻 𝗙𝗼𝗿𝘂𝗺𝘀 𝘃𝗼𝗺 𝟵./𝟭𝟬. 𝗦𝗲𝗽𝘁𝗲𝗺𝗯𝗲𝗿 𝟭𝟵𝟴𝟵 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗧𝗶𝘁𝗲𝗹 „𝗔𝘂𝗳𝗯𝗿𝘂𝗰𝗵 ’𝟴𝟵“ 𝗯𝗲𝗴𝗮𝗻𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗯𝗲𝗿𝘂̈𝗵𝗺𝘁𝗲𝗻 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗮𝗻𝗮𝗹𝘆𝘀𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗗𝗥-𝗚𝗲𝘀𝗲𝗹𝗹𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁:

„In unserem Land ist die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft offensichtlich gestört. Wir erleben eine tiefe Krise, die alle Bereiche des öffentlichen Lebens erfasst hat. Wirtschaft, Staat und Justiz, Kultur, Bildung und Gesundheitswesen stecken in einer Stagnation, die das Vertrauen der Bürger in die Handlungsfähigkeit unserer Institutionen erschüttert.“

𝗗𝗶𝗲 𝗞𝗲𝗿𝗻𝗽𝗮𝘀𝘀𝗮𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗭𝗶𝗲𝗹𝗲 𝗱𝗲𝘀 𝗔𝘂𝗳𝗿𝘂𝗳𝘀 𝘂𝗺𝗳𝗮𝘀𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗳𝗼𝗹𝗴𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗣𝘂𝗻𝗸𝘁𝗲:

𝗙𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗳𝗿𝗲𝗶𝗲𝗻 𝗴𝗲𝘀𝗲𝗹𝗹𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴: Der Aufruf konstatierte, dass wichtige Probleme jahrelang verschwiegen statt gelöst wurden. Die Initiatoren forderten ein umfassendes, von staatlicher Bevormundung freies Gespräch über die Zukunft des Landes: „Wir brauchen in unserem Land eine demokratische Diskussion über die Probleme unserer Gesellschaft, und diese Diskussion muss von allen Schichten geführt werden.“

𝗞𝗹𝗮𝗿𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘂𝗺 𝗖𝗵𝗮𝗿𝗮𝗸𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗕𝗲𝘄𝗲𝗴𝘂𝗻𝗴: Das Neue Forum verstand sich ausdrücklich nicht als Partei, sondern als offene politische Plattform. Es wandte sich an alle Bürger, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen: „Wir rufen dazu auf, gemeinsam über Wege zur Erneuerung nachzudenken und aktiv zu werden.“

𝗕𝗲𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀 𝘇𝘂 𝗗𝗲𝗺𝗼𝗸𝗿𝗮𝘁𝗶𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗥𝗲𝗰𝗵𝘁𝘀𝘀𝘁𝗮𝗮𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁: Gefordert wurden die rechtliche Absicherung bürgerlicher Freiheiten, die Reform des Wahl- und Justizsystems sowie Transparenz in Staat und Wirtschaft.

Unterzeichnet wurde der historische Text von 30 Erstunterzeichnern, darunter bekannten Bürgerrechtlern wie Bärbel Bohley, Jens Reich, Katja Havemann, Sebastian Pflugbeil und Erhard Neubert.

Am Montag, 07.09.2026, trafen sich die Pädagoginnen und Pädagogen der Einrichtungen des Thüringer Geschichtsverbundes im...
08/09/2026

Am Montag, 07.09.2026, trafen sich die Pädagoginnen und Pädagogen der Einrichtungen des Thüringer Geschichtsverbundes im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth. Neben dem Besuch der neuen Dauerausstellung und des Außengeländes stand vor allem der Austausch untereinander im Mittelpunkt.

Mödlareuth wurde im Kalten Krieg zu einem Symbol der deutschen Teilung. Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“. Mitten durch das 50-Einwohner-Dorf verlief die innerdeutsche Grenze. Im Freigelände des Museums sind die originalen Sperranlagen der DDR-Grenze zu sehen. Die etwa 100-Meter lange Betonmauer veranschaulicht eindrücklich die Teilung des Dorfes. Heute ist der Ort ein bedeutender Lern- und Erinnerungsort, der die Geschichte der deutschen Teilung verständlich vermittelt.

Der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur organisiert seit 2018 die Treffen in den Gedenkstätten, Erinnerungsorten, Museen und Archiven der SED-Aufarbeitung, vornehmlich in Thüringen.

https://www.moedlareuth.de/

𝗙𝗶𝗹𝗺𝘃𝗼𝗿𝗳𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗚𝗲𝘀𝗽𝗿𝗮̈𝗰𝗵 – „𝗘𝗹𝘁𝗲𝗿𝗻, 𝗞𝗶𝗻𝗱𝗲𝗿, 𝗦𝘁𝗮𝘀𝗶𝗵𝗮𝗳𝘁“𝗗𝗮𝘁𝘂𝗺: Dienstag, 08.09.2026, 19:00 Uhr𝗢𝗿𝘁: Grenzlandmuseum Ei...
05/09/2026

𝗙𝗶𝗹𝗺𝘃𝗼𝗿𝗳𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗚𝗲𝘀𝗽𝗿𝗮̈𝗰𝗵 – „𝗘𝗹𝘁𝗲𝗿𝗻, 𝗞𝗶𝗻𝗱𝗲𝗿, 𝗦𝘁𝗮𝘀𝗶𝗵𝗮𝗳𝘁“

𝗗𝗮𝘁𝘂𝗺: Dienstag, 08.09.2026, 19:00 Uhr

𝗢𝗿𝘁: Grenzlandmuseum Eichsfeld, Duderstädter Straße 7-9, 37339 Teistungen

Während die Haftbedingungen in den Gefängnissen der DDR-Staatssicherheit in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht wurden, blieben die Folgen der Repression für die Kinder der Inhaftierten lange unbeachtet. Der Dokumentarfilm „Eltern, Kinder, Stasihaft“ rückt erstmals diese zweite Generation in den Fokus und zeigt an vier Familienschicksalen, wie sich Ängste und Traumata der Eltern direkt auf ihre Kinder übertragen haben und bis heute nachwirken.

Um diesem sensiblen und oft verschwiegenen Erbe Raum zu geben, zeigt das Grenzlandmuseum Eichsfeld den bewegenden Film am Dienstag, dem 8. September 2026, um 19:00 Uhr in seiner Bildungsstätte. Nach der Filmvorführung bietet sich dem Publikum die Gelegenheit zum direkten Austausch mit Experten und Zeitzeugen. Als Diskussionspartner stehen der Regisseur und renommierte Filmproduzent Prof. Jürgen Haase sowie Dr. Karl-Heinz Bomberg bereit. Dr. Bomberg, dessen eigenes Familienschicksal im Film porträtiert wird, ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychoanalytiker und bringt daher sowohl seine persönliche Hafterfahrung als auch seine jahrzehntelange therapeutische Praxis ein.

Eine Veranstaltung des Grenzlandmuseum Eichsfeld in Kooperation mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und mit dem Wilhelm Fraenger-Institut.

𝗗𝗶𝗲 𝗧𝗲𝗶𝗹𝗻𝗮𝗵𝗺𝗲 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗙𝗶𝗹𝗺𝘃𝗼𝗿𝗳𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴 𝘀𝗼𝘄𝗶𝗲 𝗱𝗲𝗺 𝗣𝘂𝗯𝗹𝗶𝗸𝘂𝗺𝘀𝗴𝗲𝘀𝗽𝗿𝗮̈𝗰𝗵 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗸𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗳𝗿𝗲𝗶.

08. September 2026 @ 19:00 - 21:30 - Der Dokumentarfilm „Eltern, Kinder, Stasihaft“ von Jürgen Haase und Angela Henkel beleuchtet die langfristigen Folgen der Stasi-Haft für Familien.

05/09/2026

Heute Tag der offenen Tür im Thüringer Landtag. Ministerpräsident Mario Voigt hat uns am Stand besucht und ein Statement zur Aufarbeitung der SED-Diktatur abgegeben.

𝙉𝑬𝙐𝑬𝙎 𝘼𝑵𝙂𝑬𝘽𝑶𝙏 𝙁𝑼̈𝙍 𝘽𝑬𝙏𝑹𝙊𝑭𝙁𝑬𝙉𝑬𝗭𝘄𝗮𝗻𝗴𝘀𝗲𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝘀𝗼𝗴𝗲𝗻𝗮𝗻𝗻𝘁𝗲 𝗧𝗿𝗶𝗽𝗽𝗲𝗿𝗯𝘂𝗿𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗗𝗥  Zwangseinweisungen in geschlossene ...
02/09/2026

𝙉𝑬𝙐𝑬𝙎 𝘼𝑵𝙂𝑬𝘽𝑶𝙏 𝙁𝑼̈𝙍 𝘽𝑬𝙏𝑹𝙊𝑭𝙁𝑬𝙉𝑬

𝗭𝘄𝗮𝗻𝗴𝘀𝗲𝗶𝗻𝘄𝗲𝗶𝘀𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝘀𝗼𝗴𝗲𝗻𝗮𝗻𝗻𝘁𝗲 𝗧𝗿𝗶𝗽𝗽𝗲𝗿𝗯𝘂𝗿𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗗𝗥

Zwangseinweisungen in geschlossene Venerologische Stationen (»Tripperburgen«) der DDR waren staatliches Unrecht. Nicht die betroffenen Frauen hatten Schuld, sondern der SED-Staat. Sind auch Sie betroffen? Dann haben Sie Anspruch auf Wiedergutmachung (Rehabilitierung), was auch bedeuten kann, dass Ihnen Ausgleichsleistungen zustehen.

Der Riebeckstraße 63 e.V. in Leipzig arbeitet die Geschichte der geschlossenen Venerologischen Stationen auf und ist die zentrale Anlaufstelle für betroffene Frauen. Wir bieten regelmäßig Erzählcafés an, bei denen Betroffene und Interessierte sich austauschen, helfen bei Recherchen und schaffen Öffentlichkeit. Wir sind dabei, eine Beratungsstelle und ein Archiv mit Zeitzeuginnen-Interviews aufzubauen.

Wenn Sie betroffen sind, können Sie sich an uns wenden. Wir hören Ihnen zu, unterstützen Sie bei der Einsicht von Akten und vermitteln Ihnen eine juristische Beratung oder ein psychosoziales Angebot. Auch Angehörige von Betroffenen können sich gerne an uns wenden.

𝗞𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁: Annkathrin Richter
𝗔𝗱𝗿𝗲𝘀𝘀𝗲: Riebeckstraße 63 e.V., Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig
𝗘-𝗠𝗮𝗶𝗹: [email protected]
𝗧𝗲𝗹𝗲𝗳𝗼𝗻: +49 17 77 80 59 73

Adresse

Jürgen-Fuchs-Straße 1
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Montag 09:00 - 15:00
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Freitag 09:00 - 13:00

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