08/09/2026
Hier wird noch richtig abjesäwwelt! ✂️
Mut und Kreativität braucht es manchmal nicht nur beim Haarschnitt, sondern auch bei der Namensfindung. Haarklein, Messerscharf, Scherenschnitt, Lockenparade – Friseursalons tragen mitunter ziemlich kreative und wortlautend schöne Namen.
In der Lutherstadt Eisleben allerdings gibt es seit Juli einen, der dürfte ziemlich einzigartig sein: die „Borschtenabsäwelbude“ von Friseurmeister Mario Richter.
Hier kümmern sich drei Mitarbeiterinnen – am Samstag sogar vier – um ordentliches Haupt- und Barthaar der männlichen Kundschaft. Und zwar ohne vorherige Terminvergabe. Denn, so gehört sich das schließlich für einen echten Herrenfriseur: Reinkommen, hinsetzen, abjesäwweln lassen.
Der Name selbst hat übrigens Geschichte. Vor rund 20 Jahren war es ein lieber Stammkunde, der Mario Richter den Namen „Borschtenabsäwelbude“ verpasste. „Den gibt es leider nicht mehr“, erzählt der Inhaber. Der Name aber ist geblieben – und sorgt heute noch für den einen oder anderen Schmunzler.
Ab und an greift auch der Chef selbst noch zur Schere. Aber nur manchmal, wenn es die Zeit zulässt. Und die lässt es eher selten zu.
Denn Mario Richter hat inzwischen alle Hände voll mit der Betreuung seiner Gesellschaft zu tun: Die Friseur- und Kosmetik Charmant GmbH beschäftigt mittlerweile rund 55 Mitarbeitende, 34 davon sind Mitgesellschafter.
Die Entscheidung für den neuen Laden an der Glockenstraße/Ecke Markt ist lange gereift – und war durchaus ein mutiger Schritt. Herausgekommen ist ein stylischer, geschmackvoll eingerichteter Salon, der optisch übrigens auch problemlos als Bar durchgehen könnte.
Auch Bürgermeister Carsten Staub schaute dieser Tage zur Stippvisite vorbei. Im Gepäck, wie es sich für eine Neueröffnung gehört: ein klassischer Blumengruß.
Und natürlich etwas, das es so wohl nur in Eisleben gibt:
📜 Eine „Lizenz zum Borschtenabsäwweln“ – persönlich vom Bürgermeister unterschrieben.
Eine kleine, augenzwinkernde Geste, über die sich Mario Richter und seine Säwwel-Crew sichtlich freuten. Und die, so wurde bereits versichert, ganz bestimmt einen Ehrenplatz an der Wand bekommen wird.
„Irgendwann muss schließlich jeder mal zum Friseur“, konstatierte der Bürgermeister.
Recht hat er.
Also, Männer: Borschten wachsen lassen, Termin sparen und ab in die Bude. Hier wird noch richtig abjesäwwelt!