20/02/2022
Neues vom Roten Montag:
# # Was Unterscheidet gute Immobileineigentümer*innen von bösen Immobiilieneigentümer*innen?
Sie halten Maß bei der Mietsteigerung. Sie achten darauf, dass Wohnen für alle bezahlbar bleibt. Sie wollen niemanden vor die Tür setzen. Sie reparieren nur das Nötigste, um die Kosten nicht auf die Mieter*innen umlegen zu müssen. Sie vermieten statt zu spekulieren.
So oder ähnlich stellen sich viele das wohl vor. Sie stellen sich eine*n moralisch gute*n, am Gemeinwohl orientierte*n Vermieter*in vor, die Ihren Teil zum großen Ganzen beiträgt, indem sie*er Anderen eine Wohnung gibt. Dafür sei es auch nur recht, eine angemessene Gegenleistung - Geld - zu erhalten.
Das halten wir für ziemlichen Unsinn.
Eigentümer*innen von Grundstücken und Immoblilien sind dies nur, weil der Staat das Eigentum als Recht in die Welt gesetzt hat, das er schützt und mit aller Macht verteidigt. Der Zweck des Eigentums ist es, sich zu vermehren, d.h. aus Geld (oder geldwertem Eigentum) mehr Geld zu machen. Gute - ökonomisch kluge - Immobilieneigentümer*innen nutzen ihr Eigentum dafür, um Geld damit zu machen, je mehr, desto besser. Je nachdem, was ihnen hierfür am besten geeignet erscheint, steigern sie die Miete, setzen arme Mieter*innen vor die Tür, um Platz für wohlhabendere Schichten zu machen, modernisieren, um Mieten und Verkaufswert nach oben zu treiben. Sie spekulieren auf Rendite - und die Miete ist Teil dieser Spekulation.
Wer sich als Mieter*in die*den moralisch guten Vermieter*in vorstellt, gibt letztlich nur zu Protokoll, dass sie*er alternativlos darauf angewiesen ist, jemanden zu finden, die*der ihnen Wohnraum zu einem Preis zur Verfügung stellt, den sie*er aus ihrem schmalen Geldbeutel bezahlen kann. Sie*er fordert Gerechtigkeit ein, weil sie*er in diesen elenden Verhältnissen zurechtkommen muss.
Das halten wir für ziemlich schädlich.
Wir wollen keine gerechte Miete, sondern eine Abschaffung des Mietverhältnisses. Abschaffung des Mietverhältnisses heißt Abschaffung des Eigentums.
[Bild von Franz Kalowski unter CC.BY.SA 4.0 auf Wikimedia Commons]