Spd-Dortmund Berghofen

Spd-Dortmund Berghofen SPD Ortsverein Dortmund-Berghofen Drehen wir den Zeiger der Zeit bis zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Es hatte sich als Fehlschlag erwiesen. Als am 30. Am 19.

100 Jahre SPD Berghofen

Wenn wir nachfolgend einen Oberblick über die Gründung und Entwicklung unseres Ortsvereins geben, so kann dieser selbstverständlich nur im Zusammenhang mit der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie gesehen werden. Jahrhunderts zurück, so können wir über die damalige Gesellschaft folgende Feststellungen treffen: Ihre markantesten Kennzeichen waren Wohlstand und Macht au

f der einen und der Kampf um politische Anerkennung und um das einfache Dasein auf der anderen Seite. Die Masse der Arbeitnehmer war durch das 1850 in Preußen eingeführte Dreiklassenwahlrecht von der politischen Mitbestimmung so gut wie ausgeschlossen. Die Arbeitszeit betrug noch täglich 14 bis 16 Stunden, die Löhne garantierten kaum das Überleben. Es gab Frauen‑ und Kinderarbeit im Bergwerk, aber keine arbeitsrechtliche und soziale Sicherheit. Mehr als 50% der Arbeiterkinder starben vor ihrem fünften Lebensjahr. Nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen der unterdrückten und verarmten Arbeiterschaft, solidarisch für die Beseitigung von Rechtlosigkeit und Armut zu kämpfen, kam es schließlich im Jahre 1863 zur Gründung des „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ in Leipzig durch Ferdinand Lassalle. Von Anfang an versuchten die monarchistischen Behörden die Sozialdemokratie nicht aufkommen zu lassen. Die beiden den Sozialdemokraten zu Unrecht angelasteten Attentate auf den Kaiser im Mai und Juni 1878 machte sich der Kanzler Bismarck zunutze, das Sozialistengesetz im Reichstag durchzudrücken. Es ermächtigte die Polizei zur Auflösung der sozialdemokratischen Vereine, zur Ausweisung ihrer Führer und zur Beschlagnahme ihrer Zeitungen und Schriften.

1890 wurde dieses Gesetz zu Fall gebracht. Die Sozialdemokraten hatten in den Jahren der Unterdrückung ihre Solidarität gefunden. Bei den Reichstagswahlen unmittelbar danach entfielen bereits 20% aller Stimmen auf die mit dem neuen Namen "Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)" wiedergegründete Partei. Die Ausbreitung der Industrialisierung und vor allem die Entwicklung des Bergbaus im Ruhrgebiet brachten auch in und um Dortmund der SPD einen enormen Mitgliederzuwachs. Immer mehr Arbeitnehmer erkannten in ihrer Lage die Notwendigkeit, sich einer starken Organisation anzuschließen. Eine Sensation wurde die öffentliche Versammlung 1893 mit dem sozialdemokratischen Parteiredner August Bebel im Müllerschen Saal zu Aplerbeck. Seine als Volksredner und Parlamentarier bekannt gewordene urwüchsige und eindrucksvolle Beredsamkeit hatte nicht nur viele Arbeiter, sondern auch Beamte und Angestellte der um Aplerbeck liegenden Fabriken und Zechen in diese Versammlung kommen lassen. Der 1905 verloren gegangene zweite große Bergarbeiterstreik brachte auch den Stein in unserer Ortschaft ins Rollen und führte zur Gründung der SPD-Filiale Berghofen. Acht Bergleute, von denen uns noch die Namen Brenscheidt, Finn, Kregemeier und Vorschütz bekannt sind, fanden sich zur Gründungsversammlung in der Gaststätte Gockel (Schwerter Wald) ein. Der erste Vorsitzende unseres Ortsvereins wurde Johann Vorschütz. Er war es auch, der als erster Vertreter der SPD im Jahre 1906 in den Gemeinderat einzog. 1912 stellte die SPD schon 3 Gemeindevertreter. Es waren die Genossen Johann Vorschütz, Otto Sprave und August Schübbe. Welche Überzeugung und wie viel Mut in einer Zeit von Dreiklassenwahlrecht und offener Wahl dazu gehörten, sich als Sozialdemokrat zu bekennen und zur Wahl zu stellen, können wir heute nur ahnen. Ein Jahr später, 1913 erreicht die SPD einen Höhepunkt ihrer Entwicklung mit 1 Million Mitgliedern und einer Vielzahl von Mandatsträgern in allen politischen Gremien. Der erste Weltkrieg unterbricht diese Entwicklung. Johann Vorschütz wurde eingezogen und fällt im ersten Kriegsjahr. Sein Amt übernimmt Fritz Schulz bis 1918. Anfang November 1918 gaben Mannschaften der Kriegsflotte das Fanal zum Aufstand gegen Krieg und Kaisertum. Am 9.11.1918 wird die Deutsche Republik ausgerufen und der Kaiser zum Rücktritt gezwungen. Überall im Land überwinden Sozialdemokraten die allgemeine Resignation und versuchen, die ungerechte Vergangenheit durch eine bessere, gerechtere demokratische Zukunft zu ersetzen. Das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen, der achtstündige Normalarbeitstag und Arbeiterschutzbestimmungen sind die ersten großen Erfolge der Novemberrevolution. Im Januar 1919 werden die Wahlen zur Nationalversammlung durchgeführt. Zum ersten Mal dürfen in Deutschland auch Frauen wählen. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird der erste Reichspräsident. Die Weimarer Verfassung machte das Deutsche Reich zur parlamentarischen Demokratie. Bei der ersten Gemeinderatswahl in Berghofen, durchgeführt nach den Grundsätzen der freien, gleichen und geheimen Wahl, gewinnen die Sozialdemokraten mit 11 von 18 Vertretern die absolute Mehrheit. Die Genossin Wilhelmine Kregemeier kam als erste Frau in den Berghofer Gemeinderat. Der Genosse Otto Sprave wurde zum Gemeindevorsteher gewählt. Seitdem, selbstverständlich mit Ausnahme zur Zeit des Nationalsozialismus, hat sozialdemokratische Politik die Entwicklung Berghofens weitestgehend bestimmt. Endlich fanden die Anregungen und Wünsche der Bürger Gehör und konnten, soweit die finanziellen Voraussetzungen dafür vorhanden waren, in die Tat umgesetzt werden. Die Jahre 1919‑1923 der jungen Republik sind bestimmt durch Wirtschaftskrise, Inflation sowie durch Aufstände und Putsche. Der erste gewaltsame Umsturzversuch von rechts war der Kapp‑Putsch vom März 1920. Dieser von politisierten Teilen deutscher Truppen und radikalen Politikern geplante Putsch, scheiterte an der Abwehrkraft (Generalstreik) der organisierten Arbeitnehmerschaft. Die bürgerkriegsähnlichen Kämpfe griffen auch auf Berghofer Gebiet über. Das Freikorps Lichtschlag versuchte am 16.3.1920 von Dortmund über Aplerbeck nach Schwerte zu gelangen. Es wurde jedoch am Aplerbecker Südbahnhof von Arbeiterwehren aus unserem Bezirk gestoppt, über den Westfalendamm zurückgedrängt und tags darauf, in der Nähe des Dortmunder Südbahnhofes, vernichtend geschlagen. Der Vorsitzende Otto Sprave, der bei Kriegsende den Vorsitz des Ortsvereins von Fritz Schulz übernommen hatte, führte die SPD Berghofen sicher durch diese kritischen Jahre. In Berghofen wurden in dieser Zeit die Frauengruppe und Jugendgruppe der SPD gegründet. Ebenfalls fällt in diese Zeit die Gründung der Arbeiterwohlfahrt.

1922 übernimmt Emil Sprave den Vorsitz des Ortsvereins. Inflation und Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen, von der auch Berghofen betroffen war (Zollgrenze, Passkontrolle), hemmen den wirtschaftlichen Aufstieg. Erst die Mark‑Stabilisierung und die Räumung des Ruhrgebietes bringen eine allmählich einsetzende Besserung der wirtschaftlichen Lage und einen neuen Schwung in die politische Arbeit der Gemeinde und des Ortsvereins. Im Jahre 1924 wird Hermann Bethge zum Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt. Schulangelegenheiten, Fürstenabfindung und Arbeitslosigkeit sind in der Folgezeit vieldiskutierte Probleme. Durch die Schließung fast aller Zechen und einiger Fabriken im Landkreis Hörde werden 38 000 Beschäftigte und deren Angehörige in Armut gestürzt. Die Krise konnte, wenn auch nicht für lange Zeit, bald überwunden werden

1928 übernimmt Wilhelm Schäfer den Vorsitz des Ortsvereins. Im Herbst dieses Jahres standen Eingemeindungsfragen zur Debatte. Groß‑Dortmund war die Parole. Die Berghofer Sozialdemokraten lehnten die Eingemeindung ab. Der preußische Landtag beschloss jedoch, trotz aller Proteste vor Ort, am 1.9.1929 die Auflösung des Landkreises Hörde und damit auch die Eingemeindung Berghofens nach Dortmund. Bei den Reichstagswahlen von 1928 erzielte die SPD mit fast 30% der Stimmen ihren größten Wahlerfolg seit dem Jahre 1919. Der Sozialdemokrat Hermann Müller wird Reichskanzler einer großen Koalition (SPD, DDP, Zentrum, BVP und DVP). Der Kurszusammenbruch an der New Yorker Börse im Oktober 1929 führte zur Weltwirtschaftskrise und zu einer bis dahin nicht gekannten Massenarbeitslosigkeit. Wegen sozialpolitischer Kontroversen zwischen den Regierungsparteien kommt es im März 1930 zum vorzeitigen Ende der Regierung Hermann Müller. Im Jahr 1931 ‑ die Krise treibt ihrem Höhepunkt entgegen ‑ übernimmt Walter Pohlmann den Vorsitz des Ortsvereins. Anfang 1932 überschreitet die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland 6 Millionen. Das war der Boden für den Nationalsozialismus. Mitglieder der Hochfinanz unterstützen verstärkt die NSDAP in ihrem demagogischen Kampf gegen die Demokratie. Januar 1933 der Reichspräsident von Hindenburg den NSDAP‑Führer Adolf Hi**er zum Reichskanzler ernannte, war das Ende der ersten deutschen Republik gekommen. Nach dem Ermächtigungsgesetz, dem die Sozialdemokraten als einzige Partei im Reichstag nicht zustimmten (die KPD war nicht mehr zugelassen), hatte die Weimarer Verfassung keine Geltung mehr. Es herrschte nur ein Gesetz: Der Wille eines Adolf Hi**er, der sich an keinerlei moralische und rechtliche Schranken gebunden fühlte. Deutschland erlebte das dunkelste Kapitel seiner Geschichte und trägt Tod und Verderben millionenfach in die Welt. Auch Mitglieder unseres Ortsvereins mussten unter Verfolgung und Haft leiden. Die wertvolle Parteibibliothek des Ortsvereins und unersetzliches Notenmaterial des Volks-Chores wurden auf dem Marktplatz Aplerbeck verbrannt. Der von Hi**er durch den Angriff auf Polen ausgelöste zweite Weltkrieg brachte nach anfänglich "großen Siegen" den völligen Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Deutschland war ein Land von Trümmern geworden. Es waren wieder Sozialdemokraten, die als erste die Initiative ergriffen und versuchten die Folgen des Krieges zu überwinden. Unter heute kaum vorstellbaren Schwierigkeiten schafft das deutsche Volk den Wiederaufbau seiner Städte und Arbeitsstätten sowie den wirtschaftlichen Aufstieg (Wirtschaftswunder). Sobald nach Kriegsende die Parteien wieder zugelassen waren, kam es zur Neugründung der SPD. Ihre Arbeit war zunächst bestimmt durch die katastrophale Ernährungslage, das Flüchtlingsproblem und die Bedrohung der Existenzgrundlage der Bevölkerung an Rhein und Ruhr durch die Demontagen in der Schwerindustrie. Kurt Schumacher, die überragende Persönlichkeit in der Partei, wird 1946 zum Vorsitzenden gewählt. Ziel seiner Politik war und blieb die Einführung eines in Freiheit wiedervereinigten Deutschlands in eine Gemeinschaft freier Staaten Europas. Leidenschaftlich kämpfte er gegen die Teilung Deutschlands. Der Ortsverein Berghofen wird am 2. August 1945 wiedergründet. Zum Vorsitzenden wird Heinrich Schnitzmeier gewählt. Es geht vorerst darum, Trümmer zu beseitigen, Wohnraum zu schaffen und den Schulbetrieb zu organisieren. Eine große Gefahr geht von der geplanten Demontage im Hörder Werk aus. Stürmische Proteste der Arbeitnehmer und zähes Verhandeln des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers Nölting verhindern, dass unser Bezirk in seinen Bemühungen um Wiederaufbau zurückgeworfen wird. Schon Anfang 1946 hat der Ortsverein bereits 290 Mitglieder. Der Genosse Heinrich Sträter wird in diesem Jahr in den Rat der Stadt Dortmund, 1947 in den Landtag und 1953‑57 in den Bundestag gewählt, wo er sich besonders mit Erfolg um die Mitbestimmung und den Wohnungsbau bemüht. Nacheinander übernehmen Ferdinand Schriegel (1951‑53), Willi Gehse bis 1956, Heinrich Hammerschmidt bis 1964 und Helmut Weikart den Vorsitz des Ortsvereins, der im Jubiläumsjahr 1965 bereits 850 Mitglieder hat und zahlreiche Funktionäre hervorbringt. Die Teilung Deutschlands, Wiederaufrüstung (NATO Warschauer Pakt), Mitbestimmung, Bildungspolitik und Grundsatzfragen der SPD stehen in diesen Jahren obenan auf der Tagesordnung des Ortsvereins. Auch die Schulung der jungen Mitglieder hat in dieser Zeit eine ganz besondere Bedeutung. Bei den Kommunalwahlen von 1956 wurde der Genosse Walter Pohlmann im Wahlkreis Berghofen / Aplerbeckermark in den Rat der Stadt Dortmund gewählt. Sein Nachfolger im Rat der Stadt wurde im Jahr 1964 der Genosse Helmut Weikart bis 1970. Berghofer Sozialdemokraten leisten bei der Gestaltung unseres Gemeinwesens gute Arbeit. In Gesprächen und öffentlichen Versammlungen diskutieren sie mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern die kommunalen Probleme und nehmen ihre Anregungen und Wünsche entgegen. Fast alle Probleme konnten bisher erfolgreich für Berghofen gelöst und viele Wünsche verwirklicht werden. Das Umweltbewusstsein und der Stellenwert des Umweltschutzes nehmen in der Bevölkerung ständig zu. Wohnumfeld, Reinhaltung der Luft, sauberes Wasser und Lärmschutz (beim Straßen‑, Schienenbahn‑ und Flugplatzbau) sind deshalb Themen, die im Ortsverein ständig diskutiert werden. Das Godesberger Grundsatzprogramm von November 1959 findet einen großen Rückhalt in der Bevölkerung. Immer mehr Menschen befassen sich mit den sozialdemokratischen Grundforderungen für eine menschenwürdige Gesellschaft. Die Wahlergebnisse belegen eindeutig den Erfolgstrend der SPD. Berghofen wächst ständig weiter und wird eine der beliebtesten Wohngegenden Dortmunds. Die Wahlergebnisse der SPD in Berghofen und Dortmund sind denen in der Bundesrepublik immer ein gutes Stück voraus. In den 60‑er Jahren erreichen die Berghofer Jungsozialisten mit ihrem Arbeitsgemeinschaftsleiter Walter Tebbe einen Höhepunkt ihrer erfolgreichen politischen Arbeit. Die Tätigkeit unserer jungen Parteimitglieder findet auch über den Ortsverein hinaus große Anerkennung. Im Rahmen hervorragender Programme befassen sie sich im Besonderen mit bedeutenden sozial‑, bildungs‑ und außenpolitischen Problemen. Bei der Mitarbeit im Ortsverein und im Vorstand standen sie aktiv und gestaltend in vorderer Reihe. Im Jahre 1969 gelingt der SPD auch auf Bundesebene der große Sprung nach vorn. Gustav Heinemann wird Bundespräsident. W***y Brandt wird Bundeskanzler einer Koalition SPD/FDP. Bedeutende innere Reformen und eine neue den Frieden sichernde Deutschland‑ und Außenpolitik sind Hauptpunkte seiner Regierung. Der Friedensnobelpreis 1971 ist sichtbare internationale Anerkennung der Politik W***y Brandts. Mit ihm erreichte die SPD bei den Bundestagswahlen 1972 rund 46% der Stimmen und wird mit 230 Abgeordneten stärkste Fraktion im Bundestag

Bei den Landtagswahlen von 1970 wurde der Genosse Helmut Weikart im Wahlkreis Dortmund 111 in den Landtag gewählt, dem er bis 1980 angehörte. Oktober 1973 beschließen die Mitglieder des Ortsvereins die Teilung in zwei Ortsvereine, denn nach den neuen Bestimmungen der Partei darf die Mitgliederzahl der Ortsvereine höchstens 500 betragen. Vorsitzender des Ortsvereins I (Berghofer Straße und östlich davon) wird Werner Schäfer, der 1978 von Siegfried Mielicki abgelöst wird. Im Ortsverein II übernimmt Ursula Stüker ab 1977 den Vorsitz von Helmut Weikart. Helmut Ey übernahm für einige Jahre den Vorsitz, seit 1981 war Berndt Schmidt Vorsitzender des Ortsvereins 1. Im Mai1974 übernahm Helmut Schmidt die Kanzlerschaft von W***y Brandt. Auch er gewinnt als Bundeskanzler hohes Ansehen im In‑ und Ausland. Die weltweite Wirtschaftsrezession seit Mitte der 70‑er Jahre und die Spannungen zwischen den Großmächten USA und UdSSR mit dem Beginn eines neuen nuklearen Rüstungswettlaufs stellten in der Bundesrepublik die Regierung Helmut Schmidt vor schwierige innen‑ und außenpolitische Probleme. Im Oktober 1982 bricht die SPD/FDP Koalition auseinander. Auch in der Opposition nimmt die SPD aktiv und gestaltend an der Entwicklung unseres Staates teil. Das Rad der Geschichte darf innenpolitisch wie außenpolitisch nicht zurückgedreht werden. Die Probleme auf den Gebieten Frieden und Sicherheit, Arbeit, Umwelt und soziale Gerechtigkeit müssen neu angepackt und gelöst werden. Die SPD lehnt die Stationierung von Mittelstreckenraketen und Marschflugkörpern auf deutschem Boden ab und macht Vorschläge, die die Stationierung neuer US-Waffensysteme überflüssig machen. In ihren Mitgliederversammlungen und auf Parteitagen befassen sich auch die Berghofer Sozialdemokraten mit diesen Problemen. Mit ihren Anträgen gewinnen sie Einfluss auf die gemeinsame Willensbildung in der SPD. Die Genossin Ursula Stüker gewinnt 1979 über die SPD-Liste einen Sitz im Rat der Stadt Dortmund, dem sie bis 1983 angehörte. Bei den Kommunalwahlen von 1984 wurde die Genossin Bärbel Liebig im Wahlkreis Berghofen / Aplerbeckermark in den Rat der Stadt gewählt.



1989/90 war der Beginn einer Zeitenwende. Die deutsche Einheit kam auf friedlichem Wege zustande. Die DDR-Friedens‑ und Menschenrechtsbewegung nutzte die durch die Glasnost‑Politik Michael Gorbatschows eröffnete Chance zum gewaltfreien Widerstand und entzog dem SED‑Regime die Unterstützung der Bevölkerung. Unvergesslich, als W***y Brandt zu den Berlinern sprach! "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!"

Kurz nachdem die Mauer gefallen war, wurde am 7. Oktober 1989 die SPD der DDR gegründet. Die Gesamtpartei beschloss ein neues Programm, um der neuen Zeit gerecht zu werden das „Berliner Programm", das noch heute gilt. Die Freude nach dem Ende des Kalten Krieges war groß, die Auflösung der Militärpakte NATO und Warschauer Pakt in aller Munde. Doch die Militärs im Westen versuchten nach der Auflösung des Warschauer Vertrages ihre Besitzstände zu wahren. Auch die Rüstungsindustrie wollte weiter kräftig verdienen. Trotzdem gelangen in dieser Zeit bedeutende Fortschritte in der Abrüstung.

1991 aber griffen die USA den Irak an, nachdem dieser Kuwait besetzt hatte, und Präsident Bush sen. verkündete, während die Bombenteppiche fielen, eine "Neue Weltordnung" eigener Art, nämlich die eines "neuen amerikanischen Zeitalters". Auch in Europa unterstützten die USA, aber auch Deutschland, separatistische Bewegungen, die eigene Nationalstaaten in Jugoslawien anstrebten. Diese sog. jugoslawischen "Nachfolgekriege" wurden mit aller Brutalität von Bürgerkriegen geführt. Viele amerikanische und europäische Politiker wollten Serbien angreifen, um dessen unmenschliche Politik zu stoppen. Obwohl die nichtmilitärischen OSZE‑Missionen Erfolge zeigten, wurden die Forderungen an die serbischen Unterhändler in Rambouillet immer weiter erhöht, bis die Verhandlungen platzten. Die OSZE wurde aufgefordert, das Land zu verlassen. Kurz darauf begann der Krieg. Es geschah das Unfassbare: Deutschland und eine Mehrheit unserer Partei unterstützte diesen Krieg! Das Grundgesetz, die UNO‑Charta, das Parteiprogramm und die Reden, dass deutsche Soldaten nie wieder in Staaten Krieg führen dürfen, wo die Wehrmacht gewütet hatte, erwiesen sich als widerrufen. In Dortmund war die SPD, auch unser Ortsverein, gespalten. Musste man nicht gegen den Mörder Milosevic vorgehen? Tausende Genossen traten aus Protest aus. Von den 9 Dortmunder Delegierten auf dem entscheidenden Parteitag stimmten 5 für und 4 gegen den Krieg. Die Parteiführung und starke Kräfte in der Partei sprechen wieder von gerechten Kriegen, von Krieg als Mittel der Politik. Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York fand eine weitere Militarisierung der Außenpolitiken der USA und EU statt. Auch die rot ‑ grüne Bundesregierung rüstet die Bundeswehr nun zum weltweiten Einsatz um. Innerparteilich ist diese Entscheidung wiederum umstritten und führte erneut zu schweren Mitgliederverlusten, auch in Berghofen. Erst als der weltweite Widerstand gegen den aktuellen Irakkrieg immer stärker wurde, sprach sich Bundeskanzler Schröder 2002 gegen eine deutsche Beteiligung aus und scheute auch nicht den Konflikt mit Präsident Bush jun. Die Bundesregierung unterstütze auch die Friedensforschungen zur zivilen Konfliktprävention und -lösung. Es ist notwendiger denn je, die finanzielle und analytische Förderung der nichtkriegerischen Konfliktbearbeitung zu fördern. Im Jahr 2003 wurde die SPD 140 Jahre alt, denn am 23. Mai 1863 hatte Ferdinand Lassalle (1825 ‑ 1864) in Leipzig den ADAV gegründet. Am 15. März 2003 hielt Bundeskanzler Schröder die "Agenda 2010 ‑ Rede". Die Gewerkschaften waren entrüstet, die Bevölkerung gespalten, die Partei in eine "Schockstarre" verfallen. Es war und ist unstreitig, dass wir dringend eine neue Finanzstruktur der sozialen Sicherungssysteme und mehr Einnahmen für die öffentlichen Haushalte brauchten. Doch der spontane Politikwechsel führte die SPD von einer Wahlniederlage in die nächste und in eine Identitätskrise. Sogar NRW ging verloren. Da wurden völlig überraschend Neuwahlen angekündigt, die die rot‑grüne Regierung verlor. Jetzt kommt wohl eine große Koalition. In Berghofen vertrat uns im Berichtszeitraum Bärbel Liebig von 1979 ‑ 1984 in der Bezirksvertretung und von 1984 - 1999 im Rat der Stadt. Ihren Wahlkreis holte Bärbel Liebig stets direkt. Von 1974 ‑ 2000 war Siegfried Mielicki in der Bezirksvertretung und rückte nach dem Tode von Bernd Wilhelm (Schüren) im Jahre 2000 ‑ 2004 in den Rat der Stadt nach. Bärbel Mielicki übernahm den Platz von Siegfried Mielicki in der Bezirksvertretung, in der sie uns heute noch vertritt. Berndt Schmidt vertrat Berghofer Interessen von 1984 bis 1997 in der Bezirksvertretung, davon 7 Jahre als Fraktionssprecher. Das Jahr 2003 war ein historisches für unseren Ortsverein: Die getrennten Ortsvereine I und II fusionierten zu einem Ortsverein. Die alten Fahrensmänner Berndt Schmidt und Siegfried Mielicki hatten dies gut vorbereitet. Am 7. Juli 2003 wählte die Hauptversammlung Holger Schmidt zum Vorsitzenden, Winfried Liebig und Gabriele Mende zu seinen Stellvertretern des neuen Ortsvereins Berghofen. Im Jubiläumsjahr wurden Holger Schmidt und Gabriele Mende wiedergewählt. Die Funktion von Wilfried Liebig, der nicht mehr zur Verfügung stand, übernahm unser Genosse Ewald Schumacher. Das Recht auf Leben ist das grundlegendste Menschenrecht und dagegen verstoßen die, die Kinder und Erwachsene nicht vor dem Verhungern schützen. Ob man die Diktatoren bestraft, wenn man ihre Opfer tötet, darf bezweifelt werden. Ob es uns gut tut in weltweite Ressourcenkriege zu ziehen und wie viele unserer Soldaten dafür sterben sollen ist eine offene Frage, die dringend beantwortet werden muss. Bisher starben bei Auslandseinsätzen über 50 Soldaten, allein in Afghanistan über 20. Die Erfahrungen im Kosovo, in Afghanistan und Irak haben deutlich gemacht, dass man mit Krieg keinen stabilen Frieden schaffen oder gar Terroristen bekämpfen kann. Anders gewendet zeigt die Erfahrung, dass Entwicklungspolitik Prozesse zur Demokratie fördern und dem Terrorismus Boden entziehen kann. In diesem Sinne lasst uns an die Arbeit gehen! Holger Schmidt

Adresse

Am Oldendieck 6
Dortmund
44269 DORTMUND

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Spd-Dortmund Berghofen erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Organisation Kontaktieren

Nachricht an Spd-Dortmund Berghofen senden:

Teilen