25/05/2025
Liebe Freunde, Liebe Gäste,
wir haben ab jetzt auf unbestimmte Zeit für die Öffentlichkeit geschlossen. Schulschwimmen, Vereinsschwimmen, Kurse, Veranstaltungen und Wassergymnastik finden wie gewohnt statt.
Viele fragen sich natürlich, wie diese Situation gekommen ist. Was in den Medien steht, ist zum Teil nicht korrekt. Das was in den Artikeln gestanden hat, haben wir hier noch mal zusammengefasst:
Anfang der 2000er hatte die Stadt kein Geld+Personal, um die Freibäder zu erhalten. Damit diese nicht geschlossen werden mussten, wurde die Sportwelt Dortmund 2004 gegründet. Gesellschafter waren der Kreisverband Schwimmen, die DLRG und die Grüne Schule (Bildungseinrichtung). Mit damals überwiegend ehrenamtlichen Kräften hat die Sportwelt die Freibäder vor der Schließung bewahrt.
2010 folgte der nächste Schließungsplan der Stadt für 4 städtischen Hallenbäder. Diverse Modelle, diese zu retten, mussten verworfen werden. Wieder war es die Sportwelt, die die Hallenbäder durch Übernahme gerettet hat.
Dadurch wurde natürlich Personal gebraucht. Vollzeit-, Teilzeitkräfte und Vereinshelfer haben den Betrieb sichergestellt.
Die Stadt hat die "Filetstücke" Süd-, Nord- und Westbad weiter betrieben.
Im Gegensatz zu den städtischen Beschäftigten, wurden bzw. werden die Sportwelt Mitarbeiter nicht nach Tarif bezahlt.
Das Konstrukt "Sportwelt" hat in den knapp 21 Jahren im städtischen Haushalt locker 100 Millionen EUR eingespart, auf dem Rücken der der Sportweltmitarbeiter. Doch wo ist das Geld hin ?
In den Jahren hat sich in den Bädern aller Betreiber ein großer Sanierungsstau aufgebaut. Da die Gebäude/Grundstücke weiterhin der Stadt gehören, ist die Sportwelt als Betreiber der Bäder sicher nicht für große Sanierungen zuständig. Kleinere Instandsetzungen wurden und werden selbstverständlich gemacht. Man ist ja auch als Mieter einer Wohnung nicht dafür zuständig das Dach des Hauses zu sanieren, auch wenn man es bezahlt bekommt, oder?
Mit der neuen Geschäftsleitung während der Corona Zeit hatte die städtische Verwaltung einen Streit darüber entfacht, was sogar zur Aufkündigung des Betreibervertags geführt hat.
Die Stadt knüpfte an eine Aufhebung der Kündigung im Wesentliche zwei Bedingungen: 1. Neuer Geschäftsführer 2. neuer Gesellschafter SSB (Stadtsportbund), statt Grüne Schule.
Diese Bedingungen wurden erfüllt. Die Euphorie war überall zu spüren, das es wieder weiter ging. Gleich bei der ersten Betriebsversammlung wurde durch einen Politiker der SPD allen rund 65 Mitarbeitern der Sportwelt verkündet, das man ja "Teil der Stadt sei" und so schnell wie möglich alle nach Tarif bezahlt werden sollten.
Doch passiert ist NICHTS. Das Unheil nahm seinen Lauf, als das Freibad Hardenberg in Deusen geschlossen werden musste, da mittlerweile die Schäden durch den Sanierungsstau so gross war.
Da der Geschäftsführer der Sportwelt Anfang 2025 seinen Ausstieg zum 30.06.25 ankündigte und bisher keine Nachfolge geregelt ist, verschlimmerte sich die Situation weiter. Auch die Stadt suchte nach einem neuen Modell, ohne die Sportwelt.
Kommunikation mit der Stadt Fehlanzeige.
Durch die Unsicherheit um das Fortbestehen der Sportwelt veranlasste viele Mitarbeiter, sich einen neuen Job zu suchen.
Fast die Hälfte der Mitarbeiter sind abgewandert.
Die Alternativen zu der Sportwelt wurde durch die Stadt eine Übernahme der Bäder durch die städtischen Sport und Freizeit Betriebe oder des Revierpark Wischlingen (die Stadt Dortmund ist hier 100% Gesellschafter) erwogen. Diese Entscheidung soll am 10.06.2025 auf den Weg gebracht werden.
Für uns Mitarbeiter sind die beiden Lösungen zwar gut, da sofort nach Tarif bezahlt wird, aber die Zeit der Bäder könnte dadurch schneller ablaufen.
Um dies zu verhindern und um den Erhalt der Sportwelt zu kämpfen, könnt ihr uns unterstützen. Am 10.06.2025 ab 15 Uhr vor dem Rathaus mit uns zu demonstrieren oder mit Mails oder Briefen an die Stadt uns zu unterstützen.
Für Prestige Projekte stehen Gelder zur Verfügung, z.B. neues Schauspielhaus 90 Millionen + Planung 6 Millionen, neues Nordbad (das alte soll zum Start der Sommerferien geschlossen werden) 30 Millionen, aber 2 Millionen mehr für die Sportwelt für Personal- und Betriebskosten sind nicht drin ?
Lasst uns zusammen mit der Gewerkschaft Ver.di um den Erhalt der Sportwelt und damit der Bäder kämpfen.
Dieser Artikel spiegelt unsere Meinung und Auffassung wieder.
Bitte teilt den Artikel fleißig :-)
Eurer Team vom HB LüDo