14/09/2026
Der einstige Lustgarten der Sachsen-Merseburger Herzöge ist in den vergangenen Monaten in seinen Grundzügen wiederhergestellt worden. Heute wurde der neu gestaltete Schlossgarten von der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg als „Denkmal des Monats September“ ausgezeichnet. Überreicht wurde die zugehörige Plakette von Claudia Mucha, Geschäftsstellenleiterin der AG Historische Stadtkerne, an Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Enrico Reiche.
Man habe die über Jahre wenig ansehnliche Wiese historisch inspiriert auf ihre alte Anlage zurückgeführt, sei dabei aber nicht in der Vergangenheit stehen geblieben, so der Bürgermeister. Auch wenn die historische Form gewahrt wurde, sei der Schlossgarten auch künftig multifunktional für große Veranstaltungen nutzbar. „Hier treffen Geschichte auf Gegenwart, Ruhe und Verweilqualität auf Aktion und Erleben – der Schlossgarten ist ein historischer Ort, der funktioniert.“
Wohl schon zu Zeiten des Klosters Dobrilugk befanden sich im unmittelbaren Klosterumfeld Nutzgartenanlagen, die heute allerdings nicht mehr genau lokalisiert werden können. Ein Verzeichnis aus dem Jahr 1541, unmittelbar nach der Auflösung des Klosters, führt Gärten auf. Erste Versuche, eine repräsentative Gartenanlage zu gestalten, gab es möglicherweise unter den Herren von Gersdorff, die im 16. und frühen 17. Jahrhundert die Pfandherrschaft Dobrilugk innehatten. Mit der Vollendung des Schlossbaus unter Christian I. von Sachsen-Merseburg entstand schließlich ein auf das Schloss ausgerichteter barocker Lustgarten. Mit dem Aussterben der Sachsen-Merseburger Sekundogenitur verlor dieser seinen ursprünglichen Zweck und wandelte sich zum Nutzgarten mit wechselnden Pächtern. Die spätere Nutzung des Areals durch die Kasernierte Volkspolizei und die Nationale Volksarmee der DDR führte schließlich zum weitgehenden Verlust der historischen Gartenanlage. Dass ihre barocke Form nun wieder sichtbar ist, trägt maßgeblich zur Wirkung des Schlosses bei. Wir gratulieren von Herzen!