23/04/2026
Gestern durfte ich eine Premiere erleben: Zum ersten Mal habe ich mich in einem Radiointerview auch zu bundespolitischen Fragen geäußert. 🎙️
Beim Deutschlandfunk habe ich mit Max Jankowsky (IHK Chemnitz) und Benedict Lang (Jusos Bayern) unter der Leitung von Sina Fröhndrich über die Frage diskutiert: „Schafft Schwarz-Rot den Wandel?“
Bisher war meine Haltung klar: Als Bürgermeisterin konzentriere ich mich auf die Kommunalpolitik und äußere mich auch nicht zur Bundespolitik. Hier kenne ich die Themen, hier kann ich konkret gestalten. Umso bewusster habe ich mich entschieden, diese Anfrage anzunehmen.
Warum?
Weil ich zunehmend wahrnehme, dass sich viele Menschen in der Kommunalpolitik – im Ehrenamt, in Gemeinderäten und Verwaltungen – von der Bundespolitik nicht ausreichend gesehen fühlen.
Die Herausforderungen vor Ort sind groß: Investitionsstau, angespannte Haushalte und immer neue Aufgaben.
Gleichzeitig gerät das ehrenamtliche Engagement unter Druck. Und das betrifft den Kern unserer Demokratie.
Denn Vertrauen in den Staat entsteht vor Ort:
👉 Wenn Schulgebäude zum Lernen einladen
👉 Wenn Infrastruktur verlässlich ist
👉 Wenn Busse fahren und Schwimmbäder geöffnet bleiben
Hier entscheidet sich, wie Menschen Politik und den Staat erleben.
Deshalb braucht es mehr Fokus auf die kommunale Ebene – mit verlässlichen Rahmenbedingungen, nachhaltiger Finanzierung und einem gemeinsamen Verständnis dafür, dass viele Lösungen vor Ort beginnen.
Was ich ebenfalls wahrnehme: Die klassische parteipolitische Trennung spielt auf kommunaler Ebene oft eine geringere Rolle. Stattdessen entsteht parteiübergreifend eher ein Gefühl von „wir hier vor Ort“ und „die da oben“.
Mein Wunsch: mehr Struktur, Planbarkeit und langfristiges Denken auf allen politischen Ebenen. Weniger kurzfristige Reaktionen, mehr abgestimmtes Handeln.
Wie seht ihr das?
Die Diskussion findet ihr hier:
https://www.deutschlandfunk.de/zur-diskussion-100.html