27/05/2025
Rund 30% der Anrufenden bei der Telefonseelsorge Dessau thematisieren ihre Einsamkeit!
Gemeinsam aus der Einsamkeit
Im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ war unsere stellv. Vorsitzende Salome Möhrer-Nolte auf dem Podium der KNE-Konferenz (Kompetenznetz Einsamkeit) in Berlin vertreten. Dort brachte sie eine Perspektive ein, die oft übersehen wird: die stille, anonyme Hilfe, die täglich tausendfach geschieht – über Telefon, Mail und Chat.
„Das Angebot der TelefonSeelsorge ist beim Thema Einsamkeit nicht wegzudenken“, so Salome Möhrer-Nolte.
„Es ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang für Menschen in chronischer und episodischer Einsamkeit, und das flächendeckend in ganz Deutschland, Tag und Nacht. Oft ist dies für Menschen der erste und entscheidende Schritt heraus aus der Einsamkeit, dass sie sich trauen, über ihr schambesetztes Einsamkeitsgefühl zu sprechen und sich in ihrem Schmerz gesehen zu fühlen.“
Sie erzählt von einem Anruf in der Nacht:
„Ein Mann sagte zu mir: 'Ich will einfach, dass Sie mein Weinen aushalten. Meine Verzweiflung. Meine Einsamkeit.' Er wollte keinen Rat – nur, dass jemand bleibt. Dass jemand diese Verzweiflung mit ihm trägt.“
In der Woche gegen Einsamkeit wollen wir sichtbar machen, was oft unsichtbar bleibt:
· Einsamkeit betrifft Menschen – in jeder Lebensphase.
· Darüber zu sprechen, fällt vielen schwer – besonders Männern.
· Einsamkeit ist kein Makel. Sie ist ein Signal – etwas sich genauer anzuschauen oder in Verbindung zu gehen.
Was die TelefonSeelsorge bietet:
· Ein geschützter, anonymer Raum – per Telefon, Mail oder Chat.
· Rund um die Uhr. Ohne Voraussetzungen.
· Ein Gegenüber, das bleibt. Auch in der Verzweiflung.
Danke an das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für den Raum, den sie dieser Thematik geben – und für den Austausch mit anderen Akteur*innen, u. a. aus Pflege, Jugendhilfe, Zivilgesellschaft und Forschung.
Unsere Botschaft bleibt klar:
Einsamkeit ist keine Krankheit. Aber sie kann krank machen.
Zuhören kann der erste Schritt zur Verbundenheit sein.