28/05/2026
Zum Tag der wird deutlich.
Unser Gesundheitssystem ist noch immer zu oft geschlechterblind. Das hat konkrete Folgen: Frauen werden mit Schmerzen nicht ernst genommen, Diagnosen kommen zu spät, Forschungslücken werden zu Versorgungslücken. Das zeigt sich besonders bei Endometriose: 10 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen und leiden unter starken Beschwerden. Dennoch dauert es oft Jahre bis zur Diagnose, weil Symptome wie starke Regelschmerzen verharmlost werden. Hier braucht es mehr Forschung, spezialisierte Angebote und frühzeitige Diagnostik. Der Landtag hat dazu Ende 2023 auf Initiative der SPD beschlossen – nun ist die Landesregierung am Zug.
Auch der Gender Data Gap hat konkrete Folgen: Medizin orientiert sich häufig am männlichen Körper. Herzinfarkte bei Frauen werden daher öfter falsch erkannt, Medikamente nicht passend dosiert. Fehlende Daten bedeuten schlechtere Versorgung. Zugleich zeigt der Fall der Uniklinik Essen, wie unsicher der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist, wenn Versorgung von einzelnen Entscheidungen abhängt. Eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung muss gewährleistet sein. Frauengesundheit ist eine Frage von Gerechtigkeit und öffentlicher Verantwortung. NRW braucht jetzt bessere Daten, schnellere Diagnosen und eine verlässliche Versorgung.