Der Prinz-Georg-Garten ist eine von 48 Liegenschaften der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, einer dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst nachgeordneten Behörde. Gleichzeitig ist er eine der zwölf Außenstellen der Hessischen Schlösserverwaltung. Der Prinz-Georg-Garten liegt am nördlichen Ende des Darmstädter Herrngartens und ist ein nach französischem Vorbild formal angelegter
Lust- und Nutzgarten. Er umfasst etwa 1,8 Hektar Fläche. Jahrhundert als Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt zwei Gärten zusammenlegen ließ: den Palaisgarten seines Vaters Ernst Ludwig und den von ihm gekauften Garten des Generalleutnants Rudolf von Pretlack. Ludwig schenkte den kleinen Park 1764 seinem zweitgeborenen Lieblingssohn Prinz Georg Wilhelm. Fortan war die Anlage Mittelpunkt des Familienlebens des Prinzen, seiner Gemahlin Marie Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg und ihrer Kinder. Die Hofgesellschaft des Rokoko schätzte das ungezwungene Amüsement abseits der steifen Etikette. Die den Garten umgebenden Mauern verdeutlichen den Wunsch nach Intimität und Privatspäre. Nach dem Tod Prinz Georg Wilhelms pflegte seine Witwe, nur kurz Prinzess George oder Prinzess Schorsch genannt, den kleinen Park. Weiterhin war er Schauplatz von Feierlichkeiten. 1793 fand hier die Verlobung von Prinz Georgs Enkelin, Prinzessin Luise zu Mecklenburg-Strelitz statt, die als Halbwaise bei ihrer Darmstädter Familie aufgewachsen war. Bräutigam war Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen. Luises jüngere Schwester Friedrike verlobte sich am selben Tag mit Friedrich Wilhelms jüngeren Bruder Ludwig. Nach dem Tod von Marie Luise Albertine erbte ihre Tochter, Großherzogin Luise von Hessen und bei Rhein den Garten. Sie erhielt ihn im Geist ihrer Eltern. Mit ihrem Tod endete die Nutzung des Palais' als Wohnsitz. 1840 wurde dort die Gartenbaudirektion untergebracht und Gärtnerwohnungen eingerichtet. Bis zum Ersten Weltkrieg werden die Gartenanlagen weiter gepflegt und erhalten, einige baufällige Gebäude uns Staffagen jedoch abgebrochen. Um 1850 wird der westliche Gartenwinkel in den landschaftlichen Herrngarten eingegliedert. 1908 wird im Palais die Großherzogliche Porzellansammlung eröffnet. 1918 erfolgt die Verpachtung von Gartenflächen an eine Handelsgärtnerei. 1934 wird auch der östliche Gartenwinkel vom Garten getrennt, um den Bau eines Hochschulgebäudes zu ermöglichen. Während des Zweiten Weltkrieges wird die Gartenanlage schwer beschädigt. In den Kriegsjahren ist der Garten als Grabeland parzelliert. 1944 erleidet der Garten erhebliche Kriegszerstörungen an Gebäuden und der Gartensubstanz.
1947 wird der Prinz-Georg-Garten an die Hessische Schlösserverwaltung übergeben, die ihn – soweit als möglich – auf der Grundlage historischer Quellen sukzessive wieder in den originalen Zustand des 18. Jahrhunderts zurückversetzt hat. Heute erwartet die Besucher*innen ein Kleinod barocker Gartenkunst. In den Beeten werden, durchmischt von Blütenschmuck und ohne Einsatz von Chemie, alte Obst- und Gemüsesorten angebaut (die zu festgelegten Zeiten auch käuflich erworben werden können). An den Schnittpunkten der Haupt-, Quer- und Diagonalachsen des Gartens rauschen Fontänen und Sonnenuhren verkünden die Tageszeit. Teehaus und Voliere runden die Ausstattung für musische Freiluftveranstaltungen vor dem Palais ab. Im Pretlackschen Gartenhaus mit aufwändiger Fassadenmalerei hat die Hessische Schlösserverwaltung ein öffentliches Lesezimmer, bestückt aus Bücherspenden, eingerichtet. An den Büchern können sich die Gäste nach Herzenslust bedienen und sie drinnen oder draußen im Park lesen. (Aufgrund von Corona ist das Lesezimmer derzeit geschlossen.) Im Prinz-Georg-Palais ist seit 1908 die Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung zu sehen. Das Museum hat von April bis Oktober geöffnet.