20/03/2026
Heute vor 53 Jahren brach in der Nacht zum 21.03.1973, in der Mansarde des Nordflügels ein Feuer aus.
Es breitete sich mit rasender Geschwindigkeit im gesamten Dachstuhl aus.
Die in der Mansarde wohnenden Studenten konnten sich glücklicherweise alle ins Freie retten.
Kurze Zeit nach dem 1. Alarm trafen Feuerwehren aus Dahlen und aller umliegender Gemeinden ein.
In einer Polizeiakte dazu, heist es,
" ...die Löscharbeiten der lokalen Kameraden der Feuerwehren solle eingestellt werden....
so soll es von der Bezirksverwaltung Leipzig angeordnet wurden sein!
Feuerwehren aus dem 60km entfernt Leipzig übernachten anschließend die Arbeiten..."
Über 3 Tage brannte das Schloss.
Viele Dahlener Bürger können sich heute noch, mit Schrecken, an dieses Großfeuer erinnern.
Eines der größten Katastrophen, die unsere Heimatstadt im letzten Jahrhundert erleben musste!
Was das Feuer nicht zerstörte, wurde durch das Löschwasser stark geschädigt.
Leider wurden in Folge keine weiteren Maßnahmen ergriffen, um das Schloss zu schützen.
Die Schornsteine der Kamine, die wie Säulen über 2 Etagen hoch, frei in die Luft ragten, wurden mit einer Abrissbirne zum Einsturz gebracht.
Dabei durchschlugen die Trümmern die Böden im Kaisersaal und der anderen Räume der 1. Etage.
EIN FREVEL, AUS HEUTIGER SICHT EIN UNVORSTELLBARES HANDELN!
Die historischen Decken- und Wandgemälde von Adam Friedrich Oeser, der 3 Jahre damit verbrachte diese Kunstwerke zu erschaffen, wurden unter Trümmern begraben.
Auch die Giebelkrone, mit den aus Sandstein geschlagenen Löwen die das Wappen des Grafen von Bünau halten, wurde zertrümmert. ( heute auf der Wiese vor dem Südflügel zu besichtigen )
Aus der Polizeiakte, ist zu entnehmen, dass die DDR Führung keineswegs daran interessiert war unser Barockschloss zu schützen.
Die Versicherunssumme von unvorstellbaren 6.000.000 M ( Mark der DDR ) wurde zweckentfremdet verwendet, um in Brandenburg eine neue Ingenieurschule zu bauen.
[ Diese Summe hätte 1973 gereicht um 100 Einfamilienhäuser zu bauen. Wenn man das mit den heutigen Werten ins Verhältnis setzt, wären das etwa 60 Mio € ! ]
Das Schloss wurde dem Verfall überlassen, wodurch wahrscheinlich der größt mögliche Schade entstand!
Das einzige Trostpflaster, resultierend aus dieser Zeit, ist dass die Gemälde, Sammlungen aus chinesischem Porzellan, Marmorbüsten und anderer Kunstschätze, "glücklicherweise" 1945 geplündert wurden, sodass russische Truppen ein vollkommen leeres Schloss vorfunden. Vieles wurde dank an die Nachkommen der Familie Sahrer von Sahr, den letzten Schlossbesitzer, zurück gegeben. Einige Gemälde sind heute in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden zu sehen.
Das Dahlener Barockschloss zählte, vor allem durch seine Ausstattung und Kunstgegenstände, zu einem der prächtigsten Schlössern des Königreich Sachsen!
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