17/09/2026
Mit großer Trauer informieren wir über den Tod unseres Freundes und Weggefährten Gary Wolff.
Gary starb am Sonntag, den 13. September 2026, wenige Wochen vor seinem 98. Geburtstag, in Flagstaff, Arizona, im Kreis seiner Familienangehörigen.
Geboren als Günter Richard Wolff am 23. Oktober 1928 in Düsseldorf erlebte er die Zeit des Nationalsozialismus von Anfang an.
Nach dem Besuch der Jüdischen Volksschule wurde er an seinem 13. Geburtstag nach jüdischem Ritus Bar Mitzva. Nur vier Tage später, am 27. Oktober 1941, wurde die dreiköpfige Familie zusammen mit 1.000 anderen Menschen über den Güterbahnhof Derendorf in das Ghetto Litzmannstadt im deutsch besetzten Lodz deportiert. Dort lebten die drei unter schweren Bedingungen bis zur Auflösung des Ghettos im Sommer 1944. Alle drei kamen nach Auschwitz. Am Ankunftstag sah Günter seine Mutter zum letzten Mal. Der Vater starb an Hunger und Entkräftung. Günter Richard Wolff wurde kurz vor der Befreiung noch „evakuiert“ und überlebte mehrere andere L***r, Zwangsarbeitsstätten und KZ, bis er Anfang Mai 1945 in Theresienstadt befreit wurde.
Seit 1947 lebte er in den USA. Er hat sich dort ein erfolgreiches Leben als Immobilienkaufmann aufgebaut.
Gary war ihnen ein liebevoller und warmherziger Großvater, er liebte Pferde und Hunde. Und er hat sich – trotz aller schrecklichen Erfahrungen seiner Jugendzeit und der dabei erlittenen gesundheitlichen Schäden – seinen unverwechselbaren Humor zeitlebens erhalten.
„Für uns ist der viel zitierte Abschied von den Zeitzeugen nicht abstrakt. Gary war für unser Haus und unser Team viel mehr als ein Zeitzeuge und Shoaüberlebender. Er war ein besonderer und herzensguter Mensch, ein guter Freund, den wir niemals vergessen und gleichzeitig sehr vermissen werden“, so Gedenkstättenleiter Dr. Bastian Fleermann. „Wir sind dankbar dafür, ihn gekannt zu haben. Wir trauern mit den Angehörigen.“
Gary Wolff sel. A. ist heute nach jüdischem Ritus beigesetzt worden.