03/09/2025
Nachdem ich gestern das Schreiben des Mags erhalten habe, musste ich heute darauf antworten, es hat mir keine Ruhe gelassen, dass man ignoriert wird. Die nächste Reaktion wird wegen Urlaubs auf sich warten lassen.
Wuppertal 03.09.25
Hallo (Mitarbeiter des Mags),
schön von Ihnen zu hören und Danke für Ihre Wünsche.
Allerdings bin ich schon enttäuscht, dass Herr Laumann dafür keine Zeit hat und Sie beauftragt wurden. Naja, wenigstens hat er reagiert, im Gegensatz zu manch anderem.
Ja, wir kennen uns seit Dezember 22, von der konstituierenden Sitzung der Pflegekammer. Ich bin aber immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich man ein und dieselbe Veranstaltung erleben kann. Ebenso bin ich erstaunt, wie es manchen Leuten immer wieder gelingt, Fragen nicht zu beantworten in dem man ein ganz anderes Thema anschneidet und ausführt.
Sie erwähnen immer wieder, das ich seit der ersten Stunde aktiv dabei bin und erzählen mir dann, etwas zum Datenschutz, was ich gar nicht erfragt habe. Ich habe darauf hingewiesen, dass die Pflegekräfte ihren Datenschutz bald wieder haben, und wo die Kammer dann die Namen und Adressen herbekommen will? Ich habe Zahlen einer vollständigen Registrierung genannt, das die Kammer es in der ganzen Zeit nicht geschafft hat, alle Mitglieder vollständig zu registrieren. In 3 Jahren waren es rund 18.000 neue Registrierungen. Im Moment sind noch nicht einmal die Hälfte aller Pflegekräfte in NRW vollständig erfasst. Ja, mir ist auch bekannt, das es eine Bringschuld gibt, aber es sind noch rund 120.000 Menschen nicht erfasst, die nicht erfasst werden möchten. Und erneut wurden Arbeitgeber angeschrieben, welche eine Geldverschwendung. Wer beim ersten Mal nicht antwortet, erledigt dies beim 2ten Mal?
Das Pflegefachpersonen immer die erforderlich Sachnähe mitbringen kann ich nicht bestätigen. Bleiben wir bei dem beliebten Beispiel Berufsordnung. Ja, es konnte sich jeder auf den Veranstaltungen einbringen. Aber hier konnte man nicht frei zur Berufsordnung reden, sondern bekam er eine Rechtsauskunft von der Kanzlei Bette-Westerbrink. Anschließend gab es Gruppen mit 5 verschiedenen, vorgegebenen Themen die in den Kleingruppen bearbeitet wurden. Danach haben die leitenden Köpfe die Gruppenarbeiten ausgewertet. Keiner der Basis hatte Einblick darauf. Danach wurde die Berufsordnung in den verschieden Ausschüssen hin und hergeschoben, manches wurde geändert, manches nicht. Dann durften alle ihren Senf dazu geben, ob was geändert wurde, war nicht nachvollziehbar. Nachdem die KV zugestimmt hatte, wurde sie veröffentlich. Die kritischen Fraktionen wiesen auf einen Formfehler hin, der weder der Rechtsabteilung noch dem Mags aufgefallen war. Der Großteil der Pflegekollegen fühlt sich aber durch diese Berufsordnung gegängelt, an den Pranger gestellt und mit Strafen bedroht. Ja, mir ist auch bekannt, dass 90 % der Berufsordnung schon vorher galten. Aber um die Akzeptanz zu erhöhen, hätte hier auch besser Aufklärungsarbeit geleistet werden sollen, was trotz meiner Forderung nicht geschehen ist.
Ich habe bis jetzt noch nicht erlebt, dass Berufsbedingungen sich zum Vorteil durch die BO verbessert haben. Ich sehe Überlastungen der Kollegen, unfachliches Ausführen von Erlerntem in der Praxis, von sozialer Kompetenz mal ganz abgesehen und und und.
Thema Fragestunde. Ihrer Meinung nach Transparenz der Kammer. Ich bitte Sie. Nur nach mehreren Anträgen der Kammerkritischen Fraktionen, endlosen Diskussion wurde die Frage-Halbestunde zur festen Einrichtung, hier ist es aber nur vollständig Registrierten erlaubt Fragen zu stellen. Und alles nach Vorauswahl durch die Geschäftsstelle. Zum Thema Transparenz fällt mir noch die Umfrage zur Berufszufriedenheit ein. Hier wurden „ausgelosten“ Mitgliedern Fragen gestellt, die der Kammerversammlung nicht bekannt waren. Auch die Ergebnisse dieser Umfrage werden nicht veröffentlicht, auch nicht auf Nachfrage. Man setzt positive Absätze in kleinen Häppchen als Belege für eine gute Kammerarbeit ein.
Sie weisen darauf hin, dass ich mich rege beteiligt haben. Das ich oft gegen eine Wand gelaufen bin, verschweigen sie. Wie oft wurden Informationen nicht an alle weitergegeben? Haben Sie mitgezählt, wie oft Kritiker am Mikrofon unterbrochen wurden im Gegensatz zu Befürwortern? Wie oft musste ich mir öffentlich Infos/ Wege und Rechtsmittel erklären lassen? Wie oft wurden durch den Vorstand Dinge/ Wissen vorausgesetzt, die bei mehreren nicht vorhanden waren. Dieser Vorteil an Wissen wurde häufig durch den Vorstand eingesetzt und die Kritiker haben dumm aus der Wäsche geguckt.
Der Vorstand ist der KV Rechenschaftspflichtig. Stimmt. Aber wird alles berichtet? Nein. Hier verweise ich auf das Thema Bundespflegekammer, das häufiger hinterfragt wurde, und erst bröckenchenhaft die Wahrheit ans Licht kam. Welch eine Transparenz! Und noch immer wurde das Vorgehen/ Wahlen zur Bundespflegekammer nicht geklärt.
Wenn ich nicht vollständig registriert bin, erhalte ich nur die Hälfte der Infos über die Webseite. Auf die eingeschränkten Protokolle, die mit einem enormen Zeitversatz von 8 Wochen oder mehr veröffentlicht werden, habe ich nur als registriertes Mitglied zu Griff. Welch eine Intransparenz.
Die Pflegekammer hat bis jetzt nichts wirkliches für ihre Mitglieder geschaffen, genauso wenig wie die PK RLP. Beide Kammer sind mit Mitgliedsbeiträgen beschäftigt, zeigen sich politisch auf diversen Veranstaltungen, verfassen Positionspapiere.
Die beiden einzigen positiven Aspekte der Kammer sind für mich:
- ich habe im ganzen Land Kollegen kennengelernt, die ich ohne Kammer niemals kennengelernt hätte.
- die Weiterbildungsordnung mit ihren Inhalten, über die Rahmenbedingungen kann man weiter diskutieren.
Vielleicht muss ich aus meinem Ruhestand doch noch einen Unruhezustand machen.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Bagatzki-Mathiszik