08/09/2026
2 Jahre und 8 Tage.
738 Tage.
738 Tage in einem dunklen Tunnel. Gefangen, misshandelt, ausgehungert, mit dem Tod befroht und gefoltert. Wieder und wieder und wieder.
Und nun empört man sich darüber, dass Rom Braslavski, der am 7. Oktober 2023 von Nova Festival entführt wurde, seine Peiniger hasst und seine Gefühle nicht in die politisch korrekte Verpackung steckt?
Natürlich: Seine konkreten Forderungen nach der Hinrichtungen seiner Peiniger kann man moralisch kritisieren. Aber daraus eine moralische Anklage gegen das Opfer zu basteln, ist schon eine bemerkenswerte Verdrehung.
Auf der palästinensischen Seite hört man „Tod Israel“, "Tod den Zionisten" und „Palästina darf sich mit Steinen und Gewehren wehren“. Gewalt gegen Israelis wird zur „Resistance“ verklärt, Terroristen und Mörder werden zu „Widerstandskämpfern“ umetikettiert.
Aber wenn ein junger Mann nach 738 Tagen Gefangenschaft und Folter sagt, was er empfindet, heißt es plötzlich: So darf ein israelisches Opfer aber nicht fühlen.
Wer hat diesem jungen Mann eigentlich das Recht abgesprochen, seine Peiniger zu hassen?
Vielleicht sollten wir uns einmal daran erinnern, dass Opfer keine moralischen Schaufensterpuppen sind, die nach ihrer Befreiung gefälligst die Gefühle produzieren müssen, die für die eigene politische Erzählung am bequemsten sind.
Man kann seine Worte ablehnen. Man kann seine Gewaltfantasien verurteilen. Aber er verdient keinen Hass, sondern Hilfe.
Und man sollte dabei nicht vergessen, wer hier 738 Tage in einem Tunnel saß – und wer ihn dort hineingesteckt hat.