16/08/2025
Sehr gut zusammengefasst!
ℹ️ Alles, was Ihr über das Putin-Trump-Treffen wissen müsst
Russland und Putin haben den Zusammenbruch der Sowjetunion und der Weltordnung des Kalten Krieges nie verdaut.
Das oberste Ziel Russlands ist es, wieder einen Platz am Pokertisch der Großen zu bekommen. Obwohl dort weniger Menschen leben als in Frankreich und Deutschland zusammen; und nur ein Zehntel von China oder Indien.
Das ist der Zweck des Angriffs auf die Ukraine, noch vor der Einnahme der Ukraine, Bodenschätzen, angeblicher Unterdrückung von „Russen“ oder was sonst so fabuliert wird. Russland versucht auch in anderen Ländern seine Tentakel auszustrecken, Moldau, Georgien, usw.
Trump ist ein Narzisst, mit der emotionalen Reife, Planungssicherheit und strategischen Weitsicht eines Sechsjährigen mit ADHS nach fünf Red Bull.
Er will vor allem für seine kognitiv annähernd durchschnittlich begabte Wählerschaft mit der globalen Bildung seines inneren Sechsjährigen als Friedensstifter und Wahrer amerikanischer Interessen auftreten.
Beide haben ein großes Problem: Umso stärker Europa zusammenrückt, umso unwichtiger werden beide.
Putin will die USA wieder als Erzgegner haben. Weil das die alte Werteordnung darstellt. Ihm müssen die europäischen Staaten vorkommen, wie ein Haufen quengelnder Kleinkinder, die jetzt aber in die Pubertät kommen, eine Bande gründen, sich Mofas und Baseballschläger zulegen und ihm langsam gefährlich werden.
Trump hat vorher gepoltert, er wolle aus der NATO aussteigen. Nachdem die erhoffte Reaktion ausblieb, der Anteil der USA an der NATO seit Jahren fällt und ihn niemand so richtig angebettelt hat, haben seine Berater ihm wohl inzwischen ein bisschen die Welt erklärt.
Aber um sich wichtig zu machen, hat er Putin eingeladen.
Er versucht durch Vermittlung wichtig zu sein, so wie die Türkei das auch immer versucht. Die Ukraine interessiert ihn einen Scheiß und die europäischen Sicherheitssorgen sind für ihn auch eher höchstens nebensächlich.
Er hat noch nicht verstanden, dass sein „Kümmert euch selber um euren Scheiß“ dazu führen muss, dass die Wichtigkeit der USA fällt. Denn die Wichtigkeit wurde vor allem erkauft. Was er ja nicht mehr will.
Für Putin war das ebenfalls eine Marketingveranstaltung. Weil durch das Interesse seine Regierung und Russland aufgewertet werden. Das geht auch innenpolitisch immer wie geschnitten Brot.
Beide haben also vor allem ihre eigenen Untertanen adressiert.
Geeinigt hat man sich auf Alaska. Auch, weil Putin über russischem Luftraum bis vor die Haustür fliegen konnte, was das Risiko minimiert.
Er hatte sogar sein Camping-Klo dabei. Damit die Geheimdienste nicht seinen Stuhl abfangen und mit der DNA komische Sachen machen oder gucken können, ob er gesund ist.
Auf der „Joint Base Elmendorf–Richardson, Anchorage, Alaska“ ist der Schwanzvergleich von großkotzigen Pubertierenden dann richtig abgegangen.
Erstmal ist Trump im Flieger sitzengeblieben, bis Putin eingetroffen ist. Was komplett gegen das Protokoll verstößt. Staatsbesuch wird auf dem roten Teppich empfangen.
Er hat ein riesiges Theater inszenieren lassen, mit Flugzeugen, die am Rand abgestellt wurden, einem Überflug eines B-2 Bombers (der dazu von weit her anfliegen musste) und so weiter.
Vorher war der russische Außenminister Lawrow schon angereist, in einem Pullover, auf dem dick CCCP (UdSSR) stand. Mehr musste man eigentlich nicht wissen.
Vor dem Vier-Augen-Gespräch fiel den Amerikanern plötzlich ein, dass man Trump besser nicht mit Putin alleine lässt. Weil der da sonst ohne Hose wieder rauskommt, Hawaii gegen einen Golfplatz in Kasachstan getauscht hat und etwas bei McDonalds bestellen will.
Also hat man sich zu einem Sechser-Gespräch zusammengesetzt. Bei dem natürlich auch der russischsprachige Sonderberater Steve Witkoff dabei sein musste, dessen diplomatische Expertise vor allem darin besteht, mit Trump Golf zu spielen. Und weil er Jude ist. Weshalb er auch Sonderberater für Nahost und Iran ist. Trumps schweizer Taschenmesser für sinnloses Händeschütteln.
Der jüngste in der Runde war der US-Außenminister Rubio, Witkoff ist 68, alle anderen sind über 70.
Was bedeutet, der Testosteron-geschwängerte Raum war voll mit alten Säcken aus der Zeit des Kalten Krieges, die diese Weltaufteilung wieder zurückhaben wollen.
Anschließend haben sich noch mehr Großkopferte zusammengesetzt.
Und es wurde eine Pressekonferenz gegeben. Bei der keine Fragen erlaubt waren.
Putin hat genau das abgesungen, was er die ganze Zeit erzählt. Und was er schon in seinem Aufsatz „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ 2021 erzählt hat.
Und er hat gesagt, dass man die Probleme erst lösen könne, wenn man zu den Problemen komme, die die Probleme verursacht haben, die die Probleme ausgelöst hätten. Was verklausuliert dafür ist, dass Russland zu alter Bedeutung zurück will, die NATO ganz voll doof ist, die Europäer gemein und die Ukraine zu Russland gehört.
Trump hat gesagt, was er immer sagt. Nichts.
Beautiful. Tolle Atmosphäre. Schönes Wetter. Es gibt einen Deal, wenn es einen Deal gibt. Beautiful. Und dass er was bei McDonalds bestellen will.
Die Medien berichten nun darüber, dass es nicht viel zu berichten gibt. Und dass die niedrigen Erwartungen noch unterboten wurden. Erwartungen, die sie überhaupt erst geweckt haben. Weil ihre Rezipienten auch eher im 1985 als in 2035 leben.
Und weil es wenig zu berichten gibt, berichten sie darüber, was andere dazu gesagt haben. Und wer wen wann wie wo darüber informiert hat, dass es nichts zu berichten gibt. Von dem Umweltschutzbeauftragten der Flugsicherungsbehörde Alaskas bis zur Gleichstellungsbeauftragten Ennepetal (parteilos) kommen jetzt alle aus dem Gebüsch gesprungen. Weshalb ich davon abrate, in den nächsten zwei Tagen in der Öffentlichkeit ein Mikrophon zu halten, weil sonst ein Söder erscheint und etwas hineinspricht. Und eine Wurst isst und ein Selfie macht.
Genau deshalb habe ich auch geschlafen, anstatt mir für eine alberne Live-Schalte die Nacht um die Ohren zu schlagen. Und genau deshalb ist das hier auch das Einzige, was ich dazu äußern werde. Weil Wochenende.
Und das auch nur, damit sich andere die Arbeit sparen können, Medienberichte in der Länge von Tolstois Krieg und Frieden reinziehen zu müssen, um herauszufinden, dass das eine aufgebauschte Luftnummer war.
Nix zu danken, helfe gerne.
Meine einzige Hoffnung besteht darin, dass irgendwer halbwegs relevantes sich traut einmal nachzufragen, warum ein narzisstischer Selbstdarsteller, der einen Scheiß mit dem Krieg zu tun hat, erkecket und erdreistet so zu tun, als könne er Entscheidungen für andere treffen, und dafür einem Diktator und Aggressor eine Plattform bietet.
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