05/06/2026
Der Hürther Schlachthof-Skandal zeigt ganz klar auf: Rechtsstaat ja – aber Tierleid darf nicht folgenlos bleiben!
Im Verfahren gegen vier ehemalige Mitarbeiter des Hürther Schlachthofs liegt weiterhin kein Urteil vor. Aktuell beschäftigt das Gericht die Frage, ob die heimlich aufgenommenen Videos einer Tierschutzorganisation als Beweismittel verwertet werden dürfen.
Für die ÖDP ist klar: Der Rechtsstaat muss sorgfältig prüfen, welche Beweise zulässig sind. Gleichzeitig darf aber die Debatte über die Herkunft der Aufnahmen nicht vom eigentlichen Problem ablenken. Die Bilder haben gravierende Missstände im Umgang mit Tieren sichtbar gemacht. Ohne sie wären die Vorgänge vermutlich nie öffentlich geworden.
Der Fall zeigt erneut, dass die bestehenden Kontrollen nicht ausreichen. Wo Tierleid erst durch verdeckte Aufnahmen ans Licht kommt, besteht politischer Handlungsbedarf.
Deshalb hat die ÖDP bereits im vergangenen Jahr eine Petition für die verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen gestartet. Mehr als 28.000 Bürgerinnen und Bürger haben bis zum 30.03.2026 diese Forderung unterstützt. Die Unterschriftenlisten wurden an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages übergeben.
Die ÖDP fordert:
✅ Rechtssichere Videoüberwachung in Schlachthöfen mit Zugriffsmöglichkeiten für die zuständigen Veterinärbehörden
✅ Häufigere und wirksamere Kontrollen zum Schutz der Tiere
✅ Konsequente Ahndung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz
✅ Deutlich bessere Transportbedingungen für Lebendtiere
Gerade die oft stundenlangen Tiertransporte bedeuten für viele Tiere erheblichen Stress und Leid. Auch hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf.
Dass Verbesserungen möglich sind, zeigt die Arbeit unserer Europaabgeordneten Manuela Ripa. Sie hat auf europäischer Ebene erfolgreich eine EU-weite Chip- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen mit strengeren Regeln für Zucht, Haltung und Handel durchgesetzt.
Tierschutz ist kein Randthema. Tiere sind Mitgeschöpfe und verdienen Schutz – vom Transport über die Haltung bis zur Schlachtung.
Unabhängig vom Ausgang des Hürther Verfahrens bleibt deshalb die politische Aufgabe bestehen: Tierleid verhindern, statt es erst im Nachhinein aufzudecken.