13/02/2026
IG Metall NDS‑LSA: Tarifeinigung bei Jungheinrich Lüneburg – ein starkes Ergebnis nach 85 Tagen Arbeitskampf
Nach mehr als 80 Tagen Streik haben IG Metall, Betriebsrat und Jungheinrich am 13. Februar 2026 ein umfassendes Paket zur sozialen Absicherung vereinbart. Die Produktion in Lüneburg wird zwar bis zum 31. März 2027 eingestellt – aber die Kolleginnen und Kollegen haben in einem der längsten Arbeitskämpfe Niedersachsens ein überdurchschnittliches Ergebnis erkämpft.
Das wurde erreicht:
🔹 Interessenausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag
🔹 Abfindungsfaktor 1,35 + zusätzliche 5.500 € für Unterhaltspflichten, Alleinerziehende, Pflegende & Schwerbehinderte
🔹 Für IG Metall‑Mitglieder: Zusatzfaktor 0,35 → Gesamtfaktor 1,7 + weitere 1.500 € auf die 5.500€
🔹 Transfergesellschaft von neun Monaten (April–Dezember 2027) mit 80–87 % Nettoentgelt mit 5.000 € Qualifizierungsbudget pro Person
„Wir sprechen hier nicht über einen Sanierungsfall, sondern über die Aufgabe einer profitablen Produktion“, sagt Lennard Aldag, Erster Bevollmächtigter. Die IG Metall hält die Schließung weiter für wirtschaftlich falsch – aber die Belegschaft hat unter härtesten Bedingungen das Maximum herausgeholt.
Streikkoordinator Florian Rebstock:
„In 85 Tagen ist eine Familie entstanden. Diese Solidarität trägt – und sie wird bleiben.“
Viele Beschäftigte kritisieren zudem das Verhalten der Lüneburger Oberbürgermeisterin, die sich kurz vor entscheidenden Verhandlungen öffentlich an die Seite des Arbeitgebers stellte. Der Arbeitgeber wollte keine langfristige Beschäftigungssicherung zusagen – die 125 Stellen in Konstruktion/Administration waren bereits vorher eingeplant.
Trotz eines starken Ergebnisses bleibt klar:
Kein Sozialplan ersetzt Arbeitsplätze.
Aber die Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, was Solidarität bewirken kann.
✊ Jetzt entscheiden die IG Metall‑Mitglieder in der zweiten Urabstimmung über die Annahme des Ergebnisses.