24/11/2025
🧂 Umweltappell zum Winterdienst – Salzen, aber mit Bedacht
Angesichts des bevorstehenden Winters und möglicher Eis- und Schneeglätte appelliert der Umweltrat der Stadt Fehmarn eindringlich an Bürger und Gewerbetreibende, beim Winterdienst möglichst auf den Einsatz von Streusalz zu verzichten. Die Empfehlung geht über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und unterstreicht die Sorge um die empfindliche Natur der Ostseeinsel.
🚫 Streusalz: Wo Fehmarn es erlaubt – und wo nicht
Die Winterdienstregelungen auf Fehmarn sind klar definiert. Grundsätzlich gilt für die meisten öffentlichen Gehwege, Radwege und innerörtlichen Straßen eine Streupflicht, die auf die Nutzung von abstumpfenden Streumitteln wie Sand, Splitt oder Granulat setzt.
Wichtig: Der Einsatz von Streusalz ist in weiten Teilen der Insel – insbesondere auf Gehwegen – ohnehin verboten. Erlaubt bleibt es meist nur in Ausnahmefällen auf besonders gefährlichen Steigungen oder in kritischen Bereichen mit starkem Gefälle, wo abstumpfende Mittel nicht ausreichen.
🌳 Appell des Umweltrates: Komplett auf Salz verzichten
Der Umweltrat geht einen Schritt weiter und rät dazu, auch in den wenigen Bereichen, in denen Streusalz theoretisch noch erlaubt ist, darauf zu verzichten. "Jedes Kilogramm Salz, das wir nicht streuen, ist ein Gewinn für unsere Natur und unser Grundwasser," so eine Beate Burow vom Umweltrat der Stadt Fehmarn. "Abstumpfende Mittel gewährleisten in den allermeisten Fällen die Verkehrssicherheit ebenso gut."
🛑 Die Schattenseiten des Tausalzes
Die Bedenken sind wissenschaftlich fundiert. Natriumchlorid, der Hauptbestandteil von Streusalz, verursacht erhebliche ökologische Schäden:
Pflanzenschäden: Über die Böden gelangt das Salz in Bäume und Sträucher, was zu Welkeerscheinungen, braunen Blatträndern (der sogenannten "Salzrandnekrose") und langfristig zum Absterben führen kann.
Bodenbelastung: Das Salz versalzt und verdichtet die Böden, was die Lebensgrundlage für Mikroorganismen zerstört und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen massiv behindert.
Gewässer: Abfließendes Salzwasser belastet Grundwasser, Bäche und Gräben, was besonders für die Wasserqualität und die Ökosysteme in Küstennähe relevant ist.
Infrastruktur: Auch die städtische Infrastruktur leidet. Salz greift Brücken, Fahrbahnbeläge, Beton und Metallteile an und beschleunigt Korrosionsprozesse.
Die Stadt Fehmarn empfiehlt daher, frühzeitig Schnee zu räumen und ausschließlich auf umweltfreundliche, abstumpfende Streumittel zurückzugreifen, um die Insel auch im Winter grün und gesund zu halten.
📝 Kurzübersicht: Empfehlungen für den Winterdienst
MaßnahmeEmpfehlung des UmweltratesAlternative zu StreusalzErste PflichtSchnee schnellstmöglich räumenN/AStreumittel (Gehwege)Abstumpfende Mittel nutzenSand, Splitt, GranulatStreumittel (Ausnahmen/Hänge)Auf Streusalz verzichtenIntensivierte Nutzung von SplittUmweltschutzReduzierung der SalzeinträgeSchutz von Bäumen und Pflanzen
Weiterlesen: https://www.umweltrat.info/index.php/2025/11/24/es-schneit-und-friert-was-tun/