09/07/2025
PRESSEMELDUNG - (08.07.2025)
Bruchköbel.- Die Stadt Bruchköbel hat ein Mobilitätskonzept entwickelt. Dass ein solches
wichtig und erforderlich ist, ist fraktionsübergreifender Konsens bei der Beauftragung gewesen.
Die Ausgangssituation des Straßenverkehrs in der Stadt sollte festgestellt, analysiert und ein
Leitbild für die Entwicklung der Mobilität der Zukunft entworfen werden. „Ursprünglich sollte
dieses Konzept in der vergangenen Stadtversammlung durch die Stadtverordneten rein zur
Kenntnis genommen werden, was auch für uns als Bruchköbeler BürgerBund (BBB) in Ordnung
war“, so BBB-Fraktionsvorsitzende Stefanie Zorbach. Anschließend sollte es eine
Orientierungshilfe für die Stadtverwaltung sein. Kritik von Stadtverordneten an den Inhalten des
Konzepts wurde im Vorfeld mit dem wiederholten Hinweis abgetan, die Vorschläge des
Konzepts seien nicht zwingend. Es bestünde nämlich immer die Möglichkeit, eine Gestaltung
konkret anders vorzunehmen etwa aufgrund besonderer örtlicher Umstände. Hierüber bestand
Konsens zwischen den Parteien. Am Morgen der Sitzung tauchte dann völlig überraschend ein
Ergänzungsantrag der sogenannten „Kooperation“ von FDP, SPD und Grünen auf. Hiernach
sollte das Mobilitätskonzept plötzlich verbindliche, also zwingend anzuwendende
Planungsgrundlage der Stadtverwaltung sein. An dieser Vorgehensweise entfachte sich
deutlich Kritik in der Versammlung. Die Fraktion des Bruchköbeler BürgerBunds kritisierte den
unangekündigten Vorstoß der „Kooperation“, der offenbar von den Grünen initiiert war. Ohne
gängige Vorstellungen aufgreifen zu wollen, zeigt sich daran übrigens wieder einmal mehr, dass
die Grünen einen Hang zu Zwang und zur Gängelung haben, dem sich hier SPD und FDP und
auch die Bürgermeisterin angeschlossen haben. Dumm nur, dass dieses Leitbild im
Mobilitätskonzept drei Szenarien nennt, wobei jetzt unklar bleibt, was denn nun wirklich gewollt
ist: Szenario 1: Den derzeitigen Zustand verbessern, Szenario 2: Erfolgreicher Einstieg in
klimafreundliche Mobilität und Szenario 3: Große Schritte zur Verkehrswende. Je nachdem,
welches Szenario angestrebt wird, sind die zu ergreifenden Maßnahmen unterschiedlich. Vor
allem kommen sie die Stadt natürlich unterschiedlich teuer, je nachdem wie aufwändig die
Veränderungen der Straßen und Wege, Parkplätze etc. gebaut oder umgebaut werden sollen.
Im Szenario 3 sind Maßnahmeschwerpunkte die Umsetzung eines Kfz-verkehrsarmen
Stadtzentrums und Herstellung von Fuß- Rad- und Busanlagen auch zu Lasten des ruhenden
und fließenden Kfz-Verkehrs. Das bedeutet, deutlich gesagt, die Verminderung von Stellplätzen
und Straßen im Stadtzentrum. Nun kann aber nicht jeder, etwa aus den weit entfernt liegenden
Stadtteilen oder vom Rand der Kernstadt zu Fuß ins Zentrum gehen oder Fahrradfahren oder
einen Bus nutzen, um Einkäufe zu transportieren. Schon wetterbedingt ist das nicht immer
möglich. Hierin sieht der BBB, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des BBB, Harald
Hormel, eine klare Benachteiligung der Einwohner der Stadtteile. Es geht übrigens bei der
Umsetzung des Konzeptes eben nicht nur um mehr oder weniger gute Ideen, sondern auch
handfest um Kosten und die Verwendung von Steuermitteln. Es bleibt mit der derzeitigen
Beschlusslage unklar, welches Szenario zukünftig angewendet werden soll oder darf. Damit
sind also nicht einmal die Kosten geklärt. Szenario 3, geplanter Totalumbau, wird natürlich
immense Haushaltsmittel verschlingen. Die Anregung der BBB- Fraktionsvorsitzenden, Stefanie
Zorbach, in einer Sitzungsunterbrechung durch das Präsidium nach einer Lösung zu suchen,
die alle Parteien mittragen können, wurde rundweg abgelehnt. Es ist daher nicht anständig, ein
Konzept über drei Jahre der Erstellung als unverbindlich zu behandeln und damit Kritikern an
Einzelheiten die Luft aus den Segeln zu nehmen, um dann völlig überraschend als
Schnellschuss eine zwingende Regelung zu beschließen. Der Bruchköbeler BürgerBund lehnte
folgerichtig das gesamte Mobilitätskonzept in der Abstimmung ab. Zwar hat sich jetzt trotzdem
die „Kooperation“ mit Bürgermeisterin Braun an der Spitze in einem parlamentarisch höchst
fragwürdigen Verfahren und mit ihrer Mehrheit durchgesetzt. Für die Bürger, die Stadt und auch
für die Frage, ob die Bürgermeisterin und die sie tragenden Parteien mit den übrigen Parteien
kollegial und ehrlich umgehen wollen, wurde ein erheblicher Schaden verursacht. Es steht
nämlich jetzt der hässliche Verdacht im Raum, dass diese Täuschung der Stadtverordneten
vielleicht von Anfang an geplant war, so der BBB abschließend in seiner Pressemitteilung.