30/04/2026
Die Jusos Berlin wollen nicht mehr heiraten - und sie wollen auch, dass Ihr das nicht mehr dürft. Der Grund dafür ist aus deren Sicht klar: Die Ehe ist ein Instrument des Patriarchats, um die Unterdrückung der Frau durchzusetzen. Dafür führen sie die erschreckenden Zahlen bei häuslicher Gewalt, Unterschiede in der Bezahlung und - jetzt kommt das schärfste - queere Menschen, die in größeren “polyamoren” Gruppen zusammenleben wollen, an. Auch frühere Gesetze, die tatsächlich die Rolle der Frau in der Ehe problematisch gemacht haben, wie z.B. die früher notwendige Bestätigung des Mannes für die Arbeitsaufnahme oder die Zustimmung zur Einrichtung eines Kontos, welche schon längst nicht mehr gültig sind, haben es in den Antragstext als Zeugen für die Richtigkeit ihres Kampfes gegen die Zivilehe geschafft. Zusammenfassend heißt es im Antragstext der Jusos Berlin für ihre Versammlung am 8./9. Mai: “Die Ehe dient dem chauvinistischen, kapitalistischen Nationalstaat als Durchsetzungsinstrument frauenfeindlicher, queerfeindlicher, klassistischer und rassistischer Politik.” Eine Nummer kleiner ging es also nicht.
Die Jusos haben aber auch schon eine Vorstellung, was an die Stelle der Ehe treten soll: sogenannte Verantwortungsgemeinschaften. Diese sollen von mehreren Menschen einfach geschlossen und wieder gelöst werden können. Diese Idee ist so absurd wie die Herleitung. Ehe und Familie sind das Fundament unserer Gesellschaft. In Ehe und Familie werden Verantwortung gelebt und Werte vermittelt. Deswegen sind Ehe und Familie auch in unserer Verfassung geschützt. Daher wollen die Jusos übrigens auch an das Grundgesetz ran und diesen besonderen Schutz von Ehe und Familie streichen. Sie legen damit die Axt an einen zentralen Wert unserer Gesellschaft. Familien müssen gestärkt werden, anstatt sie zu schwächen.
Ich erwarte, dass die SPD diesen völlig fehlgeleiteten Vorschlag aus den Reihen ihrer Jugendorganisation zurückweist, damit es nicht irgendwann statt “Willst du meine Frau/Mann werden?” heißt: “Willst du dich mit mir verantwortungsgemeinschaften?”