13/03/2026
Das Gräberfeld in Brinkum von Lea Rückert (Schulpraktikanntin)
1891 wurden beim Abtragen von Sand und Humus an der Ecke Feld- und Gartenstraße in Brinkum die ersten Urnen eines Gräberfeldes entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Funde hinzu. Insgesamt wurden bis 1936 rund 80 Urnen geborgen. Es handelt sich überwiegend um Brandbestattungen. Die Verstorbenen wurden verbrannt und der Leichenbrand anschließend zusammen mit Beigaben in Urnen beigesetzt.
Die meisten Funde lassen sich anhand von Gefäßformen, Verzierungen und Beigaben in die späte Kaiserzeit und frühe Völkerwanderungszeit datieren. Typisch sind bauchige Gefäße mit eingezogenem Hals sowie Verzierungen aus Riefen, Linienbändern und Stempelmustern. Zu den Beigaben gehören unter anderem Spinnwirtel, Fibeln, Perlen, Kammreste, Gürtelschnallen und Messergriffe.
Der Ursprung des Gräberfeldes reicht jedoch vermutlich weiter zurück. Einzelne Funde deuten bereits auf das Spätneolithikum hin. Das Ende der Nutzung wird in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert.
Viele der Urnen wurden vom Brinkumer Sammler Hans Peters geborgen. Durch seinen Gräberplan, ein Inventarbuch und Aquarellzeichnungen der Funde sind wichtige Informationen über das Gräberfeld bis heute erhalten.