19/06/2026
Unsere Seehäfen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – und Bremen steht dabei in erster Reihe. Über sie werden große Teile des Außenhandels abgewickelt, sie sichern Wertschöpfung, Beschäftigung und Versorgung weit über die Küstenländer hinaus.
Gleichzeitig haben sich die Aufgaben der Häfen grundlegend verändert: Sie sind Drehscheibe der Energiewende, Schlüsselstandorte für Offshore-Wind, Importterminals für neue Energieträger und Logistikdrehscheiben mit wachsender Bedeutung für Sicherheit und Verteidigung. Damit übernehmen die Seehäfen – und damit auch die bremischen Häfen – zunehmend Aufgaben von nationaler Relevanz.
Diese Rolle spiegelt sich in der bisherigen Finanzierungsstruktur aber nicht wider: In der öffentlichen Hafeninfrastruktur besteht bundesweit ein Investitionsbedarf von rund 15 Milliarden Euro, entstanden durch Jahre unzureichender Finanzierung. Allein zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Abbildung des erweiterten Aufgabenportfolios sind künftig jährliche Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro notwendig.
Als Bremer Wirtschafts- und Häfenressort unterstützen wir daher das gemeinsame Positionspapier der Küstenländer und der Hafenwirtschaft: Wir brauchen eine strukturelle Neuaufstellung der Hafenfinanzierung – mit einer dauerhaft tragfähigen Grundfinanzierung und einer deutlich stärkeren, verlässlichen Beteiligung des Bundes. Projektfinanzierungen – etwa für Landstrom, LNG-Infrastruktur oder Offshore-Wind-Kapazitäten – sind wichtige erste Schritte, ersetzen aber keine solide Grundfinanzierung.
Unsere Botschaft ist klar: Die deutschen Seehäfen sind mehr als regionale Infrastruktur – sie sind systemrelevant für den gesamten Standort Deutschland, wirtschaftlich, energiepolitisch und sicherheitspolitisch. Jetzt ist der Zeitpunkt, gemeinsam mit dem Bund die Weichen für eine Reform der Seehafenfinanzierung zu stellen und die Zukunftsfähigkeit unserer Häfen – auch in Bremen und Bremerhaven – nachhaltig zu sichern.