12/04/2026
Der Berg ruft und viele Wanderer folgen seinem Ruf jedes Jahr hinauf auf das "Rossbacher Häubchen".
Anders als der Name vermuten lässt, liegt dieser 350m hohe Berg der ehemalig ein Basalt-Tagebau war auf Breitscheider Gemeindegebiet. Von hier oben hat man unter anderem einen Blick weit über das Wiedtal, bis tief ins Siebengebirge.
Allerdings ist hierfür ein nicht ganz einfacher Aufstieg notwendig, der dem ein oder anderen einiges abverlangt. Das Szeanario eines verunglückten oder kolabierten Wanderers ist also nicht so ganz fiktiv, wie man vermuten möchte. Um auf genau jenes vorbereitet zu sein, übten wir genau dieses Szenario am gestrigen Samstag. Schon bei der Vorplanung war uns klar, dass wir hier mit unserer Mitteln an die Grenze kommen und fragten daher die Kollegen der Bergwacht Rengsdorf an. Um den medizinischen Teil kümmerten sich die Auszubildenden der DRK Lehrrettungswache in Asbach.
Nach kurzer Vorbesprechung ging es dann in die Übung. Unsere Rettungspuppe "Randy", 90kg schwer und zu keinerlei Mitarbeit zu bewegen, hat es tatsächlich irgendwie aufs Hochplateau geschafft - aber eben nicht mehr runter. Bereits beim Aufstieg wurde auch den Auszubildenden klar: "runter kommen" ist relativ.
Entsprechend forderten sie die Umterstützung der Feuerwehr an, während sie Randy routiniert bei schönstem Ausblick Erstversorgten und stabilisierten.
Nachdem alle Einsatzkräfte an der Einsatzstelle eingetroffen waren, wurde ein Einsatzplan entwickelt, um eine patientengerechte Rettung in
3 Etappen zu realisieren.
Zuerst wurde Randy in eine Schleifkorbtrage gelagert und an Leinen gesichert, die ersten Meter herunter transportiert. Hierbei mussten alle eingesetzten Kräfte dauerhaft mit Feuerwehrgurten an den bestehenden Klettersicherungen fixiert sein und auch die Sicherung der Trage mehrfach umsetzen.
Im zweiten Teil der Rettung musste ein Geröllfeld aus Basalt überwunden werden, welches teilweise mit Dornen zugewachsen war. Da hier Fußläufig nichts machbar und auch der reguläre Weg nicht nutzbar war, wurde diese Strecke mittels Statikseilen überbrückt. Diese wurden parallel durch Kräfte der Bergwacht und der Feuerwehr vorbereitet. Zum Einsatz kam hier ausschliesslich die Spezialausrüstung der Bergwacht.
Der Letzte und vergleichsweise einfachste Streckenabschnitt am Fuß des Häubchens konnte dann mit einer Fahrtrage aus der Bergrettung, einer sogenannten Gebirgstrage, recht komfortabel gemeistert werden.
Über alle drei Abschnitte hinweg konnte Randy durch fortlaufende Absprachen mit den DRK-Auszubildenden überwacht und medizinisch versorgt werden, sodass wir die Übung nach knapp 2,5 Stunden beenden konnten.
Was bleibt ist die Gewissheit, dass wir der Lage im Ernstfall gerecht werden können, nicht alleine als Feuerwehr aber mit den richtigen Partnern und Teamarbeit.
Für alle war es ein gelungener Vormittag mit vielen neuen Erkenntnissen und Erfahrungen, gerade was die Zusammenarbeit in der Blaulichtfamilie angeht.