04/02/2026
zum Vortrag v. Dr. Thorsten Holzhauser am 31.1.2026 in Brackenheim
"Das Dilemma der Demokratie - Theodor Heuss und die Frage : Was tun gegen Rechtspopulismus?°
Mit dem Thema schafften es die Macher die Menschen in Brackenheim und Umgebung zu bewegen- statt der erwarteten 70 wollten mehr als 150 BesucherInnen wissen, welche Lehren
und Strategien sich aus der Geschichte ziehen lassen und wie sich der Erfolg der AfD stoppen
lassen könne - gerade auch im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr.
Dr. Thorsten Holzhauser beleuchtete Theodor Heuss' Ansätze in der Weimarer Republik.
Dieser hatte u.a. versucht, rechtsextreme Positionen satirisch zu entlarven; dann fast neutral zu informieren und Fakten sprechen zu lassen. Leider brachte das nicht den erhofften Erfolg.
Aus welchen Gründen er dann dem Ermächtigungsgesetz am 23.3.1933 zustimmte, kann ich Nachgang nur noch spekulativ erörtert werden - aus heutiger Sicht macht es aber klar, dass
die weit verbreitete Meinung " die doch mal mit machen zu lassen" keine Option sein sollte!
Lehren für heute?
Da blieb der Vortrag(ende) sehr vage..und gerade hier hätten sich die Anwesenden sicher
mehr Deutlichkeit erwartet!
Denn - vor den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg; Rhenland-Pfalz; Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg Vorpommern und den zum Teil erschreckend hohen Umfragewerten
der Rechtspopulisten sehnt man sich nach Ideen und Strategien, die diesen Trend umzukehren vermögen.
Dabei hat Herr Holzhauser erst vor kurzem in einem Gastbeitrag in der "Zeit" auf mutmachende
Strategien in anderen Ländern hingewiesen bzw. welche Themen dazu gesetzt werden sollten.
Denn aktuell werden "die Themen" von den Populisten vorgegeben -oft werden dabei
soziale und ökonomische Themen so zynisch miteinander verknüpft, als sei nur das bzw DIE einen
für das andere verantwortlich.
Hier braucht es mehr Mut und Klarheit mit welchen Mitteln man Probleme wie Lebenshaltungskosten, Mietpreise; Umwandlung unserer Arbeitsgesellschaft gelöst werden können, die eben viele WählerInnen ( vom Arbeiter bis zur breiten Mittelschicht) betreffen bzw. belasten.
So gelang der linksliberalen D66 unter Rob Jetten in den Niederlanden mit klarer, anti-populistischer Rhetorik, einer restriktiveren Migrationspolitik und positiv besetzten Lösungsansätzen der in Umfragen lange Zeit führenden PVV eine deutliche Niederlage beizubringen.
In Kanada bekämpfte man Populismus mit dem Fokus auf Diversität, Klimapolitik und soziale Programme, was konservative Populisten marginalisierte. Norwegen isolierte die Fortschritts-Partei (FrP) durch strenge Anti-Rassismus-Gesetze und Integration, bis sie 2021 Regierungsverantwortung scheiterte und Einfluss verlor. Diese Länder zeigen -weg vom Kulturkampf und klare Antworten auf drängende ökonomische Fragen sind ein gutes Rezept
gegen Populismus!