09/05/2022
Tagebuch #33:
Dieses Frühjahr ist das genaue Gegenteil vom letzten Jahr. Wir haben es gerade mal Anfang Mai und es sind schon 3x0,5DNM Honigräume gefüllt. Gestern habe ich noch einen leeren Honigraum aufgesetzt, damit überhaupt noch Platz bleibt und die Bienen nicht das Brutnest verhonigen. Wir werden wohl in den nächsten 14 Tagen schleudern müssen. Vorher will ich aber den Wassergehalt noch überprüfen. Wenn so schnell so viel Nektar eingetragen wird, kann es sein, dass die Bienen den Honig nicht genug trocknen und wir einen Wassergehalt von über 18% bekommen.
Parallel dazu werden die Völker auf 1,5DNM umgewohnt. Dies erleichtert die einzargige Betriebsweise enorm. Imker und Bienen haben nun immer genug Platz und es werden auch weniger Bienen bei Arbeiten am Volk gerollt oder gequetscht.
Eine Schwarmstimmung konnte ich bisher nicht feststellen, vermutlich weil durch das Umwohnen immer genügend Platz vorhanden war. Auch macht es sich bezahlt, dass wir Bienen mit einer entsprechenden Genetik haben; soll heißen, die Bienen sind auf Schwarmträgheit gezüchtet.
Das „Sorgenkind“ hat sich nun etwas entwickelt und fängt an, den Honigraum zu belegen. Frühjahreshonig wird es wohl von ihm nicht mehr geben, aber vielleicht noch Sommerhonig.
Aus jeweils zwei Brutwaben der beiden starken Völker habe ich einen Ableger gebildet. Der Ableger wurde mit einer sanftmütigen Königin aus meiner letztjährigen Zucht bestückt. Auch wurde eine Futterwabe dazu gehängt, damit die Bienen sich etwas mehr um die Nachzucht kümmern können und weniger Nektar sammeln müssen. Nun muss nächste Woche noch kontrolliert werden, ob die neue Königin angenommen wurde. Man sollte so 10 Tage nach dem Einweiseln nicht in die Völker schauen. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Königin – die ja immerhin eine Fremde für die Arbeiterbienen ist – aus Panik abgestochen wird. Erst wenn sie ein sattes Brutnest aufgebaut hat, kann man sicher sein, dass die Annahme geklappt hat.