27/10/2026
40 Jahre – 40 Aspekte Teil XXIV
B**M - Orgien finanziert von Steuergeldern
2003 musste sich die Aidshilfe Bochum mit einer anonymen Beschwerde auseinandersetzen. Der vermeintliche Vorwurf: Während der Treffen von Smart SMart Rhein-Ruhr e.V. würden in den Räumen der Aidshilfe B**M-Orgien auf Kosten von Steuergeldern gefeiert. Die Angelegenheit ging damals tatsächlich bis zum Regierungspräsidium. Es wurde also etwas versucht zu skandalisieren, wo es nichts zu skandalisieren gab.
Am 17. November 2003 nahm das Gesundheitsamt Bochum schriftlich Stellung. Nach einem gemeinsamen Gespräch mit Vertreter*innen der SMart-Gruppe und der Aidshilfe kam es zu einer klaren Einschätzung: Zwischen den Zielen der Aidshilfe und denen von SMart bestehe kein inhaltlicher Konflikt. Auch gegen die weitere Nutzung der Räumlichkeiten durch die Gruppe gab es keine Einwände.
Hinter dieser Auseinandersetzung steckt eine größere gesellschaftliche Frage: Wie denken wir über S*xualität, die von verbreiteten Normen abweicht? Welche Praktiken werden akzeptiert, welche lösen Empörung aus – und wer muss sich dafür rechtfertigen, wie er oder sie S*xualität lebt? S*xualität ist vielfältig. Dennoch werden bestimmte Vorlieben und Praktiken schnell mit Vorurteilen, moralischen Bewertungen oder pauschalen Verdächtigungen belegt. Gerade deshalb braucht es Räume, in denen Menschen sich austauschen, informieren und begegnen können, ohne von vornherein abgewertet zu werden.
Das Schreiben des Gesundheitsamtes von 2003 ist ein historisches Dokument dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen Aidshilfe und Smart Rhein-Ruhr e.V. sachlich bewertet werden konnte – trotz der öffentlichen und institutionellen Reibungspunkte.
40 Jahre Aidshilfe Bochum – wir schaffen Räume für se****le Vielfalt, Begegnung und Prävention. Auch dort, wo gesellschaftliche Normen und Vorurteile Menschen unter Rechtfertigungsdruck setzen. Dieser Druck ist nicht zu rechtfertigen
*xuelleVielfalt *xuelleSelbstbestimmung **M *xuelleGesundheit