31/07/2020
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"Traumatherapie, Traumafolgestörungen und transgenerationale Weitergabe von Traumata"
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Zur Traumatherapie:
Menschen mit Traumafolgestörungen können oftmals kaum zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden. Das traumatische Ereignis hat sich derart in die Seele (anatomisch gesehen, ins Gehirn) des Menschen eingeprägt, dass es abgespalten werden musste. Wenn es getriggert wird, fühlt es sich so an, als ob das Geschehnis real in der Gegenwart stattfände. Es ist eben im Gesamtorganismus nicht integriert und führt quasi ein Eigenleben, kommt nur flashbackartig zum Vorschein. Solche Menschen haben meist desorganisierte Bindungen und sind allem und jedem gegenüber misstrauisch.
Bezüglich der transgenerationalen Weitergabe von Trauma möchte ich die Grande Dame der Psychotraumatologie selber zu Wort kommen lassen.
"Jede Generation gibt der nächsten emotionale Erfahrungen auf verschiedenen Wegen weiter. Jeder jüngeren Generation werden auf nur teilweise geklärten Wegen die prägenden emotionalen Erfahrungen der Eltern, Großeltern und Ahnen mitgegeben, die negativen wie die positiven, und es zählt auch zu den Aufgaben der jüngeren Generation, dieses emotionale Erbe aufzunehmen und weiterzuentwickeln... Transgenerationale Transmission ist dann ein normaler Vorgang, wenn die jüngere Generation die Chance hat, das unerledigte emotionale Material ihrer Eltern und Großeltern tatsächlich neu zu ordnen, wenn also im emotionalen Erbe der Eltern an ihre Kinder die Werte und Schulden in ausgewogenem Verhältnis stehen. Wo das nicht gelingt, bleibt das negative emotionale Erbe im Kind ebenfalls unverarbeitet, die Kinder sind Opfer einer transgenerationalen Traumatisierung". (Michaela Huber)
"Denjenigen, die unter Traumafolgestörungen leiden, wurde zu viel zugemutet, sie sind daran zerbrochen, leiden seelisch, sind gefangen in der Traumazeit auf die eine oder andere Art, oder sie sind bereits "vor der Zeit" gestorben." (Wolf Büntig).