27/04/2026
Spannende Besichtigungstour rund um die Tunnelbaustelle Karl-Marx-Straße
Am letzten Samstag fanden sich ca. 25 Besucher/innen zu einer 2-stündigen geführten Tour zwischen Grüner Passage und Moselstraße im Zentrum Blankenfeldes zusammen.
Organisiert und geleitet wurde die Veranstaltung vom Blankenfelder Ortsvorsteher, der Bürgermeister war ebenfalls gekommen.
Gleich am Startpunkt wurde das Gerücht ausgeräumt, es gebe einen Beschluss die Grüne Passage abzureißen. Der Bürgermeister stellte die Zentrenentwicklung mit den zukünftigen Hauptnutzungen: neues Gesundheitszentrum, Bürgerservice und zentralem Omnibusbahnhof vor.
Die starke, allerorten unübersehbare dauerhafte Entfernung vieler Bäume im Zentrumsbereich wurde von vielen Teilnehmer/innen als befremdlich, insbesondere in Bezug zu „Groß Grün“, eingeschätzt,
Weiter ging es dann zu den kürzlich fertiggestellten Regenwasseranlagen am Glasowbach und dann zum Parkhaus.
Die Teilnehmer resümierten einstimmig, dass das Parkhaus Blankenfelde sich in leider sehr verkommenem Zustand befindet. Bauliche Mängel, aber auch dauerhafte Defizite bei Unterhalt und Reinigung in Kombination mit asozialen Verhalten und Vandalismus sind Ursache, dass man die Treppenhäuser und Toiletten nicht ohne Würgereiz oder sehr ungutem Gefühl betreten kann. Zwei Lichtblicke gibt es aber bereits: die nach dem Brandschaden sanierte Etage lässt Grund zu Hoffnung zu, dass mit heller Farbe und moderner Beleuchtung Verbesserungen durchaus machbar sind. Auch die Fahrradabstellanlage im EG wurde bereits 2025 komplett erneuert, ist aber mittlerweile deutlich zu klein. Dauerhafte Abhilfe wird ein großes zusätzliches neues Fahrradparkhaus in der Dietmar-Klemt-Straße bringen. Die Bauarbeiten dafür sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Im Kreuzungsbereich der Moselstraße wurde dann deutlich, wie komplex und aufwendig sich Infrastruktur insbesondere unterhalb der Fahrbahn gestaltet. Insbesondere bei der Dimensionierung der Regenentwässerung muss nach heutigem Regelwerk um ein Mehrfaches größer gebaut werden als beim Altzustand. Die stark zugenommene Bodenversiegelung im gesamten Bahnhofsumfeld ist unübersehbar.
Angeregt diskutiert wurde darüber, ob und wann man bereits vor Jahren die Arbeiten hätte erledigen können. Der Ortsvorsteher gab zu bedenken, dass seit mehr als 10 Jahren permanent in Dahlewitz und Mahlow nacheinander Bahnquerungen und Straßenverbindungen gesperrt waren und die Karl-Marx-Straße als Umleitungsstrecke dafür offengehalten werden musste. Der Bürgermeister äußerte selbstkritisch, dass die bautechnische Abstimmung zwischen Bahn und Gemeinde während der Bauphase in Blankenfelde aus heutiger Sicht hätte intensiver, in Detailfragen auch hartnäckiger stattfinden müssen. Einen Fertigstellungstermin wollte er nach wie vor nicht benennen.
Der Ortsvorsteher wurde konkreter und erteilte nachvollziehbarem öffentlichem Wunschdenken nach baldiger Tunnelöffnung eine Absage. Frühestens zum Jahreswechsel 2026/2027 und das auch nur bei mildem Winter und ohne größere Überraschungen im Baugrund ist mit der Fertigstellung zu rechnen.
Einhelliger Tenor der Tourbesucher war, jetzt diese Zeit noch gemeinsam durchzustehen, dann aber hoffentlich für die nächsten Jahrzehnte Ruhe zu haben.