09/11/2024
Verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Feuerwehren
Französischsprachige Feuerwehrleute aus dem Kreis Saarlouis besichtigten die Feuerwehr- und Rettungsdienst-Leitstelle des Départements Moselle.
Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane voranzubringen, fand am 30. Oktober eine deutsch-französische Konferenz in der Europäischen Akademie in Otzenhausen statt. Der saarländische Innenminister Jost und der Präfekt des Départements Moselle, Touvet, gaben eine gemeinsame Absichtserklärung ab, die die grenzüberschreitende Sicherheit stärken soll.
Probleme bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich der Feuerwehren gibt es weniger im Bereich der Technik und Taktik, denn diese sind grundsätzlich gleich bzw. unterscheiden sich nur wenig. Problematisch ist die Tatsache, dass immer weniger Saarländer oder französische Mosellaner die Sprache des jeweiligen Nachbarn beherrschen. Auch das Platt als verbindende Sprache ist in den grenznahen Gebieten des Départements Moselle auf dem Rückzug und droht leider über kurz oder lang auszusterben.
Um dem Sprachproblem bei der grenzüberschreitenden Feuerwehrzusammenarbeit zu begegnen, wurde Ende 2022 bei den Feuerwehren des Landkreises Saarlouis eine Gruppe gegründet, in der sich französischsprachige Feuerwehrleute zusammenfanden. Sie nennt sich „Gruppe Grenzalarm“ und besteht zurzeit aus 11 Mitgliedern, die im Einsatzfall von der Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg per Meldeempfänger alarmiert werden können. Sie sollen die Einsatzleitungen vor Ort mit ihren Sprachkenntnissen unterstützen. Dazu gehören natürlich auch Kenntnisse des feuerwehrspezifischen Fachvokabulars, das man so nicht in den einschlägigen Wörterbüchern findet. So heißt zum Beispiel das deutsche „Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF)“ auf französischer Seite „Fourgon Pompe Tonne et Secours Routier (FPTSR)“.
Die Feuerwehr-Übersetzer des Kreises Saarlouis waren am 2. November im Stab des Service départemental d’Incendie et de Secours de la Moselle (SDIS 57) in Saint-Julien-lès-Metz zu Gast, um sich über das Alarmierungssystem des Départements Moselle zu informieren. Der SDIS 57 ist für die Durchführung des Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung und von Teilen des Rettungsdienstes im Département zuständig. In dessen Gebäude befindet sich auch die Leitstelle (Centre Opérationnel). Lieutenant Frédéric Muller stellte die Leitstelle vor und beantwortete die interessierten Fragen der saarländischen Besucher.
Auf dem Foto von links nach rechts: Bertram Weiter (Koordinator der Gruppe), Cyrille Genter, Désirée Tullius, Christoph Cappel, Bernd Paul (Kreisbrandinspekteur), Fabian Bettinger, Louisa Christoffel, Stefanie Mellinger, Peter Mellinger, Tobias Baltes, Markus Bergevoort und Lieutenant Frédéric Muller (SDIS 57)