09/09/2026
Wer heute durch Reinickendorf und den nördlichen Wedding fährt, ahnt kaum, dass hier fast 200 Jahre Militärgeschichte Spuren hinterlassen haben. Wo Wohnquartiere, Flugzeuge und die Julius- Leber-Kaserne zum Alltag gehören, wurde geschossen, geforscht und Militärgeschichte geschrieben. Nach 1945 prägten lange französische Soldatinnen und Soldaten den Norden West-Berlins. Aus Gegnern wurden Schutzmacht, Alliierte und Freunde.
Hauptmann a.D. Ernst Schüßling und Oberst d.R. Andreas von Studnitz, beide einst in der Julius-Leber-Kaserne eingesetzt, haben sich auf die Spuren dieser Geschichte begeben. Entstanden ist ein Bildband, der kürzlich mit dem Bezirksamt Reinickendorf in der Tegeler Humboldt-Bibliothek vorgestellt wurde.
Das Buch folgt den tiefen Einschnitten der deutschen Geschichte: Ende des Kaiserreichs, Weimarer Republik, Wiederaufrüstung. Ab 1935 entsteht am heutigen Kurt-Schumacher-Damm die jetzige Julius-Leber- Kaserne. Die Autoren erzählen anhand von Quellen, Bildern und Plänen von Technikpionieren, politischen Umbrüchen und dem Alltag von Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigten – und davon, wie Militär Berlin prägte.
(Text+Foto: LKdo BE)