05/02/2022
Wie Sie trotz Pandemie wieder zu mehr Leichtigkeit findest:
Sich auf sich selbst fokussieren
Mittels achtsamer Wahrnehmungsfragen im Rahmen eines kleinen Eigen-Focusing können wir uns immer wieder gut im Hier und Jetzt verorten, und unseren Fokus ganz behutsam auf das Positive, Stärkende und Gelingende lenken. Damit fühlen wir uns wieder selbstwirksam und kommen zurück in unsere Kraft. Manchmal können auch angeleitete Meditationen, positive Kindheitserinnerungen oder Fantasiereisen sinnvoll sein, um uns wieder mit unseren Stärken zu verbinden.
Diese Eigen-Interventionen sind vor allem jetzt, in einer sehr unsicheren Zeit mit vielen diffusen Ängsten und Sorgen, sehr hilfreich, um Gedankenkarusselle oder Negativspiralen stoppen zu können und sich nicht länger fremdbestimmt fühlen zu müssen. Achtsamkeit kann uns dabei helfen, uns mit unseren Gefühlen und Gedanken auszusöhnen und uns so wieder stimmiger und authentischer zu fühlen.
So ein Mini-Focusing vor Therapiebeginn ist hilfreich, um unsere Klient*innen mitfühlend, kongruent und wertschätzend begleiten zu können.
Humor schafft eine hilfreiche Distanz
Die (für mich) mächtigste Intervention, um schnell in eine gute und stabile Gemütslage zu kommen und Abstand zu gewinnen, ist der Humor. Ein leichter, verspielter Umgang, gerade mit schweren Themen, schafft eine hilfreiche Distanz, aus der heraus Emotionen in erträglichen Dosen erlebt werden können. Wie du deinen eigenen Humor kultivieren kann, kannst du hier nachlesen.
Quasi ein Teilbereich des (therapeutischen) Humors ist die kindliche Verspieltheit und das Lachen. Gerald Hüther sagt: „Begeisterung ist Dünger fürs Gehirn“. Wenn uns etwas Spaß bringt und wir uns in einem verspielten Modus befinden, dann ist unser Gehirn bereit für neuroplastische Veränderungen: Bahn frei für neue Denk- und Verhaltensmuster!
Wir können versuchen, auf die immer wiederkehrenden Herausforderungen der aktuellen Situation einfach mal ganz anders – positiv und heilsam – zu reagieren, indem wir vielleicht erst mal nur „so tun als ob“.
Mit Lachyoga zu mehr Leichtigkeit finden
Beim Lachyoga versucht man, über die körperlich-mechanische Ebene – also durch das „so tun, als ob“ – ins Lachen zu kommen. Während Kinder häufig noch beim Erleben positiver Emotionen lächeln oder lachen, wird bei Erwachsenen meist nur noch auf der kognitiven Ebene ein Lachen oder Lächeln ausgelöst, z. B. durch einen Witz. Indem wir so tun, als ob wir lachen würden, kann sehr schnell ein echtes Lachen und ein Zustand von kindlicher Verspieltheit erreicht werden.
Neben meiner Zusatzqualifikation als Humorberaterin (HCDA-Akademie) bin ich auch Lachyoga-Lehrerin nach Dr. Madan Kataria. Er hat ganz genaue Vorstellungen, wie eine Lachyoga-Stunde abzulaufen hat. Ich nutze jedoch einzelne Übungen ganz gezielt, um mir selbst etwas Gutes zu tun und meine Laune zu heben. Mittels dieser einfachen „positiver Körperarbeit“ können wir schnell für eine helle und fröhliche Atmosphäre sorgen, in der sich Schweres auf einmal viel leichter anfühlen kann. Diese sich ganz ohne Anstrengung einstellende Leichtigkeit hilft uns dabei, Abstand von der momentanen Pandemie-Situation zu bekommen. So können wir uns wieder frisch und offen unseren Klient*innen widmen.
Probier es einfach mal aus
Lachyoga erfordert ein wenig Mut, seine eigenen Schamgrenzen anzuerkennen und sich dann ein klein bisschen darüber hinwegzusetzen. Ich möchte dich ermuntern, dich einfach mal darauf einzulassen und dies auszuprobieren. Die von mir vorgestellten Übungen funktionieren auch, wie du sehen wirst, sehr gut virtuell.