23/02/2025
🔬Langjährige Forschungsarbeit legt einen Grundstein für neues Medikament
Seit 2013 forscht Prof. Sonja Ständer, Leiterin des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus (KCP) an der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster, gemeinsam mit PD Dr. Claudia Zeidler an einer Therapiemöglichkeit für Prurigo nodularis. Dabei fanden sie heraus, dass Betroffene unter anderem den Botenstoff Interleukin-31 (IL-31) im Überschuss bilden. Nun ist in der EU mit Nemolizumab ein monoklonaler Antikörper neu zugelassen, der die IL-31-Signalweiterleitung hemmt, indem er an den IL-31-Rezeptor alpha bindet. Er soll Juckreiz, Hautläsionen und Schlafstörungen bei Patienten mit Prurigo nodularis oder utopischer Dermatitis lindern.
Prurigo nodularis ist eine Hauterkrankung, die von chronischem Juckreiz geprägt ist. Das Kratzen aufgrund es Juckreizes schädigt die Haut und führt zu Hautveränderungen in Form von juckenden roten Knötchen, die auch bluten können. „Für die Betroffenen ist das verbunden mit einer deutlich beeinträchtigten Lebensqualität, schlechtem Schlaf und vor allem auch mit Scham bis hin zu sozialem Rückzug“, berichtet Prof. Ständer. Jährlich erkranken etwa zwei von 10.000 Menschen neu; Frauen ab dem mittleren Lebensalter sind häufiger betroffen als Männer.
Nemolizumab ist zugelassen zur Behandlung der mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis bei Patienten ab zwölf Jahren sowie zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis. In beiden Fällen müssen die Patienten für eine systemische Therapie infrage kommen.
Quelle: Universitätsklinikum Münster