27/08/2025
Die jüngsten Vorschläge von DIW-Chef Marcel Fratscher, Rentnerinnen und Rentner zu einem sozialen Pflichtjahr zu verpflichten, können wir nicht nachvollziehen. Bei diesem Vorschlag wird völlig verkannt, wie viel ältere Menschen bereits heute freiwillig zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten. Denn wer trägt das Ehrenamt? Es sind vor allem die Älteren. Ob in Vereinen, Kirchengemeinden, Nachbarschaftshilfen, der Kulturförderung oder sozialen Initiativen - es sind unsere erfahrenen Seniorinnen und Senioren, die ehrenamtlich mit Tatkraft, Lebenswissen und Herzblut das Gemeinwohl stärken. Jahrzehntelanges Engagement wird jedoch meist als selbstverständlich abgetan und viel zu selten gewürdigt. Die Idee eines sozialen Pflichtjahres zeugt von einer Sichtweise, die diese geleistete Arbeit ignoriert und gesellschaftliche Realitäten verkennt.
Die Boomer-Generation ist keineswegs ein Synonym für Pflegebedürftigkeit und Belastung des Gesundheitssytems. Im Gegenteil: Immer mehr Ältere investieren aktiv in ihre Gesundheit, treiben regelmäßig Sport, achten auf ihre Ernährung und sind Vorbildfunktion für jüngere Generationen. Es wird darauf ankommen, die Prävention zu stärken und Eigenverantwortung als urliberales Prinzip noch weiter zu fördern. Wer rechtzeitig Gesundheitsvorsorge betreibt, entlastet das System und genießt im höheren Lebensalter ein hohes Maß an Selbstständigkeit.
Ein weiterer Aspekt, der zu selten zur Sprache kommt: Die Betreuung und Begleitung von Enkeln ist eine zentrale Lebensleistung der Seniorinnen und Senioren. Großeltern leisten Tag für Tag praktische Hilfe, geben Werte weiter, sorgen für Geborgenheit - sie sind in vielen Familien unverzichtbare Stützen. Ihr Engagement trägt maßgeblich zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei und schafft Verbindungen zwischen den Generationen, die das soziale Klima entscheidend prägen.
Anstatt einen Zwang einzuführen, sollten Anreize für noch mehr freiwilliges Engagement geschaffen werden. Das Ehrenamt verdient Anerkennung, Wertschätzung und Unterstützung - etwa in Form steuerlicher Vorteile, Weiterbildungsangeboten oder gesellschaftlicher Auszeichnungen.
Fazit:
Die Seniorinnen und Senioren sind aktive Gesellschaftsgestalter. Deshalb stehen Liberale Senioren für Eigenverantwortung, freiwillige Solidarität und ein positives Bild des Alters. Sie sind Motoren des Ehrenamtes, sichern durch die Betreuung von Enkeln Generationengerechtigkeit und entlasten das Gesundheitssystem aktiv. Vorschlägewie ein soziales Pflichtjahr und Sondersteuern für Seniorinnen und Senioren greifen zu kurz und ignorieren die gelebte Praxis. Was jetzt zählt: Die Aufgaben der Älteren mit Respekt und fairen Anreizen unterstützen und ihr Engagement endlich angemessen würdigen.