01/08/2026
Jedes Jahr am 1. August heulen um 17 Uhr in ganz Polen die Sirenen. Vor 82 Jahren, am 1. August 1944, begann um 17 Uhr, der sogenannten „Godzina W“ (dt.: „W-Stunde“), der Warschauer Aufstand.
Der Warschauer Aufstand vom 1. August bis zum 2. Oktober 1944 war der bewaffnete Widerstand der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK) gegen die deutschen Besatzer, welchem sich weitere Untergrundgruppen anschlossen. Ziel war die Befreiung der Hauptstadt nach fünf Jahren brutaler deutscher Unterdrückung, aus eigener Kraft und noch vor dem Eintreffen sowjetischer Truppen von Osten.
Zu Beginn des Aufstands, der sich zu einem der größten Stadtkämpfe des Zweiten Weltkriegs entwickelte, konnte die Polnische Heimatarmee die Hälfte Warschaus unter ihre Kontrolle bringen. Sie baute eine eigene rudimentäre Verwaltung, medizinische Versorgung und Pressearbeit auf, während temporäre Hilfsstrukturen die grundlegende Versorgung aufrechthielten.
Am 2. Oktober 1944, nach 63 Tagen intensiver Gefechte, kapitulierte die AK in einer aussichtslosen militärischen Lage und bei katastrophalen humanitären Zuständen.
Die Gesamtzahl der Todesopfer während der blutigen Niederschlagung des Aufstands wird auf circa 180.000 Menschen, überwiegend aus der Zivilbevölkerung Warschaus, geschätzt. Über 150.000 Menschen wurden zur Zwangsarbeit verschleppt und etwa 350.000 Menschen vertrieben. Die deutschen Besatzer zerstörten die Stadt Warschau nahezu vollständig.
Für die im Sommer 1944 in Warschau begangenen Verbrechen wurde keiner der Hauptverantwortlichen vor einem bundesdeutschen Gericht verurteilt.
82 Jahre nach dem Warschauer Aufstand gedenken wir heute der vielen Menschen, die einen mutigen Kampf für ein befreites Polen geführt haben sowie der zahlreichen Opfer deutscher Verbrechen.
©️ Das Wandgemälde in diesem Post befindet sich in unmittelbarer Nähe unserer Geschäftsstelle in Berlin-Adlershof. Es entstand 2024 im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin–Warschau sowie der Partnerschaft zwischen Treptow-Köpenick und Warschau Mokotów. Es zeigt die Armbinden der Aufständischen.