16/03/2026
🗺️ Karten sind nicht neutral, sie formen unser Weltbild.
Die seit Jahrhunderten gebräuchliche und fast jedem Schulkind vertraute Karte der Welt wurde im 16. Jahrhundert von dem flämischen Geographen Gerhard entwickelt.
🧭 Einst war sie für die Navigation in der Seefahrt gedacht.
Sie ist winkeltreu und erlaubt es, einen Kurs als gerade Linie zu zeichnen. Das ist der Grund, warum sie bis heute z.B. von Kartendiensten oder in Atlanten verwendet wird.
Aber: Sie vergrößert Regionen im Norden und verkleinert Regionen am Äquator.
➡️ Grönland, die USA, Russland und das zentral abgebildete Europa erscheinen überproportional groß, während Afrika, Südamerika und Ozeanien im Vergleich randständig und unbedeutend wirken.
➡️ Damit reproduziert und verstärkt die Karte koloniale Hierarchien, die einem als Betrachterin oder Betrachter kaum auffallen, aber unbewusst Wirkung entfalten.
➡️ Ein Beispiel: Afrika wirkt im Vergleich klein, obwohl es in Wirklichkeit der zweitgrößte Kontinent und 14-mal größer als Grönland ist.
💡 Die Weltkarte, wie wir sie kennen, beeinflusst also, wie wir Länder und Kontinente wahrnehmen. Sie sorgt im wahrsten Sinne des Wortes dafür, dass wir ein verzerrtes Weltbild haben.
Natürlich kann eine zweidimensionale Karte, die einen dreidimensionalen Körper wie die Erde abbilden soll, niemals völlig maßstabsgetreu und verzerrungsfrei zugleich sein.
Jedoch können wir die Größenverhältnisse der Länder auf Weltkarten realistischer darstellen❗️
Die Equal-Earth-Projektion, die im Jahr 2018 entwickelt wurde, will einen Perspektivenwechsel ermöglichen. Sie ist flächengetreu und soll das Gleichgewicht auf der Landkarte wiederherstellen.
➡️ Das BMZ möchte mit der Verbreitung der Equal-Earth-Projektion einen Beitrag leisten, die bisherige verzerrte Weltdarstellung zu korrigieren, und damit dem Globalen Süden die wahre Größe und Sichtbarkeit einräumen, die ihm gebührt 🫶.