08/12/2025
Erste-Hilfe-Ausbildung im THW Ortsverband Berlin Marzahn-Hellersdorf 🩹
Plonk – Da liegt er nun und was jetzt tun? 🤔
Jederzeit sind u.a. folgende Szenarien möglich:
- ein geliebter Mensch fällt plötzlich um,
- du siehst wie ein Verkehrsunfall/Sturz o.ä. geschieht,
- oder gar noch schlimmer du bist in einen Unfall verwickelt…
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sausen tausende Fragen durch den eigenen Kopf. Das können Fragen sein wie z.B.:
- Darf ich überhaupt die Kleidung der „Person in Not“ zerreißen?
- Was ist, wenn ich irgendwas „falsch“ mache?
- Wie oft drücke ich bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung nochmal?
- Wie nehme ich am Sichersten bei der verunfallten Person den Motorradhelm ab und macht das Sinn?
- Gibt es sinnvolle Lagerungspositionen?
Erneut saßen am letzten Samstag 20 Teilnehmer in den Ausbildungsräumen des THW Ortsverbands Marzahn-Hellersdorf zum Erste-Hilfe-Lehrgang zusammen. Egal ob für geübte alte Hasen oder Personen welche vor sehr vielen Jahren das letzte Mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, ist eine Auffrischung auf den aktuellen Wissensstand sinnvoll.
ℹ️ Wusstest Du schon…?
Jeder aktive THW-Angehörige ist verpflichtet alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich zu absolvieren. So ist sichergestellt, dass er über das aktuelle Wissen verfügt und im Ernstfall möglichst effektiv helfen/anleiten kann. Im Notfall entscheiden in der Rettungskette wenige Minuten über Leben und Tod.
Bereits zu früher Morgenstunde fing unser Ausbilder Tobias an, den Lehrgangsteilnehmenden sämtliche rechtliche Aspekte, sowie zahlreiche Fallbeispiele zu erörtern. Aufgrund seiner langen beruflichen Erfahrung als Notfallsanitäter im Rettungsdienst und seiner vielen Jahre des aktiven Dienstes in der Feuerwehrleitstelle Berlin, erklärt Tobias sehr bildlich anhand von real erlebten Beispielen. Seit 2017 gibt es die Besonderheit, dass z.B. Tobias im THW Ortsverband Berlin Marzahn-Hellersdorf ermächtigt ist, spezifisch für das THW angepasste erweiterte Erste-Hilfe-Inhalte auszubilden.
Doch wer denkt, dass man sich in Ruhe alle Lehrinhalte nur anzuhören braucht, der irrt gewaltig! Einer der Lieblingssätze unseres Ausbilders Tobias lautet: „Ihr wisst ja, wenn ich euch was zeige, dann seid ihr danach dran!“ Mit diesen Worten motivierte Tobias die Lehrgangsteilnehmenden das Gezeigte selbst praktisch zu üben.
Gestartet wurde mit z.B. gegenseitigem Druckverband anlegen. Dies steigerte sich mit „verunfallter Person den Motorradhelm abnehmen und zugleich deren Wirbelsäule unbeschädigt lassen“ u.v.m. Das Finale stellte die praktische Übung der Herz-Lungen-Wiederbelebung dar. Hierfür standen drei Übungspuppen zur Verfügung. Diese sind einem Menschen realistisch nachgebaut. Sie haben Rippen und eine künstliche Lunge, sodass man ein Gefühl für die Realität, in sicherer Übungsumgebung, entwickeln kann. Ebenso zeigt die Übungspuppe anhand roter Beleuchtung an, ob man z.B. bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung korrekt drückt und ob Blut bis in den Kopf der wiederzubelebenden Person fließen würde. Schließlich würde es im Ernstfall niemandem nützen, wenn man zu „lasch“ auf den Brustkorb drücken würde.
Unter den kritischen und fairen Augen unseres Ausbilders Tobias, hatte jeder Lehrgangsteilnehmende das Vergnügen eine unvorhersehbare Zeit seine Übungspuppe wiederzubeleben. Pump, pump, pump… Drei Personen, drei Übungspuppen und jeder Teilnehmende stellte sich die Frage: „Wie lange dauert es eigentlich im Schnitt in der Realität, bis der Rettungswagen vor Ort eintrifft?“ – denn mindestens solange hieß es drücken, drücken, drücken und ja nicht aufhören! 🤯
Um die Situation realitätsnaher darzustellen, äußerte Ausbilder Tobias ab und an Kommentare wie z.B.: „Ja der Rettungswagen ist unterwegs. – Der Rettungswagen kommt nicht durch. Die Rettungsgasse wird nicht freigemacht. – Ach das ist der falsche Wohnungsaufgang. Sie meinten also das Hinterhaus und nicht vorn die Einfahrt? u.v.m.“ 😉
Alles Dinge, welche in der Realität durchaus in der Hektik vorkommen können. Für die Personen, welche wiederbeleben fühlt sich der kurze Zeitraum an wie eine Ewigkeit.
Kommentar einer Lehrgangsteilnehmerin:
„Oh Gott, lass uns gleich mal wechseln. Das ist super anstrengend auf Dauer und das waren nur 8 Minuten.“
„Oscar“ die Übungspuppe hatte offenbar einen „schlechten Tag“ und tappte von einem Unfall zum Nächsten. Von Schnitt-, Schürfwunden bis hin zu Verbrennungen. Auch an ihr wurde ausgiebig praktisch geübt.
Es ist sehr empfehlenswert in ruhiger Atmosphäre die häufigsten auftretenden Situationen zu üben. Dieses Wissen hilft in der späteren Praxis enorm, um möglichst effektiv helfen zu können und Ruhe zu bewahren.
Abschließend wünscht ein jeder, dass wir das antrainierte Wissen hoffentlich NIE (oder nur sehr selten) in der Praxis anwenden müssen. Toi toi toi… 🍀
🎓 Ausbildung Erste-Hilfe 🎓
🗓 06.12.2025
📌 THW OV Berlin Marzahn-Hellersdorf