Ausländerbeirat Bad Nauheim

Ausländerbeirat Bad Nauheim Der Ausländerbeirat Bad Nauheim ist ein gewähltes Gremium der Stadt Bad Nauheim. Ausländerbeirat Bad Nauheim
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🚨 Kürzungen bei Integrationskursen? Falsches Signal für Bad Nauheim!Ausländerbeirat Bad Nauheim kritisiert Kürzung der M...
13/02/2026

🚨 Kürzungen bei Integrationskursen?
Falsches Signal für Bad Nauheim!

Ausländerbeirat Bad Nauheim kritisiert Kürzung der Mittel für Integrationskurse

Der Ausländerbeirat der Stadt Bad Nauheim zeigt sich tief besorgt über die angekündigten Mittelkürzungen für Integrationskurse durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und kritisiert die geplanten Einschränkungen deutlich. Für Bad Nauheim als Gesundheitsstadt mit vielen Pflege- und Reha-Einrichtungen dürfte die neue Situation erhebliche Auswirkungen haben, schätzt der Beirat.

„Integrationskurse sind von zentraler Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe, Arbeitsmarktintegration und Fachkräftesicherung“, betont der Vorsitzende Sinan Sert. Integrationskurse schließen in der Regel mit dem „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ) ab, bei dem die Sprachstufen A2 oder B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erreicht werden können. Das Niveau B1 gilt dabei als wesentliches integrationspolitisches Ziel: Es ist häufig Voraussetzung für eine dauerhafte Aufenthaltsperspektive (z. B. Niederlassungserlaubnis) und verbessert nachweislich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

In vielen Berufsfeldern – insbesondere im Gesundheits- oder Pflegewesen, in reglementierten Berufen oder im Rahmen von Anerkennungsverfahren – sind nachweisbare Deutschkenntnisse zwingend erforderlich. Je nach Beruf werden Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1, B2 oder höher verlangt. Auch für zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen, Weiterbildungen oder Förderprogramme ist ein bestandener Sprachtest Zugangsvoraussetzung.

„Sprache ist der Schlüssel zur Integration – sie entscheidet über den Zugang zu Arbeit, Ausbildung, die Anerkennung von Berufsabschlüssen sowie über gesellschaftliche und politische Teilhabe. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle“, so Sert.

Besonders problematisch sei der drohende Zulassungsstopp für Menschen, die aus eigenem Antrieb Deutsch lernen möchten. „Den Zugang zu Sprach- und Integrationskursen zu beschränken, führt mittel- und langfristig zu höheren Sozialausgaben und lässt vorhandene Arbeitsmarktpotenziale ungenutzt“, erklärt Sert weiter. Angesichts des Fachkräftemangels sende eine solche Entscheidung ein falsches Signal. Die negativen Folgen für Arbeitsmarktintegration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die kommunale Entwicklung wären deutlich spürbar, mahnt der Ausländerbeirat in seiner letzten Sitzung vor den anstehenden Wahlen.

Nach Ansicht der Beiratsmitglieder hätten die geplanten Kürzungen aktuell insbesondere für ukrainische Geflüchtete spürbare Auswirkungen. „Viele verfügen über gute Bildungsabschlüsse und umfangreiche Berufserfahrung, sind jedoch für eine nachhaltige Integration in den deutschen Arbeitsmarkt auf systematische Sprachförderung angewiesen“, bestätigt auch der Bad Nauheimer Ukraine-Rat.

Gerade in Anerkennungsverfahren für ausländische Abschlüsse sind berufsbezogene Deutschkenntnisse häufig verbindlich vorgeschrieben. In Gesundheits-, Pflege- oder pädagogischen Berufen wird regelmäßig mindestens das Niveau B2 verlangt, teilweise ergänzt durch Fachsprachprüfungen. „Ohne entsprechende Sprachzertifikate verzögern sich Anerkennungsprozesse erheblich oder sind nicht möglich“, bestätigt der Ukraine-Rat. Ein Zulassungsstopp oder reduzierte Kurskapazitäten würden Wartezeiten verlängern, berufliche Perspektiven hinauszögern und die finanzielle Abhängigkeit von staatlichen Leistungen unnötig verstärken. Wertvolles Fachkräftepotenzial bliebe ungenutzt.

Nach Ansicht des Beirats hätten die geplanten Kürzungen zudem gravierende Auswirkungen auf örtliche Kursträger wie beispielsweise die Volkshochschule, die seit Jahren einen zentralen Beitrag zur sprachlichen und gesellschaftlichen Integration leistet. Eine Reduzierung der Mittel gefährde nicht nur laufende Kurse, sondern auch gewachsene Integrationsnetzwerke vor Ort. Ein späterer Wiederaufbau solcher Strukturen wäre nur mit erheblichem Aufwand möglich.

Der Ausländerbeirat Bad Nauheim fordert die Bundesregierung daher auf, die Kürzungspläne zu überdenken und Integrationsangebote verlässlich zu finanzieren – entsprechend der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung dieser Maßnahmen.

„Eine Blockade derjenigen, die motiviert sind, sich sprachlich zu qualifizieren und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, darf kein Dauerzustand werden. Integration braucht Perspektive, Planungssicherheit und politische Unterstützung“, erklärt Sert.

Gleichzeitig dankt der Ausländerbeirat der Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Natalie Pawlik, ausdrücklich für ihre klare Haltung und ihr Engagement für starke Integrationsstrukturen. „Es ist wichtig, dass innerhalb der Bundesregierung Stimmen die Bedeutung von Sprachförderung und Integrationskursen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit klar benennen“, so Sert abschließend.

Der Ausländerbeirat steht für ein vielfältiges und solidarisches Bad Nauheim und wird sich weiterhin für Chancengleichheit und nachhaltige Integrationsstrukturen einsetzen.

Wir haben in den fünf Jahren viel bewegt, erreicht und umgesetzt…
07/02/2026

Wir haben in den fünf Jahren viel bewegt, erreicht und umgesetzt…

Wir sind schockiert und betroffen über den antisemitischen Anschlag auf Menschen, die friedvoll das jüdische Fest des Li...
14/12/2025

Wir sind schockiert und betroffen über den antisemitischen Anschlag auf Menschen, die friedvoll das jüdische Fest des Lichted feiern wollten. Der Ausländerbeirat Bad Nauheim steht solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und bekräftigt sein klares Bekenntnis zu Respekt, Vielfalt und einem friedlichen Miteinander. Antisemitismus verurteilen wir entschieden – überall und jederzeit.

Intensive Sitzung in großer Runde zum Thema „Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse“ …
20/11/2025

Intensive Sitzung in großer Runde zum Thema „Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse“ …

🕊️ Erleichtert und freudig über die Rückführung der Geiseln Mit großer Erleichterung und Freude begrüßen wir die sichere...
13/10/2025

🕊️ Erleichtert und freudig über die Rückführung der Geiseln

Mit großer Erleichterung und Freude begrüßen wir die sichere Rückkehr der Geiseln. Unsere Gedanken sind bei ihnen – wir hoffen von Herzen, dass sie sich bald erholen und wieder zu Kräften kommen können.

Zugleich trauern wir mit den Angehörigen derjenigen, die nicht lebend zurückkehren konnten. Ihr Verlust erinnert uns schmerzlich daran, wie kostbar jedes Leben ist.

Dieser Tag schenkt Hoffnung – für die Familien, für die Gemeinschaften und für alle, die nach Frieden streben. Doch während wir Erleichterung empfinden, bleibt das Leid in Gaza groß. Die Zivilbevölkerung braucht Schutz, Hilfe und eine Perspektive auf Sicherheit und Würde.

Wir appellieren an alle Verantwortlichen, diesen Moment als Wendepunkt zu begreifen – hin zu Menschlichkeit, Dialog und einem gerechten, dauerhaften Frieden für alle Menschen in der Region.

83 Jahre nach der Deportation jüdischer Mitbürger: Der Ausländerbeirat Bad Nauheim erinnert – und warnt vor wachsendem A...
02/09/2025

83 Jahre nach der Deportation jüdischer Mitbürger: Der Ausländerbeirat Bad Nauheim erinnert – und warnt vor wachsendem Antisemitismus

Am 15. September 1942 wurden die letzten jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Bad Nauheim deportiert. Insgesamt 103 Menschen – viele von ihnen hochbetagt und Bewohner des jüdischen Altenheims – wurden über Friedberg und Darmstadt nach Theresienstadt verschleppt. Die meisten überlebten die Deportation nicht. Bad Nauheim galt danach als „judenfrei“ – ein zynischer Begriff für das menschenverachtende Ziel der NS-Diktatur: die Auslöschung jüdischen Lebens.

Die Erinnerung an diesen Tag verpflichtet. Sie ist Teil unserer gemeinsamen Verantwortung, jeder Form von Ausgrenzung oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten.

„Zunehmender Antisemitismus in Deutschland besorgt uns zutiefst“

Der Ausländerbeirat Bad Nauheim beobachtet mit großer Sorge, dass sich im Zuge des andauernden Gaza-Kriegs antisemitische Vorfälle in Deutschland, auch in Hessen, deutlich häufen. Der politische Konflikt im Nahen Osten verhärtet auch hier zunehmend Perspektiven auf beiden Seiten und bildet Fronten.

Wir verurteilen hierbei jede Form von Extremismus – ob von rechts, von links oder religiös motiviert. Der Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ist nicht verhandelbar, das friedliche Miteinander aller in unserem Land ist dem Beirat oberstes Gebot. Wer antisemitische Parolen ruft, wer jüdische Mitbürger bedroht oder pauschal Schuldzuweisungen erhebt, stellt sich gegen unsere freiheitlichen Grundwerte.

„Betroffenheit über das Leid auf allen Seiten – Für Dialog und ein friedliches Zusammenleben“

Gleichzeitig blicken wir mit Mitgefühl auf das Leid aller Menschen, die von Krieg, Terror und Gewalt betroffen sind – ob in Israel oder in Gaza. Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 leben viele Familien in Israel in Angst um ihre Angehörigen. Noch immer befinden sich zahlreiche Geiseln in der Gewalt der Hamas – ein unhaltbarer Zustand. Ihre Freilassung ist überfällig.

Auch in Israel selbst demonstrieren regelmäßig Zehntausende für die sofortige Rückkehr der Geiseln, für einen Waffenstillstand und für einen politischen Neuanfang. Diese Stimmen für Frieden und Versöhnung verdienen internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung - auch hierzulande.

Zugleich lässt uns die dramatische humanitäre Lage in Gaza nicht teilnahmslos: Hunderttausende Zivilistinnen und Zivilisten – darunter viele Kinder – leiden unter Flucht, Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung. Bereits mehrere Zehntausend Tote werden betrauert. Menschen im Westjordanland fürchten Entrechtung und Vertreibung aufgrund aktueller Besiedlungspläne. Der Beirat teilt hier die deutlichen Mahnungen der Bundesregierung. Eine politische Lösung kann nur erreicht werden, wenn das menschliche Leid auf beiden Seiten ernst genommen wird.

„Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“

Die 278 Namen am Holocaust-Erinnerungsmal am Bad Nauheimer Kurpark stehen für Nachbarn, die einst Teil dieser Stadt waren. Sie mahnen uns: Nie wieder darf Hass unsere Gesellschaft vergiften. Nie wieder dürfen Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion oder politischen Haltung verfolgt werden.

Bad Nauheim ist eine Stadt, in der Geschichte nicht vergessen und Zukunft gemeinsam gestaltet wird. Der Ausländerbeirat Bad Nauheim ruft dazu auf, sich für ein friedliches, demokratisches und vielfältiges Zusammenleben einzusetzen.

🌈 Solidarität mit dem CSD Friedberg 2025! 🌈Der Ausländerbeirat Bad Nauheim unterstützt die Botschaft des Christopher Str...
21/08/2025

🌈 Solidarität mit dem CSD Friedberg 2025! 🌈

Der Ausländerbeirat Bad Nauheim unterstützt die Botschaft des Christopher Street Day in Friedberg:
Für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte – gegen Ausgrenzung und Diskriminierung!

Am kommenden Samstag, den 23. August, setzen engagierte Menschen in Friedberg ein starkes Zeichen für die Rechte der queeren Community.
Wir stehen klar hinter den Werten des CSD:

✊🏽 Für eine offene Gesellschaft
🏳️‍🌈 Für gegenseitigen Respekt – unabhängig von Herkunft, Identität oder Orientierung
🫱🏼‍🫲🏿 Für Solidarität in Vielfalt

Wir wünschen allen Teilnehmenden einen kraftvollen, friedlichen und fröhlichen CSD!

📍 CSD Friedberg 2025
🗓 Samstag, 23. August
🕛 Start: 12:00 Uhr (Innenstadt Friedberg)

Ausländerbeirat begrüßt Erklärung der E3-Regierungschefs zum NahostkonfliktBereits zu Beginn des jüngsten Konflikts im G...
27/07/2025

Ausländerbeirat begrüßt Erklärung der E3-Regierungschefs zum Nahostkonflikt

Bereits zu Beginn des jüngsten Konflikts im Gazastreifen hat sich der Ausländerbeirat klar positioniert und damit seiner Maxime entsprochen, Menschlichkeit und Frieden ins Zentrum seines Handelns zu stellen.
Der Schutz der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten bleibt dem Beirat und seinen Mitgliedern ein besonders wichtiges Anliegen.

Der Ausländerbeirat verurteilt weiterhin jede Form und jeden Ausdruck von Antisemitismus. Es ist seinen Mitgliedern weiterhin wichtig, mit seinen Aktivitäten und Veranstaltungen hierzu einen Beitrag zu leisten. Insofern blickt der Beirat gerne zurück auf mehrere Veranstaltungen mit lokalen Partnern wie der jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Der Ausländerbeirat verurteilt deswegen auch weiterhin den Angriff der Hamas auf Israel scharf und mit Nachdruck. Jedwede Bekundung von Sympathie für den verächtlichen Terrorangriff darf nicht hingenommen werden. Er betrauert die Opfer auf israelischer Seite und fühlt mit den Geiseln und ihren Angehörigen.
Dass sämtliche Geiseln unverzüglich freigelassen und Leichname übergeben werden müssen, steht für den Beirat außer Frage.

Gleichermaßen betrauert der Beirat die vielen Toten und Verletzten auf Seiten der palästinensischen Zivilbevölkerung und sorgt sich zunehmend über die katastrophale humanitäre Lage im Gaza-Streifen. Zehntausende Menschen haben bereits ihr Leben, Hunderttausende ihr Heim verloren. Laut Aussage etlicher NGOs drohe den Menschen mittlerweile der Hungertod, darunter Kinder und Babys. Eine aus humanitärer Sicht untragbare Situation, die ein schnelles Ende verlangt.

Staatliche Verantwortung zeigt sich darin, Haltung zu zeigen, wenn Zustände nicht mehr mit grundlegender Menschlichkeit vereinbar sind.
Insofern begrüßt der Beirat die gemeinsame Erklärung der Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Groß-Britanniens ausdrücklich. Die Erklärung verlangt und zeigt Wege auf, der humanitären Katastrophe schnell zu begegnen und zu einer friedlichen Lösung des Konflikts zu gelangen.
Gleichermaßen kann sie auch als Beleg dafür dienen, dass konstruktive Kritik an der israelischen Staatsführung und ihrer Kriegsführung im Rahmen demokratischer Grundwerte möglich und legitim ist.

Die gemeinsame Erklärung der Drei zeigt auch auf, worauf die Werte unserer Gesellschaft gründen. Sie basieren auf Menschlichkeit und dem friedlichen Miteinander. Auch wenn sich ein Land gegen Aggressoren zu verteidigen sucht, hat auch dies Grenzen, die es einzuhalten gilt.

Der Ausländerbeirat wünscht sich Frieden für Israel und für die Palästinensergebiete, damit das Leid der Menschen dort zügig endet. Nur so kann ein friedliches und respektvolles Miteinander von Israelis und Palästinensern, von Juden und Muslimen – von Mensch zu Mensch – auch in unserem Land weiter wachsen und Bestand haben.

Foto:
Ausländerbeirat Bad Nauheim mit Dezernent:
(v.l.) Dr. Alexander Berkowitsch, Ernesto Filippelli, Mahnaz Jafary, Rita Orfali, Emine Antolic, Sinan Sert, Ali Bulut (Stadtrat und Dezernent), Eva Bober und Lara Tomasoni.
Es fehlt Sorin-Cristian Macu.
Foto: Ausländerbeirat Bad Nauheim

Bildung braucht Ressourcen, keine HerkunftsgrenzenIn politisch herausfordernden Zeiten flammen immer wieder Debatten übe...
06/07/2025

Bildung braucht Ressourcen, keine Herkunftsgrenzen

In politisch herausfordernden Zeiten flammen immer wieder Debatten über Migration und Integration auf – doch diesmal wird nicht einmal davor zurückgeschreckt, mit markigen Vorstößen ausgerechnet Kinder ins Visier zu nehmen, also die Schwächsten unserer Gesellschaft.

Offenbar im Bemühen, potenzielle AfD-Wähler zurückzugewinnen, spielt die CDU/CSU mit solchen Vorschlägen letztlich den Feinden der offenen Gesellschaft in die Hände. Anstatt sich sachlich und lösungsorientiert mit realen Herausforderungen auseinanderzusetzen, flüchtet man sich in einfache Antworten und populistische Profilierung. Parallelen zur Endphase der Weimarer Republik und zur Haltung der damaligen konservativ-konfessionellen Zentrumspartei sind dabei nicht zu übersehen. Wohin solches politisches Wunschdenken schließlich führte, dürfte historisch hinreichend bekannt sein.

Die Idee, den Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Kitas oder Schulklassen zu begrenzen, ist keineswegs neu. Doch der Ruf nach einer solchen Quote wurde bislang stets verworfen. In staatlichen Einrichtungen wurde sie nie umgesetzt. Und dort, wo sie faktisch existierte – etwa in manchen konfessionellen Kindergärten –, wurde sie in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt wieder abgeschafft.

Denn eine solche Maßnahme ist nicht nur diskriminierend, sie ist auch integrationspolitisch kontraproduktiv. Kinder nach Herkunft oder dem Kriterium „Migrationshintergrund“ zu sortieren, widerspricht dem Prinzip der Gleichbehandlung.

Die Lösung für bestehende Herausforderungen im Bildungssystem kann nicht im Aussortieren bestehen. Integration gelingt nicht durch Begrenzung, sondern durch Begegnung, gemeinsame Bildung und gezielte Förderung.

Das eigentliche Problem in Schulen liegt nicht in der Herkunft der Kinder, sondern im Mangel an Ressourcen. Lehrkräfte stehen unter wachsendem Druck, weil es vielerorts an ausreichender personeller, finanzieller und struktureller Unterstützung fehlt. Statt also über Quoten zu diskutieren, sollte die Politik dafür sorgen, dass Bildungseinrichtungen besser ausgestattet werden – etwa durch mehr pädagogisches Fachpersonal, effektive Sprachförderprogramme und flächendeckende Schulsozialarbeit.

Hinzu kommt, dass der Begriff „Migrationshintergrund“ äußerst ungenau ist. Wer zählt dazu? Auch Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und deren Alltag sich nicht von dem ihrer Mitschüler unterscheidet? Eine solche Einteilung ist willkürlich und zementiert stereotype Vorstellungen, anstatt sie zu hinterfragen.

In einer vielfältigen, modernen Gesellschaft muss Schule ein Ort sein, an dem alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe haben. Vielfalt darf nicht als Problem betrachtet werden, sondern muss als Bereicherung verstanden und aktiv gefördert werden. Eine Obergrenze für Kinder mit Migrationshintergrund ist daher nicht nur pädagogisch unsinnig, sondern gesellschaftlich gefährlich.

Wie Integration gelingen kann, zeigt das Beispiel Bad Nauheim. Der Ausländerbeirat der Stadt hat sich bereits vor über 20 Jahren intensiv mit dem Thema befasst. Mit den „Bad Nauheimer Tagen für interkulturelle Pädagogik“, gezielter Sprachförderung in Kitas sowie der Herausgabe von Informationsbroschüren wurde frühzeitig ein konstruktiver, inklusiver Weg eingeschlagen. Dieses Engagement zeigt: Wo Vielfalt ernst genommen, gefördert und in die Bildungspraxis eingebunden wird, entsteht Zusammenhalt – nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Beteiligung.

Es bleibt stets wichtig, den Blick zu schärfen und gute Programme aufzulegen, die Kinder und ihre Familien frühzeitig auf das Schulleben vorbereiten und das pädagogische Fachpersonal gezielt unterstützen. Denn wer Kinder stärkt, stärkt unsere Gesellschaft.

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