01/04/2026
Die 6. Critical Mass in Bad Krozingen – Ein ganz besonderer 1. April
Es war ein sonniger Morgen am Kirchplatz in Bad Krozingen, als sich eine ungewöhnlich bunte Truppe versammelte. Fahrräder aller Art standen bereit: vom geschniegelt polierten E-Bike bis zum leicht rostigen Drahtesel, der vermutlich schon mehr Bürgermeister erlebt hatte als so mancher Einwohner.
Pünktlich um zehn trat Pfarrer Rolf Kruse nach vorne, begleitet von Lukas Wehrle und dem geheimnisvoll angekündigten Musiker WOGER. Doch statt einer klassischen Ansprache verkündete Kruse feierlich:
„Liebe Gemeinde, wir beginnen heute mit einer Critical Mess!“
Und ehe jemand nachfragen konnte, begann WOGER auf einer Mischung aus Fahrradklingeln und tragbarem Synthesizer einen erstaunlich rhythmischen Soundteppich zu legen. Lukas Wehrle verteilte symbolisch Fahrradhelme als „liturgische Kopfbedeckung“, während Kruse eine improvisierte Segnung der Fahrradketten vornahm. Einige Teilnehmer schworen später, ihre Gangschaltung habe danach tatsächlich besser funktioniert.
Dann setzte sich der Tross in Bewegung.
Eine Stunde lang schlängelte sich die Gruppe durch Bad Krozingen – mit strategischen Stopps:
• Vor gepflasterten KFZ-Parkplätzen wurde kurz innegehalten, um die „Flächenversiegelung emotional zu verarbeiten“.
• Vor Supermärkten wurde darauf hingewiesen, dass man seinen Döner oder das Sushi-to-go „am besten schon auf dem Hinweg abstrampelt“.
• Auf öffentlichen Plätzen wurde kollektiv geklingelt – angeblich zur „akustischen Sensibilisierung der Bevölkerung“.
• Vor Restaurants wurde diskutiert, ob man auch eine Fahrradtiefgarage für hungrige Gäste brauche.
Den krönenden Abschluss bildete die Ankunft am Kurpark, wo bereits Oberbürgermeister Volker Kieber Bad Krozingen wartete – oder besser gesagt: chauffiert wurde. In einer eleganten E-Rikscha ließ er sich vom MobiGeist e.V. vorfahren und stieg mit staatsmännischer Gelassenheit aus.
Er trat ans Mikrofon und begann seine Rede:
„Meine Damen und Herren, eine Critical Mass ist für viele nur mit Crystal M**h zu ertragen…“
Kurze Pause. Betretenes Schweigen.
„…Aber ich kann Ihnen versichern: Wer einmal mitfährt, braucht höchstens Muskelkater – und vielleicht ein Getränk am Ende.“
Zustimmendes Nicken und leichtes Grinsen einiger Teilnehmer.
Zum Abschluss trat der MobiGeist e.V. auf den Plan und präsentierte stolz sein erstes selbstgebrautes Getränk: das „Critical Mass“. In kleinen, sorgfältig abgemessenen 0,5-Liter-Portionen wurde ausgeschenkt – gebraut mit echtem Tunsler Aromahopfen in Bioqualität.
Der OB nahm einen Schluck, überlegte kurz und sagte dann:
„Sehr gut. Der EBC-Wert scheint hoch - das Bier zeigt einen tiefen rehbraunfarbenen Ton. Aber wissen Sie… die Mass könnte auch ein ganzer Liter sein. Schließlich fahre ich ja auch nicht mit halber Geschwindigkeit.“
Gelächter brach aus, die Fahrradklingeln setzten noch einmal ein, und irgendjemand rief:
„Dann nächstes Jahr: 7. Critical Mass – doppelt so groß!“
Ob das ernst gemeint war oder nicht, wusste an diesem 1. April in Bad Krozingen niemand so genau. 🚲🍻